Mücke Single Hop Comet


Pale Ale
0,33 L
5,9 % vol.

Das heutige Bier stammt von der jungen Mücke Craft Beer Brauerei aus dem Südviertel in Essen. Sie wurde im Jahr 2016 von Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer gegründet. Benannt ist die Brauerei nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein aus den 1950er Jahre, das liebevoll Mücke gerufen wurde. Gebraut wird das Bier auf Grund von Kapazitätsschwierigkeiten in Detmold in der Liebharts Brauerei unter Aufsicht der Gründer, die das Rezept selbst kriiert haben. Wie der Name schon erschließen lässt, wird dieses Bier einzig mit dem U.S.-amerikanischen Hopfen Comet gebraut.
Auf dem Etikett ist eine Zeichnung der besagten Mücke zu sehen. Eine recht einfache aber schöne Zeichnung. Der Kopf wird von einem Hopfenkranz umrahmt. Unter dem Schriftzug Mücke sind zudem die gekreuzten Bergmannswerkzeuge zu sehen, Schlägel und Eisen. Gefällt mir außerordentlich gut.
Im Glas steht dann ein Bier, welches durch seine leicht trübe und goldgelbe Farbe mit leichtem Orange-Stich zu überzeugen weiß. Eine dünne, feinporige Schaumkrone schließt dieses Bier ab. Absolut klasse ist der Geruch. Ein intensiv süßer Duft nach Zitrus-Früchten schießt in die Nase. Der Antrunk ist für meinen Geschmack dann etwas zu dünn. Sehr mäßig karbonisiert und mit wenig ausgeprägten Geschmack kann mich das Bier zu beginn nicht überzeugen. Nach und nach wird das Bier aber süßer und kann das schöne Duftspiel bestätigen. Am Ende setzt sich die bittere Komponente durch und lässt das Bier angenehm hopfig ausklingen. In Summe ein schön leichtes Bier für den lauen Sommerabend mit gutem Geschmack nach erfrischenden Früchten.

Gweilo Pale Ale


Pale Ale
330 ml
4,5 % vol.

Beim heutigen Bier handelt es sich um ein Pale Ale der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Diese hat sich auf die Fahne geschrieben, die lokale Bier Welt zu bereichern und eine qualitativ hochwertige Alternative anzubieten. Nach den jüngsten Erlebnissen bezüglich asiatischer Biere von Großbrauereien scheint dies ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu sein. Also voller Elan ran an dieses Bier.
Beim Etikett hat sich die Brauerei etwas ausgedacht, dass ich so noch nicht gesehen habe. Im Endeffekt ist das Etikett nicht mehr als ein Auszug aus einem Wörterbuch, der den Begriff Gweilo beschreibt. Schlicht in schwarz-weiß gehalten macht es in meinen Augen einen ganz guten Eindruck.
In einer goldenen Farbe mit leichtem Orangestich steht dieses leicht trübe Bier im Glas. Auf diesem krönt ein voluminöser und sehr beständiger Schaumdeckel. Da kann man auch noch so behutsam einschenken, der Schaum drängt sich einem quasi auf. Und bereist beim Einschenken verströmt dieses Bier einen stark fruchtigen Duft, der selbst die durch Heuschnupfen geplagte Nase durchdringt.
Der Antrunk ist entgegen des Geruchs etwas dünn geraten und leicht wässrig. Doch dieser Eindruck wird relativ schnell durch ein Geschmackserlebnis abgelöst, welches sich deutlich von allen „großen“ asiatischen Bieren abhebt. Ein voller Körper, der die Fruchtigkeit der eingesetzten Hopfensorten gut herausstellt. Leider ist das Bier etwas zu stark karbonisiert, sodass dies den Geschmack etwas unterdrückt. Für einen asiatischen Vertreter ist der Abgang recht herb und stellt heraus, dass bei der Produktion nicht am Hopfen gespart wurde. Definitiv konkurrenzfähig mit hopfenbetonten Bieren aus unseren Gefilden.
Ein gutes Bier aus der Sonderverwaltungszone Chinas, das Hoffnung macht, das sich die Qualität asiatischer Biere in der Zukunft auch zum positiven entwickeln wird. Großen Dank an meinen guten Freund aus Fernost !

