Blue Girl

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Lager
330 ml
5,0 % alc.

Blue Girl ist ein Lager von Jebsen & Co. mit Hauptsitz in Hongkong. Soweit ich es herausfinden konnte, lässt Jebsen & Co. das Bier in der Oriental Brewery in Seoul, Südkorea, brauen. Jebsen & Co. ist ein Marketing- und Vertriebsunternehmen für Luxusprodukte, Getränke, Elektronik- und Konsumgüter und industrieller Ausrüstung. Das Unternehmen befindet sich in Händen von dänischen Besitzern, deren Vorfahren Deutsche waren und Blue Girl im Jahre 1906 übernommen haben. Zuvor soll es laut Herstellerangaben bereits seit dem 18. Jahrhundert in Bremen gebraut worden sein. Es wurde nach China, genauer gesagt Qingdao, importiert, um die dort stationierten deutschen Truppen zu versorgen. Nachdem Jebsen & Co. 1906 das Bier übernommen haben, wurde es nach und nach in weitere Länder eingeführt und ist heutzutage besonders stark in Macau, Taiwan, China und Hongkong vertreten.
Um die Asiaten von dem Bier mit deutscher Tradition zu begeistern, wurden eine Reihe von TV-Werbespots mit attraktiven deutschen Mädchen produziert. Es folgte der eigene Themensong „Waiting for a Girl Like You“ in den 90er Jahren und der gleichzeitigen Einführung von kleinen Flaschen (330 ml). Durch diese Strategie gelang dann auch der endgültige Durchbruch. Heute ist Blue Girl Sponsor von zahlreichen Großereignissen in Hongkong und über die Grenzen hinaus sehr bekannt.
Ein Besuch der Homepage von Blue Girl zeigt sofort sehr eindeutig die Marketingstrategie. Westlich aussehende Menschen in naturbelassener Umgebung sollen die deutsche Tradition dieses Gerstensaftes vermitteln. Ich bin aber etwas skeptisch was diese Tradition angeht. Im Internet ließen sich bei der Recherche nur schwierig Informationen zu diesem Bier finden. Vor allem der Brauort ist mir ein kleines Rätsel. Wer es besser weiß, darf mir gerne eine Rückmeldung dazu geben. Für mich wirkt dieses westliche Gehabe doch eher als Marketinglüge, die jedoch aufgegangen ist. Aber jetzt genug geschwafelt. Vielleicht schmeckt Blue Girl ja auch einfach richtig gut.

Blue Girl wird in China mit 4,5 % alc. Vol. verkauft, in den restlichen Ländern mit 5%. Ich habe eine Originalflasche aus Hongkong mit 5% getrunken.

Die durchsichtige Flasche zeigt einen recht hellen Gerstensaft. Auf dem Etikett tauchen die deutschen Begriffe Pilsener und Schutzmarke auf. Der Begriff „Excelsior“ (lat. „der sehr erhabene/ausgezeichnete“) leuchtet hell in der Fackel der Siegesgöttin Viktoria/Nike, die erstaunlich fröhlich drein blickt . Diese surft auf irgendwelchen Flügeln über die Wolken. Das verspricht mir ein episches Bier. Die Spannung steigt.
Beim Einschenken perlt das Bier recht schön und es bildet sich auch eine gute Schaumkrone. Nur etwas muffig riecht das Ganze. Mal sehen was die Zutatenliste sagt, vielleicht ist ja etwas komisches dabei… ok, die fehlt einfach mal ganz. Kann man machen. Vom Geschmack her fällt direkt auf, dass das Bier nicht so leicht ist wie so manch anderes asiatisches Bier. Die Alkoholprozente unterstützen dieses Gefühl. Anfangs kommt ein kurzes Gefühl von „Oh, überraschend lecker“ auf, doch wird danach mit einer Blutgrätsche in die Geschmacksnerven zerstört. Ein schwierig zu beschreibender Geschmack legt sich in den gesamten Mundraum. Nicht richtig eklig, aber irgendwie auch nicht gut. Das Bier wird brav ausgetrunken, am Ende bin ich aber doch eher froh, dass es das Einzige war. Denn nach dieser kleinen Flasche hat man einen sehr aufgeblähten Bauch. Der Geschmack im Mund bleibt auch erst mal erhalten. Alles in allem ein Bier das geschmacklich überrascht, aber eher negativ. Das, was manche asiatischen Biere zu wenig an eigener Note haben, hat dieses Bier zu viel. Und dann ist diese Note leider auch noch eher mangelhaft.

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