Double Hop Monster


IPA
330 ml
7,2 % vol.

Heute steht ein wahres Monster vor mir, ein Hopfenmonster. So sagt es uns zumindest das Etikett. Es handelt sich dabei um ein IPA des englischen Brauereikonzerns Greene King. Ob mich dieses Bier tatsächlich das Fürchten lehrt, werde ich gleich am eigenen Leib erfahren. Vorab ist aber zu sagen, dass ich das Etikett sehr gelungen finde! Ein zweiköpfiger Drache, der sich gegen anfliegende Pfeile zu wehren versucht, ziert das Etikett. Akzente werden durch die Flügel des Drachen und der Pfeilenden gesetzt, die golden eingefärbt sind. Dazu alles mit Liebe zum Detail gezeichnet, super!
Kommen wir nun zum Inhalt. Beim Einschenken entsteht leichte Schaumbildung, nicht sonderlich ausgeprägt, dafür aber feinporig und langlebig. Das Bier hat eine klare, gold-gelbe Farbe und verströmt einen sehr ansprechenden Hopfengeruch, der leicht grasig und süßlich ist.
Der Antrunk ist mir persönlich etwas dünn geraten und macht einen wässrigen Eindruck. Glücklicherweise hält sich das Bier damit nicht sonderlich lange auf. Es folgt sehr bald ein ausgewogener Körper mit einer kräftig aromatischen Honignote, die neben der Süße auch eine Portion Würzigkeit mitbringt. Definitiv der Beste Teil des Bieres. Ich spreche hier von einem Teil, da das Bier für mich leider keine Einheit bildet. Der Bruch zum sehr gemäßigten Abgang ist mir dafür zu groß. Es fehlt mir für ein IPA deutlich an Bitteraromen. Zudem fehlt mir das trockene Aroma, welches bei sortengleichen Bieren länger im Geschmack bleibt. Hier ebbt es viel zu schnell ab. In Summe ein grundsolides Bier, welches meiner Meinung nach zu wenig Kohlensäure besitzt und dadurch in Kombination mit den nicht ganz zur Geltung kommenden Aromen im Ganzen zu dünn ist. Das Etikett macht sich aber sehr gut in jeder Bierflaschen-Vitrine.

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Greene King Brewery

Die englische Brauereigruppe wurde ursprünglich von Benjamin Greene 1799 in Bury St Edmunds im County Sufflok gegründet. Mittlerweile ist die Brauerei zu einer Brauereigrupe herangewachsen, welche zudem an der Börse gelistet wird. In den 1950er Jahren wurde die bekannteste Marke der Gruppe eingeführt, das Abbot Ale. Durch die zahlreichen Übernahmen anderer Brauereien, wie beispielsweise die der Belhaven Brewery, ließen das Unternehmen zur größten Brauereigruppe in Britischer Hand heranwachsen. Die erwähnte Belhaven Brewery aus Schottland ist auch die einzige von den übernommenen, die aktuell noch aktiv ist. Diese Übernahmepolitik wurde öffentlich von der CAMRA (Campaign for Real Ale), die sich für den Erhalt der britischen Bierkultur einsetzt, kritisiert.
Zur Brauereigruppe gehören neben zahlreichen Pubs und Hotels auch noch eine Fischrestaurant-Kette. In der 2. Rugby-Liga ist man zudem Hauptsponsor

Biere der Brauerei:
Greene King IPA (Gold, Reserve, East Coast), Old Hen (Speckled, Golden, Crafty, Hoppy), Abbot Ale, Londons Glory
sowie alle der Belhaven-Brauerei und zahlreiche weitere

Mehr unter:

Cannonball


American IPA
330 ml
7,4 % vol.

