Gweilo IPA


IPA
330 ml
4,8 % vol.

Vor mir steht heute das zweite Bier der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Es ist der „große Bruder“ des bereits von mir getrunkenen Pale Ale, das IPA. Da sind die Hoffnungen natürlich groß, dass dieses Bier ebenfalls zu überzeugen weiß. Es wird mit europäischen Malz und aus einer geheimen Hopfenzusammensetzung aus dem Südpazik und Amerika gebraut.
Das Etikettendesgin unterscheidet sich bis auf den Schriftzug IPA nicht von dem des Pale Ale. Auch hier ist eine englische Wörterbuchdefinition des Begriffs Gweilo zu lesen.
Das IPA hat eine geringere Schaumbildung als der kleine Bruder, was ehrlich gesagt nicht sonderlich schwierig ist bei der Schaumexplosion, die das Pale Ale hervorruft. Das Bier ist trüb und kupferfarbend. Insgesamt sehr ansprechend.
Der Schaum ist zudem deutlich gröber aber ausreichend vorhanden und beständig, wenn auch nur einen halben Finger breit. Der Geruch ist nicht ganz so fruchtig, sondern eher brotig mit süßen Tendenzen.
Leider ist auch dieses Bier zu stark karbonisiert, was den Antrunk etwas erschlägt und kaum Raum für irgendein Aroma lässt. Wenn das prickeln im Gaumen dann irgendwann mal nachlässt, entwickelt sich ein recht erfrischender und süffiger Körper. Dieser geht nach dem sehr unruhigen Antrunk leicht durch die Kehle. Der Abgang weiß dann mit einem gut gehopften Aroma zu überzeugen. Das trockene Ende beschäftigt die Geschmacksknospen auch danach noch etwas. Dennoch ist dieses IPA sehr gemäßigt was das Aromen- und Hopfenspiel angeht. Es ist definitiv kein schlechtes Bier, trifft für meinen Geschmack aber den Bierstil nicht ausreichend.

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Gweilo Pale Ale


Pale Ale
330 ml
4,5 % vol.

Beim heutigen Bier handelt es sich um ein Pale Ale der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Diese hat sich auf die Fahne geschrieben, die lokale Bier Welt zu bereichern und eine qualitativ hochwertige Alternative anzubieten. Nach den jüngsten Erlebnissen bezüglich asiatischer Biere von Großbrauereien scheint dies ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu sein. Also voller Elan ran an dieses Bier.
Beim Etikett hat sich die Brauerei etwas ausgedacht, dass ich so noch nicht gesehen habe. Im Endeffekt ist das Etikett nicht mehr als ein Auszug aus einem Wörterbuch, der den Begriff Gweilo beschreibt. Schlicht in schwarz-weiß gehalten macht es in meinen Augen einen ganz guten Eindruck.
In einer goldenen Farbe mit leichtem Orangestich steht dieses leicht trübe Bier im Glas. Auf diesem krönt ein voluminöser und sehr beständiger Schaumdeckel. Da kann man auch noch so behutsam einschenken, der Schaum drängt sich einem quasi auf. Und bereist beim Einschenken verströmt dieses Bier einen stark fruchtigen Duft, der selbst die durch Heuschnupfen geplagte Nase durchdringt.
Der Antrunk ist entgegen des Geruchs etwas dünn geraten und leicht wässrig. Doch dieser Eindruck wird relativ schnell durch ein Geschmackserlebnis abgelöst, welches sich deutlich von allen „großen“ asiatischen Bieren abhebt. Ein voller Körper, der die Fruchtigkeit der eingesetzten Hopfensorten gut herausstellt. Leider ist das Bier etwas zu stark karbonisiert, sodass dies den Geschmack etwas unterdrückt. Für einen asiatischen Vertreter ist der Abgang recht herb und stellt heraus, dass bei der Produktion nicht am Hopfen gespart wurde. Definitiv konkurrenzfähig mit hopfenbetonten Bieren aus unseren Gefilden.
Ein gutes Bier aus der Sonderverwaltungszone Chinas, das Hoffnung macht, das sich die Qualität asiatischer Biere in der Zukunft auch zum positiven entwickeln wird. Großen Dank an meinen guten Freund aus Fernost !

Gweilo Beer

Bei dieser Brauerei handelt es sich um eine noch recht junge Brauerei aus Hongkong. Sie wurd im Juli 2014 von den zwei britischen Freunden Emily und Joe, die in Hongkong leben, gegründet. Emily hatte mit ihrem Mann in England immer Bier gebraut und war nicht zufrieden mit der örtlichen Auswahl in Hongkong. Sie lernte Joe kennen, der eine Vorliebe für neue Biere hat, und beschloss mit im eine eigene Brauerei zu Gründen. Elf Monate später konnte man das erste eigene Bier vorweisen. Hierzu hatte man vorab ca. 150 unterschiedliche Biere und deren Hopfen und Malze studiert. Mit diesem Wissen wurde dann die eigene Vorstellung des perfekten Biers umgesetzt. Seit September 2015 exportiert die Brauerei ihr Bier auch nach Macau und ins grenznahe China. Der Ausbau in weitere Gebiete ist geplant.
Zum Namen: Gweilo ist im ursprünglichen Sinn eine kantonesische Bezeichnung für Kaukasier. Wörtlich übersetzt heißt es so viel wie Geistermensch, wobei mit dem geisterhaften hier eher die Farbe Weiß gemeint ist. Dieser Begriff entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts als die Europäer Teile von Chinas kolonalisierten. Der Begriff ist durchaus negativ belegt und je nach sprachlicher Variation sogar mit einem rassistischen Unterton versehen. Die Brauerei hat diesen Namen bewusst gewählt und möchte das negative Image des historisch gewachsenen Begriffs ins positive umwandeln. Man soll in Hongkong mit dem Begriff nicht mehr abfällige Gedanken zu westlichen Menschen verbinden, sondern gutes Bier.

Biere der Brauerei:
Pale Ale, IPA, Wit

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