420 Extra Pale Ale

20161028_203301 20161028_203339 20161028_203411
Pale Ale
12 fl. oz. (ca. 350 ml)
5,7 % vol.

Drink ´em if you got ´em!
Heute steht das bekannteste Bier der SweetWater Brewery Company vor mir. Es handelt sich um ein Pale Ale, welches mit den amerikanischen Hopfensorten Centennial und Cascade, sowie drei Sorten Malz eingebraut wird. Das Bier wurde zum ersten Mal am 20. April 1997 gebraut und nach diesem Datum benannt.
Auf der grün gehaltenen Dose macht sich die Brauerei und ihr „Karpfen Maskottchen“ recht breit. Im Hintergrund sieht man zwei Fischer in einem kleinen Boot, die versuchen den Karpfen zu fangen. Im unteren Teil ist auf einem amerikanischen Autobahnschild der Biernahme festgehalten. Ganz nettes Dosendesign. Man weiß auf jeden Fall sofort worum es sich hier handelt.
Beim öffnen der Dose muss man recht vorsichtig sein, da diese fast randvoll ist. Nach dem Einschenken steht ein naturtrübes Bier mit einer goldenen Farbe im Glas. Darüber thront eine schneeweiße, grobporige Schaumkrone. Der Geruch wird von einem starken, leicht süßlichen Hopfenaroma geprägt.
Im Antrunk findet sich dieses ein zu eins wieder. Das Bier ist hopfig trocken und zugleich leicht fruchtig. Dies wirkt sehr ausgewogen. Dieser Eindruck zieht sich durch das Ganze Bier. Der Körper scheint vielleicht einen Hauch zu dünn zu sein, was allerdings der Süffigkeit gut zu Gesicht steht. Im Abgang mischt sich dann eine leicht würzige Komponente hinzu, die allerdings durch den Hopfen und eine an Karamell erinnernde Süße gut eingebettet wird.
Insgesamt ein herrlich unaufgeregtes Bier bei dem man merkt, dass es sich um ein Craft Beer aus einer Zeit handelt noch lange bevor der Deutsche Markt mit diesem Begriff etwas anfangen konnte. So macht Bier aus großen Brauereien auch wieder Spaß!

Jam Session

20160908_180223 20160908_180314 20160908_180323
Pale Ale
12 fl. oz. (ca. 350 ml)
5,1 % vol.

Heute steht ein Bier einer Brauerei vor mir, dich mich bei meiner ersten Begegnung vollkommen überzeugt hat, die NoDa Brewing Company. Ich denke gerne an das Hop, Drop ’n Roll (IPA) zurück. Diesmal steht nun also der kleine Bruder vor, ein Pale Ale.
Das Dosendesign gefällt mir wieder ähnlich gut. Auf einer hellgelben Büchse befindet sich ein Frauenkopf der uns Sommergefühle entgegen strahlt. Mit lässiger Sonnenbrille und großen Kopfhörern wird klar, dass das Covergirl den Moment genießt. Ähnliches erwarte ich nun auch bei meiner Momentaufnahme.
Das Glas füllt sich mit einer klaren, hellgelben Flüssigkeit. Im Gegenlicht schimmern deutlich Orangetöne durch. Nicht besonders spektakulär aber dennoch sehenswert. Darauf bildet sich eine feine Schaumkrone die nach und nach zusammenbricht und einen dünnen Schaumfilm auf dem Bier übrig lässt.
Der Einstieg in das Bier ist sehr locker. Ein milder und feinperliger Antrunk fordern von den Geschmacksknospen noch keine Schwerstarbeit. Der Körper überrascht mich dann ein wenig. Deutlich kräftiger als erwartet setzt das Malz deutlich Zeichen. Hinzu mischt sich eine leicht nussige Note und erste Anflüge von Hopfenbitterkeit. Der Abgang ist dann deutlich von Hopfen geprägt. Auf der Brauereiseite wird das Bier mit lockeren 31 Bittereinheiten gelistet. Meiner Meinung nach ist dies untertrieben. Der Hopfen (Centennial, Simcoe und Citra) weißt zwar durchaus fruchtige Nebenaromen auf, doch dominiert hier deutlich ein trockenes Aroma, dass dem Bier im Zusammenhang mit den doch recht kräftigen Körper etwas an Süffigkeit nimmt.
Insgesamt aber ohne Zweifel ein gutes Bier, dass man sehr passend als Feierabendbier auf dem sonnigen Balkon oder anderen schönen Plätzen im Freien genießen kann. Es lässt jeden stressigen Tag locker ausklingen.