Heute steht ein Bier der britischen Brauerei Magic Rock Brewing vor mir. Es handelt sich um ein American IPA, welches mit sechs verschiedenen Hopfensorten (Columbus , Magnum, Amarillo, Citra , Simcoe , Centennial) und drei Malzsorten (Golden Promise, Sauermalz, Extra Pale) gebraut wird. Es wurden also ordentlich Zutaten in die kleine Dose gepackt. Schauen wir uns mal an, ob diese auch so wieder rauskommen.
Auf der grün gefärbten Dose sind viele kleine Figuren zu erkennen, die sich aus einer Abhebung von hell und dunkelgrün ergeben. Kein zu aufdringliches Design, welches aber dennoch zu einer genaueren Betrachtung der Dose verleitet. Gefällt mir sehr gut.
Im Glas erstreckt sich eine Flüssigkeit mit einer kräftig orangen Farbe und leichter Trübung. Das Einschenken löst starke Schaumbildung aus. Dieser baut jedoch recht schnell ab und hinterlässt lediglich einen dünnen Teppich auf der Oberfläche. Dafür verantwortlich, dass man dies aber eigentlich gar nicht wahrnimmt, ist der Geruch. Wie eine Kanonenkugel schlägt dieser in der Nase ein und macht sofort klar, dass in der Dose nichts an Aromen verloren ging. Es riecht nach Zitrus- und Tropenfrüchten, gepaart mit leicht malzig, würzigen Komponenten. Wahnsinn!
Der Antrunk holt mich dann zunächst wieder auf den Boden der Realität. Für meinen Geschmack ist dieser noch etwas zu dünn und zu wenig karbonisiert. Doch es war lediglich die Zündung für den starken Körper des Bieres. Relativ schnell macht sich zunächst leichte Süße breit, um dann zu bestätigen was der Geruch bereits angedeutet hat. Frucht pur, diesmal etwas mehr vermischt mit herb-würzigen Aromen. Zudem erinnert mich der Geschmack teilweise an einen kräftigen Honig. Ab hier gefällt mir die leichte Perlung des Bieres auch besser als im Antrunk, da so genügend Platz für die wirklich zahlreich vertretenden Aromen bleibt. Wie es sich für diesen Bierstil gehört, ist der Abgang ordentlich trocken, dabei geschmacklich aber immer noch auf höchstem Niveau. Noch lange nach dem Durchlaufen der Kehle bleibt dieses Bier mit seinem Aromen im Mundraum. Falls ihr diesem Bier mal begegnet, kauft es euch und nehmt euch die Zeit es zu genießen. Denn dafür wurde es gemacht, und es lohnt sich definitiv!

Magic Rock Brewing

Der Braumeister Stuart Ross schloss sich Mitte 2011 mit den Brüdern Richard und Jonny Burhouse zusammen und gründete die heute in Birky, einem Stadtteil von Huddersfield in Großbritannien, ansäßige Magic Rock Brewing. Trotz eines enorm großen Erfolges verkaufte Jonny bereits nach eine halben Jahr seine Anteile an seinen Bruder. Der Erfolg ging nahtlos weiter, sodass die User der unabhängige Website Rate Beer die Brauerei 2012 zur zweitbesten neuen Brauerei in der Welt wählten. So musste die Brauerei auf Grund der stärken Nachfrage bereits nach einem Jahr neue Anlagen kaufen, um die Kapazität zu steigern. Im Jahr 2015 folgte dann der Umzug an den jetzigen Standort in Birky, der auf Grund der kurzen Entfernung zum Stadtzentrum, eine Verbesserung darstellte. Seitdem konnte die Brauerei weiter expandieren und stellt heute mit etwa 30 Mitarbeitern rund 15.000 hl Bier im Jahr her.

Biere der Brauerei:
Inhaler, Hat-Trick, Ringmaster, Salty Kiss, Rapture, High Wire, High Wire Grapefruit, Dark Arts, Cannonball
sowie zahlreiche weitere limitierte und partnerschaftliche Sude

Mehr unter:

Ale

Ein Ale ist ein alter Begriff für ein durch Gärprozesse entstandenes, alkoholisches Getränk. In England ist es ein Synonym für „beer“.
Ein Ale wird mit obergäriger Hefe bei 15-25 °C vergoren und hauptsächlich aus gemälzter Gerste hergestellt. Die Gärung erfolgt bei höherer Temperatur und schneller als bei Lagerbieren. Früher wurden lediglich ungehopfte Biere als Ales bezeichnet. Nach der Einführung von Hopfen in England fingen dann jedoch auch Ale-Brauer an teilweise Hopfen mit zu verarbeiten. Ale- und Beer-Brauer blieben aber bis ins 18 Jahrhundert getrennte Berufe.
Ausgehend vom kolonialen Großbritannien haben sich Ales auch heute in den USA (Amercian- oder Double IPA) und Australien (Sparling Ale) durchgesetzt. In Großbritannien werden mit der Ausnahme von Stout und Porter alle einheimischen obergärigen Biersorten als Ale bezeichnet. In den USA wird nicht weiter differenziert, sodass auch ausländische, obergärige Biersorten den Namen Ale tragen (z.B. Altbier-Style Ale). Im Heimatland des Ales gibt es zudem einen Interessenverband namens CAMRA (Campaign for Real Ale), der Freunde traditioneller britischer Biere und Pubs bündelt und die monatliche Zeitung What’s Brewing, sowie das quartalsmäßig erscheinende Magazin BEER herausbringt.

Bekannte Ale Sorten:
Mild ale (süßes, dunkles Bier mit wenig Alkohol und Hopfen)
Pale Ale (hell mit ausgeprägtem Hopfengeschmack, auch Bitter genannt)
India Pale Ale (IPA) (stärkeres und herberes Ale)
Light/Brown Ale (leichtes bzw. braunes Ale)
Heather Ale (schottisches Ale mit Heidekraut (engl. Heather))