Trial by Combat


DIPA
16 fl. oz. (ca. 455 ml)
8,0 % vol

Das heutige Bier wurde von der Brewmaster Jack Brauerei aus Northampton, Massachusetts gebraut. Die Brauerei wurde im Jahr 2011 gegründet und unterstützt die Philosophie des Gebrauchs von lokalen Zutaten.
Das vor mir stehende DIPA hört auf den kämpferischen Namen Trial by Combat und wurde mit Saft der Passionsfrucht, reichlich Malz und den Hopfensorten Citra, Motueka und Amarillo gebraut. Diese sorgen für 90 IBUs. Es handelt sich um ein saisonales Bier,welches nur im Januar und Juli verfügbar ist.
Die silberne Dose ist von einem weißen Papier ummantelt auf dem sich eine sehr schöne schwarz-weiß Zeichnung befindet. Eine Horde von Kavalleristen stürmt mit voller Inbrunst auf einen kleinen Jungen mit gezücktem Schwert zu, der diese versucht aufzuhalten. Die Szenerie wird durch den verschnörkelten Schriftzug Trial by Combat unterstrichen.
Im Glas steht ein Bier mit einer wunderbar gelb-orangen Farbe, gekrönt von einer sehr feinporigen und tief weißen Schaumkrone. Übertroffen wird das Ganze nur noch von dem fruchtigen Duftspiel, welches das Bier umgibt. Eine Mischung aus tropischen Früchten wie Mango und der oben erwähnten Passionsfrucht paart sich mit einer trockenen Hopfennote. Unglaublich intensiv.
Im Antrunk paart sich zum sehr süß-fruchtigen Geschmack eine schöne Portion Malz. Im Körper machen sich dann die oben erwähnten Hopfensorten breit. Die Süße wird dadurch etwas herber und geht vom Fruchtigen mehr in die Richtung von dunklem Honig. Dieser Eindruck verstärkt sich immer mehr und findet seinen Höhepunkt im Abgang. Dabei wirkt das Bier aber nie zu trocken, sondern behält durch die permanente, am Ende nur noch dezente Süße, immer eine gewisse Leichtigkeit.
Von meiner Seite gibt es für dieses Bier eine absolute Weiterempfehlung. Ein in jedem Teil des Geschmacks absolut komplexes Aromenspiel, begleitet von schöner Optik und auch das Riechorgan kommt nicht zu kurz. Ein Stück Sommergefühl in dieser kalten Jahreszeit. Der Dank geht an Lars!

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Aotearoa Pale Ale

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APA/NZPA
330 ml
5,8 % vol.

Vor mir steht heute ein Bier, welches mich erstmal auf die falsche Fährte gelockt hat. In großen Lettern prangt APA auf der Flasche. Der interessierte Biertrinker denkt: Klar, ein American Pale Ale. Ha! Falsch gedacht. Dieser Vertreter stammt aus Neuseeland und das A in der Abkürzung steht für Aotearoa. Dies ist die gängigste Māori Bezeichnung für Neuseeland. Übersetzt heißt es so viel wie „Land der langen weißen Wolke“. Es ist also eher ein NZPA als ein APA.
Das Bier kommt in der Tuatara Brewing üblichen Flasche daher. Das Design ist angelehnt an die Brückenechse (Tuatara). Oberhalb der Flaschenschulter ist die Flasche „geschuppt“. In der Mitte erstreckt sich dann vertikal ein für Echsen typischer „Rückenkamm“. Starke Idee, die die Flaschen unverkennbar macht. Und auch der Kronkorken fügt sich in das Gesamtbild ein. Ein Reptilienauge mit spaltenförmiger Pupille beobachtet uns von dort.
Mit 46 Bittereinheiten bewegt sich der Pale Ale Vertreter aus Ozeanien noch im gemäßigten Bereich. Das Bier wird mit vier neuseeländischen Hopfen- (Pacific Jade, Nelson Sauvin, Cascade und Motueka), sowie vier neuseeländischen Malzsorten (Lager, Ale, Light Crystal, Medium Crystal) eingebraut. Das klingt doch schon mal nett.
Im Glas macht der neuseeländische Vertreter dann ebenfalls ein ganz nettes Bild. Eine kräftig goldfarbene Flüssigkeit mit Kupferstich fühlt das Bierglas. Es bildet sich eine schmale Schaumkrone, die recht schnell in sich zusammenfällt und kleine Schauminseln auf der Oberfläche übrig lässt. Absoluter Hammer ist der Duft den dieses Bier versprüht. Es riecht nach tropischen Früchten, wie Ananas, und erfrischender Süße, wie bei selbstgemachter Marmelade oder Trauben. Und das alles mit einer wahnsinnigen Intensität. Ich bin begeistert!
Mit einem erstaunlich kräftig würzigen Antrunk startet dieses Bier. Mäßige Perlung kitzelt den Gaumen. Dann setzt das Aroma ein, dass bereits die Nase schmeichelte. Zu den bereits beschriebenen fruchtig-süßen Aromen gesellt sich nun noch süßes Karamellmalz. Dies findet aber sehr guten Einklang. Der Abgang wird durch ein frisches und zugleich trockenes Hopfenaroma bestimmt. Für mich persönlich sind die 46 Bittereinheiten etwas zu schüchtern. Es hätte gerne noch etwas kräftiger sein dürfen. Dennoch passt sich der Hopfen sehr gut in das Gesamtbild ein. Doch viel stärker als auf der Zunge, bleibt dieses Bier in der Nase hängen. Einfach klasse wie es duftet. Und hier ist dann leider die Diskrepanz zum leichten, aber guten Geschmack. Die Basis ist da, um diesem Bier noch stärker zu machen. Den Duft werde ich so schnell aber nicht vergessen.