Dead Arm

20160906_183935 20160906_183957 20160906_184010
American Pale Ale
12 fl. oz. (ca. 350 ml)
6,0 % vol.

Das Dead Arm stammt aus Charleston im US-Bundesstaat South Carolina. Es wird von der Coast Brewing Company gebraut, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2007 in Familienbesitz befindet. Als Brauereistandort dient eine alte Navy Basis. Neben Bier hat die Brauerei auch noch ein ausgedehntes Merchandise-Angebot im eigenen Shop (T-Shirts, Pullover, Kappen, etc.). Dies liegt vielleicht auch an dem durchaus gelungenen Etikettendesign. Das kann man sich schon mal auf ein Shirt drucken. Auf der blauen Dose befindet sich auf den ersten Blick ein geschwungener Totenkopf. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass es sich dabei um eine große Welle handelt auf der ein Surfer reitet. Je nach Typ Mensch sieht man das Eine oder das Andere zuerst. Ich mag solche „Doppelbilder“ und bin dementsprechend vom Etikett angetan.

Auch das Aussehen vom Gerstensaft gefällt mir. Im Glas steht ein leicht trübes Bier mit strohgelber Farbe. Darauf befindet sich eine üppige und grobporige Schaumkrone, die gut zwei fingerbreit Bestand hat. Die Konzentration auf die Optik des Bieres wird allerdings schnell gestört, denn dieses Bier riecht sehr intensiv. Und dazu auch noch richtig gut. Mandarine und Citrusfrucht verwandeln dieses Bier in ein olfaktorisches Highlight.
Beim Antrunk bekommt die Nase nochmals die volle Intensität zu spüren. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Fruchtigkeit im Geschmack nicht ganz so stark rüberkommt. Dennoch sehr spritzig. Im Mittelteil ebbt das Bier dann jedoch deutlich ab. Kurz bevor es beginnt wässrig zu schmecken, setzt die Hopfenbittere ihr Ausrufezeichen. Mit Cascade, Chinook und Columbus wurden ausschließlich US-amerikanische Hopfen verwendet.. Ein herrlich trocken, fruchtiger Abgang mit milder Würzigkeit schließt dieses Bier ab. Somit insgesamt ein starkes Bier mit leichter Schwäche im Mittelteil, über die man aber sehr leicht hinweg sehen kann.

Beck’s – Taste the world

Als Ende des ersten Quartals diesen Jahres die in Deutschland produzierende Brauerei Becks unter dem Slogan „Taste the world“ drei neue Biere auf den Markt brachte, war der Aufschrei in der Craftbeer Szene groß. Vom Untergang der kleinen Craftbier Brauer bis hin zur Euphorie das große Konzerne langsam auch auf den Trichter kommen, dass Bier mehr kann als einheitlich schmecken darf, war alles dabei. Fakt ist, dass es Becks damit geschafft hat, dass ganz Bier-Deutschland über sie gesprochen und diskutiert hat und im Endeffekt doch jeder irgendwie wissen wollte wie diese Biere schmecken. Mit einigem Abstand habe ich mich diesen drei Bieren nun auch gewidmet und mir eine eigene Meinung gebildet.
20151125_212116
Vom Design her gefällt mir der Auftritt der drei Neuen schon mal sehr gut. In mattschwarz und mit für jedem Bier unterschiedlich gefärbten Akzenten machen sowohl die Flaschen als auch der Dreier-Träger ein deutlich besseres Bild als der grün-silberne Klassiker. Auch das Kronkorken Design gefällt mir sehr gut.

1873 Pils 0,33 L 6,0 % vol.

1873 Pils
0,33 L
6,0 % vol.

Inspired by Germany ist das traditionell frische Pils, das in seinem Namen Bezug auf das Gründungsjahr der Brauerei Beck nimmt. Im Glas befindet sich ein Pils mit klassisch goldener Farbe. Darauf befindet sich eine kleine Schaumkrone, die leider komplett in sich zusammenfällt. Irgendwelche Besonderheiten sind beim Geruch nicht zu vernehmen. Im Antrunk fällt die starke Perlung auf, die etwas stört. Der Mitteil hat einen leicht süßlichen Charakter, der sich hinüber zum Abgang in einen metallischen Geschmack verwandelt. Insgesamt deutlich milder als der Silberfolien-Klassiker. Ich würde es irgendwo zwischen Beck’s Gold und dem Standard-Pils einordnen.

