Mücke Single Hop Comet


Pale Ale
0,33 L
5,9 % vol.

Das heutige Bier stammt von der jungen Mücke Craft Beer Brauerei aus dem Südviertel in Essen. Sie wurde im Jahr 2016 von Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer gegründet. Benannt ist die Brauerei nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein aus den 1950er Jahre, das liebevoll Mücke gerufen wurde. Gebraut wird das Bier auf Grund von Kapazitätsschwierigkeiten in Detmold in der Liebharts Brauerei unter Aufsicht der Gründer, die das Rezept selbst kriiert haben. Wie der Name schon erschließen lässt, wird dieses Bier einzig mit dem U.S.-amerikanischen Hopfen Comet gebraut.
Auf dem Etikett ist eine Zeichnung der besagten Mücke zu sehen. Eine recht einfache aber schöne Zeichnung. Der Kopf wird von einem Hopfenkranz umrahmt. Unter dem Schriftzug Mücke sind zudem die gekreuzten Bergmannswerkzeuge zu sehen, Schlägel und Eisen. Gefällt mir außerordentlich gut.
Im Glas steht dann ein Bier, welches durch seine leicht trübe und goldgelbe Farbe mit leichtem Orange-Stich zu überzeugen weiß. Eine dünne, feinporige Schaumkrone schließt dieses Bier ab. Absolut klasse ist der Geruch. Ein intensiv süßer Duft nach Zitrus-Früchten schießt in die Nase. Der Antrunk ist für meinen Geschmack dann etwas zu dünn. Sehr mäßig karbonisiert und mit wenig ausgeprägten Geschmack kann mich das Bier zu beginn nicht überzeugen. Nach und nach wird das Bier aber süßer und kann das schöne Duftspiel bestätigen. Am Ende setzt sich die bittere Komponente durch und lässt das Bier angenehm hopfig ausklingen. In Summe ein schön leichtes Bier für den lauen Sommerabend mit gutem Geschmack nach erfrischenden Früchten.

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Hopfenreiter

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Double IPA
0,33 L
8,5 % vol.

Heute steht ein Bier vor mir für das ich mich bei meinem Blogger Kollegen Tom bedanken darf (https://probierchen.wordpress.com). Er war so freundlich mir eine dieser limitierten Flaschen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um einen Freundschafts-Sud der Brauer von Crew Republic, Kehrwieder Kreativbrauerei, Holla die Bierfee, Camba Bavaria, And Union und der Bayreuther Bierbrauerei. Man traf sich in der Brauwerkstatt von Maisel und Friends und jeder brachte einen Sack seines speziellen Hopfens mit. Und so ist dieses Double IPA unter dem Einsatz von acht verschiedenen Hopfensorte entstanden. Hoffentlich kann der Spruch mit den viele Köchen und dem Brei nicht auch auf das Brauen adaptiert werden.
Das erste Highlight ist für mich aber alleine schon das Etikettendesign. Hierfür wurde extra der Berliner Streetartkünstler Vidam ins Boot geholt. Und ich finde das Ergebnis mehr als gelungen. Der Hopfenreiter himself grüßt mit seiner Beute vom Etikett. Klasse !
Im Glas macht das Bier ebenfalls eine gute Figur. Wie es sich gehört bildet das Bier ordentlich Schaum im Glas auf einer goldkupferfarbenden Flüssigkeit. Der Schaum ist feinporig und bleibt permanent gut einen fingerbreit bestehen. Der Geruch ist deutlich fruchtig-süß mit einer Note, die an dunklen Honig erinnert. Das Bier riecht dadurch süß und schwer zugleich.
Im Antrunk gibt sich das Bier noch recht leicht und spritzig. Nach und nach zündet dann allerdings eine absolute Obstbombe. Wie bei einem bunt gemischten, exotischen Obstsalat breitet sich ein fruchtiges Aroma im Mundraum aus. Sehr beeindruckend. Zwar ist der Geschmack sehr intensiv, macht den Körper aber nicht zu schwer. Der Abgang ist dann sehr würzig und für ein Double IPA überraschend mild. Die Bitter-Keule bleibt hier aus. Die Bitterkeit ist definitiv da, bettet sich aber sehr gut in den zuvor beschriebenen Geschmacksverlauf ein. Dadurch entsteht keine extreme Zäsur, wie man sie so häufig bei Bieren vorfindet, sondern alles zusammen ergibt eine geschmackvolle Einheit. Ein klasse Bier das beweist, das viele Brauer einen Sud nicht verderben müssen!

Jrön

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Sticke
0,33 L
6,2 % vol

Auf Grund der geringen räumlichen Distanz zur Altbier Hochburg Düsseldorf kommt man hier in den Genuss zahlreicher Altbiere mit langer Tradition. Das man aber durchaus auch offen für neue Ideen sein sollte, hat die Uerige Hausbrauerei gezeigt. Liebt der Düsseldorfer seit mehreren hundert Jahren dat leckere Dröppke, so konnte man für kurze Zeit das Ergebnis der Kollaboration von Uerige und der Kehrwieder Brauerei aus Hamburg verkosten, das Jrön. