Double Hop Monster


IPA
330 ml
7,2 % vol.

Heute steht ein wahres Monster vor mir, ein Hopfenmonster. So sagt es uns zumindest das Etikett. Es handelt sich dabei um ein IPA des englischen Brauereikonzerns Greene King. Ob mich dieses Bier tatsächlich das Fürchten lehrt, werde ich gleich am eigenen Leib erfahren. Vorab ist aber zu sagen, dass ich das Etikett sehr gelungen finde! Ein zweiköpfiger Drache, der sich gegen anfliegende Pfeile zu wehren versucht, ziert das Etikett. Akzente werden durch die Flügel des Drachen und der Pfeilenden gesetzt, die golden eingefärbt sind. Dazu alles mit Liebe zum Detail gezeichnet, super!
Kommen wir nun zum Inhalt. Beim Einschenken entsteht leichte Schaumbildung, nicht sonderlich ausgeprägt, dafür aber feinporig und langlebig. Das Bier hat eine klare, gold-gelbe Farbe und verströmt einen sehr ansprechenden Hopfengeruch, der leicht grasig und süßlich ist.
Der Antrunk ist mir persönlich etwas dünn geraten und macht einen wässrigen Eindruck. Glücklicherweise hält sich das Bier damit nicht sonderlich lange auf. Es folgt sehr bald ein ausgewogener Körper mit einer kräftig aromatischen Honignote, die neben der Süße auch eine Portion Würzigkeit mitbringt. Definitiv der Beste Teil des Bieres. Ich spreche hier von einem Teil, da das Bier für mich leider keine Einheit bildet. Der Bruch zum sehr gemäßigten Abgang ist mir dafür zu groß. Es fehlt mir für ein IPA deutlich an Bitteraromen. Zudem fehlt mir das trockene Aroma, welches bei sortengleichen Bieren länger im Geschmack bleibt. Hier ebbt es viel zu schnell ab. In Summe ein grundsolides Bier, welches meiner Meinung nach zu wenig Kohlensäure besitzt und dadurch in Kombination mit den nicht ganz zur Geltung kommenden Aromen im Ganzen zu dünn ist. Das Etikett macht sich aber sehr gut in jeder Bierflaschen-Vitrine.

Gulden Draak

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Dark Tripel
33 cl
10,5 % vol.

Dieses Dark Tripel der belgischen Brauerei Van Steenberge wurde nach dem Goldenen Drachen auf dem Glockenturm von Gent benannt. Der Legende nach war er zuerst auf dem Bug des Schiffes des norwegischen Königs Sigrid Magnusson befestigt, der im Jahr 1111 mit diesem auf Kreuzug ging. In Konstantinopel angekommen, bot er dem Kaiser den Drachen als Geschenk an, um diesen an der Kuppel der Hagia Sophia (ehemalige Kirche, danach eine Moschee und heute ein Museum) zu befestigen. Zwei Jahrhunderte später brachte der flämische Graf Baldwin IX die Statue nach Brügge. Nach der Schlacht von Beverhout im Jahr 1382 nahmen die Genter den Drachen als Kriegsbeute mit in ihre Stadt und befestigten diesen am Kirchturm, damit ihn alle Welt sehen kann.
Das Bier hat durch die Zugabe von Weinhefe eine zweite Gärung in der Flasche. Diese macht das Bier mindestens zwei Jahre haltbar und lässt es seinen Geschmack immer weiter entwickeln. Das hier beschriebene war etwas über ein halbes Jahr alt.
In einer Stubbi-Flasche mit weißem, undurchsichtigem Etikett präsentiert sich das Bier. Vorne darauf befindet sich der Goldene Drache, der dem Bier seinem Namen gibt. Durch den weißen Kontrast kommt die goldene Farbe und der rote Schriftzug richtig schön zur Geltung und lässt das Bier in einer würdigen Aufmachung erstrahlen.
Dementsprechend würdevoll füllt sich auch das Glas. In einem dunklen Kastanienbraun mit karamellfarbener Schaumkrone präsentiert sich das Bier. Der Schaumkopf ist zudem sehr cremig und beständig. Sieht sehr lecker aus. Die Ausprägung der Geruchsaromen hält sich jedoch in Grenzen, ich vernehme lediglich einen Hauch von Kirschen und Pflaumen gepaart mit dem Duft von süßem Kaffee. Aber alles sehr minimalistisch ausgeprägt.
Im Antrunk weiß der Goldene Drache mit einem sehr vollen Geschmack zu überzeugen. Die Kirschen und Pflaumen finden ihren Weg von der Nase zu den Geschmacksknospen und treffen dort auf süßen, braunen Zucker. Ein richtig „volles“ Gefühl entwickelt sich im Mund. Und trotz der schmetternden 10,5 % Alkoholgehalt ist kein unangenehmer Nebengeschmack von diesem zu merken. Lediglich im Abgang vernimmt man eine leichte Wärme von Innen, die aber gut tut. Man hat das Gefühl es geht einem das Herz bei diesem Traum von einem Bier auf. Doch Obacht ist geboten. Trotz starkem Alkoholgehalt und vollem Geschmack ist dieses Bier nicht sonderlich schwer sondern schon fast süffig. Dies könnte zu den ein oder anderen Kopfschmerzen führen. Doch eins ist Gewiss, sie wären es wert!