Amber Lager 0,33 L 5,7 % vol.

Amber Lager
0,33 L
5,7 % vol.

Inspired by Australia ist das aromatisch vollmundige Amber Lager, das mit Saphir Hopfen aus Deutschland gebraut wird. Die Kosten für Australischen Hopfen wurden anscheinend nicht freigeben und so wirkt die Anpreisung eines Australisch geprägten Bieres leider etwas schwach. Der Name passt da schon besser, denn die Farbe des Bieres ist ein schöner Bernstein. Die recht grobporige Schaumkrone ist wie beim 1873 Pils sehr kurzlebig. Auch im Geruch leider kaum etwas wahrzunehmen, wenn überhaupt dann ein befremdlich blechernes Aroma. Der Antrunk gefällt mir dann persönlich allerdings gut. Leicht süßliche Honignote. Nur leider ist der Körper viel zu tun und der Geschmack verpufft fast komplett. Im Abgang holt einen dann der Blechgeschmack wieder ein, begleitet mit leichten Malznoten. Absolut nicht mein Fall!

Pale Ale 0,33 L 6,3 % vol.

Pale Ale
0,33 L
6,3 % vol.

Inspired by England ist das charaktervoll hopfige Pale Ale, das mit Cascade Hopfen aus den USA gebraut wird. Zumindest hier scheint bei den Zutaten etwas mehr darauf geachtet worden zu sein, dass ein gewisser Bezug zur Bezeichnung besteht. Zwar ist England nicht die USA, aber die Amerikaner geschichtlich zumindest doch alle Engländer. Das Bier ist klar und kupferfarbend mit leichter Perlung im Glas. Die Schaumkrone ist ausreichend aber leider auch hier sehr kurzlebig. Aber zumindest ist dies das erste Bier das nach etwas riecht. Leicht süßlich mit Anflügen von hellem Honig stellt das Pale Ale seine beiden Geschwister in den Schatten. Ob das vielleicht mit der etwas besser durchdachten Hopfenauswahl zusammenhängt? Der Antrunk schließt sich dem Geruch auf jeden Fall an. Der Körper ist dann jedoch leider etwas dünn aber man vernimmt eine feine Hopofennote. Der Abgang ist deutlich bitterer mit süßen Akzenten aber ein wenig muffig. Was jedoch stört ist der hohe CO2 Gehalt im Bier. Ansonsten durch aus trinkbar.

Insgesamt überraschen mich die Biere weder negativ noch positiv. Ich habe die neuen Vertreter der Brauerei nicht großartig anders erwartet. Das Amber Lager gefällt mir persönlich am wenigsten, die anderen beiden sind ganz in Ordnung. Alle drei Biere schmecken natürlich anders als das Standard-Pils. Aber es fehlt einiges an Komplexität, um an vergleichbare Vertreter heranzukommen. Grundsätzlich sehe ich die Entwicklung aber nicht sonderlich negativ. Es scheinen auch die großen Konzerne verstanden zu haben, dass es beim Bier nicht mehr nur um die großen Absatzzahlen geht, sondern man sich auch durchaus Gedanken darüber machen sollte, womit man sein Bier braut. Immerhin ist Brauen ein Handwerk. Natürlich ist bei diesen drei Beispielen noch einiges an Luft nach oben. Aber es ist ein Anfang. Und für die Marke Beck’s war es sicherlich auch kein schlechter Schachzug. Der Aufruhr in der Szene hat auf jeden Fall die Marke in aller Munde gebracht. Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Werbekampagnen in den unterschiedlichsten Medien.

Triple Seven IPA

20151118_213904 20151118_213923 20151118_213938
IPA
0,75 L
8,0 % vol.

Heute steht eine Flasche Bier vor mir, die den großen Durst stillen will beziehungsweise langwierigen Genuss ermöglichen. Das Triple 7 IPA vom Brauprojekt 777 wird ausschließlich in der großen 0,75 Liter Bügelflasche vertrieben. Es wird mit drei Malzen (Pale Ale, Pilsner, Helles Karamel) und vier Hopfen (Cascade, Saphir, Citra, Styrian Golding) eingebraut. Mit 74 Bittereinheiten sollte es zudem mein Verlangen nach Hopfenbitterstoffen stillen. Im Jahr 2014 gewann die Brauerei mit diesem Bier die Silbermedaille in der Kategorie Imperial Pale Ale beim Craft Beer Award.
Das Bierflaschenetikett ist bei diesem Vertreter mit einer Kordel um den Flaschenhals gebunden. Auf diesem stehen alle wichtigen Informationen über das Bier. Mal etwas anderes als üblich und diese Art des Etikett verleiht dem Bier einen qualitativ hochwertigen Charakter.
Mit einem extrem lauten Ploppen springt die Bügelflasche auf. Nachdem man sich von dem leichten Schock erholt hat, kann man beginnen den Inhalt dieser schweren Flasche in das Glas zu schenken. Dieses füllt sich mit einer leicht trüben, orangefarbenden Flüssigkeit, die einen etwas dickflüssigen Eindruck macht. Im Glas steht das Bier dann wie eine eins. Gekrönt von einer sehr feinporigen und üppigen Schaumkrone, die sich nur sehr langsam auflöst aber nie komplett verschwindet, gibt diese IPA ein Bild ab, das Lust auf den ersten Schluck macht. Im Geruch ist es sehr malzig und stark hopfenbetont. Vorallem zu erwähnen sind hier die Zitrusnoten, die nicht verleugnen, dass hier mit Cascade und Citra gebraut wurde.
Im Antrunk ist dieses Imperial Pale Ale zunächst widererwartend so gar nicht bitter. Eher blumig und erfrischend kommt es daher und lässt einen etwas stutzig werden. Dieses Aroma geht über in eine leichte Würzigkeit, die dann erste Bitterstoffe mit sich bringt. Der Abgang wird dann von einer Bitterkeit bestimmt, die Malzaromen mit sich trägt. Diese bilden ein insgesamt sehr trockenes Restaroma mit leicht süßen Spitzen, die eine Art Geschmacksbelag im Mundraum hinterlassen.
Definitiv ein gutes und hopfenbetontes IPA bei dem man quasi in jedem Schluck merkt, dass es unter Berücksichtigung von handwerklichen Gesichtspunkten und mit viel Feingefühl für die Zutaten gebraut wurde. Insgesamt fehlt mir aber vielleicht noch so etwas die Vielschichtigkeit im Geschmack, die diesem Bier das Gewisse etwas verleihen könnten. Aber das ist jammern auf hohem Niveau, denn das Bier lässt einige seiner Brüder im Schatten stehen. Gerne wieder !

Aotearoa Pale Ale

20150714_212317 20150714_212354 20150714_212428
APA/NZPA
330 ml
5,8 % vol.

Vor mir steht heute ein Bier, welches mich erstmal auf die falsche Fährte gelockt hat. In großen Lettern prangt APA auf der Flasche. Der interessierte Biertrinker denkt: Klar, ein American Pale Ale. Ha! Falsch gedacht. Dieser Vertreter stammt aus Neuseeland und das A in der Abkürzung steht für Aotearoa. Dies ist die gängigste Māori Bezeichnung für Neuseeland. Übersetzt heißt es so viel wie „Land der langen weißen Wolke“. Es ist also eher ein NZPA als ein APA.
Das Bier kommt in der Tuatara Brewing üblichen Flasche daher. Das Design ist angelehnt an die Brückenechse (Tuatara). Oberhalb der Flaschenschulter ist die Flasche „geschuppt“. In der Mitte erstreckt sich dann vertikal ein für Echsen typischer „Rückenkamm“. Starke Idee, die die Flaschen unverkennbar macht. Und auch der Kronkorken fügt sich in das Gesamtbild ein. Ein Reptilienauge mit spaltenförmiger Pupille beobachtet uns von dort.
Mit 46 Bittereinheiten bewegt sich der Pale Ale Vertreter aus Ozeanien noch im gemäßigten Bereich. Das Bier wird mit vier neuseeländischen Hopfen- (Pacific Jade, Nelson Sauvin, Cascade und Motueka), sowie vier neuseeländischen Malzsorten (Lager, Ale, Light Crystal, Medium Crystal) eingebraut. Das klingt doch schon mal nett.
Im Glas macht der neuseeländische Vertreter dann ebenfalls ein ganz nettes Bild. Eine kräftig goldfarbene Flüssigkeit mit Kupferstich fühlt das Bierglas. Es bildet sich eine schmale Schaumkrone, die recht schnell in sich zusammenfällt und kleine Schauminseln auf der Oberfläche übrig lässt. Absoluter Hammer ist der Duft den dieses Bier versprüht. Es riecht nach tropischen Früchten, wie Ananas, und erfrischender Süße, wie bei selbstgemachter Marmelade oder Trauben. Und das alles mit einer wahnsinnigen Intensität. Ich bin begeistert!
Mit einem erstaunlich kräftig würzigen Antrunk startet dieses Bier. Mäßige Perlung kitzelt den Gaumen. Dann setzt das Aroma ein, dass bereits die Nase schmeichelte. Zu den bereits beschriebenen fruchtig-süßen Aromen gesellt sich nun noch süßes Karamellmalz. Dies findet aber sehr guten Einklang. Der Abgang wird durch ein frisches und zugleich trockenes Hopfenaroma bestimmt. Für mich persönlich sind die 46 Bittereinheiten etwas zu schüchtern. Es hätte gerne noch etwas kräftiger sein dürfen. Dennoch passt sich der Hopfen sehr gut in das Gesamtbild ein. Doch viel stärker als auf der Zunge, bleibt dieses Bier in der Nase hängen. Einfach klasse wie es duftet. Und hier ist dann leider die Diskrepanz zum leichten, aber guten Geschmack. Die Basis ist da, um diesem Bier noch stärker zu machen. Den Duft werde ich so schnell aber nicht vergessen.

Martin’s IPA

20141217_205158 20141217_205254 20141217_205953
IPA
33 cl
6,9 % vol.

Dieses India Pale Ale stammt aus der belgischen Brauerei John Martin. Kurz vor dem Abschluss der Fermentation werden frische Hopfendolden in den Sud gegeben und verleihen dem Bier so seinen einzigartigen blumig-pfeffrigen Geruch, behauptet zumindest die Brauerei. Das werde ich dann gleich mal überprüfen. Aber zunächst zum Etikett. Recht schlicht gehalten kommt es in einer schwarz-orangen Aufmachung daher. In orange sind hierbei die wichtigsten Fakten geschrieben, sodass man auf den ersten Blick erkennt, um welche Sorte Bier es sich handelt und danach erst wer es denn gebraut hat. Mir gefällt es.
Beim Öffnen der Flasche begegnet mir eine neue Dimension der Flaschengärung. Mit einem ordentlichen Zischen löst sich der Kronkorken mit der Flasche. Kurz danach arbeitet sich aufquellender Schaum nach oben, der schon bald seinen Weg aus der Flasche findet. Also schnell ins Glas damit. Aber mit Bedacht, denn dieses Bier perlt ordentlich. Die Schaumkrone, die sich auf dem bernsteinfarbenden IPA bildet, ist von sehr cremiger und beständiger Konsistenz und verleiht dem Bier noch lange eine wunderbare Optik. Besser geht es nicht. Vom angepriesenen blumig-pfeffrigen Geruch sticht definitiv das Blumige heraus. Ein fruchtiger Geruch mit einem Stich Honig mischt sich mit einer leicht malzigen Note. Auch dies weiß zu gefallen.
Der hohe Gehalt an Kohlensäure beweist im Antrunk seine sanfte Seite und schmiegt sich sehr gut an das leicht süß startende Bier. Insgesamt kommt es im Mund sehr „weich“ daher. Was bei einem guten IPA natürlich nicht fehlen darf, ist der ordentliche Schuss Bitterkeit. Diese zieht sich von Anfang an durch das Bier und entfaltet sich bis zum Ende. Dabei wirkt es aber zu keinem Zeitpunkt zu aggressiv und entwickelt tatsächlich einen eigenen Geschmack.
Auf der Flasche steht geschrieben „Belgium’s „Finest IPA““. Dies mag ich nicht zu beurteilen, aber es reiht sich sehr weit oben ein.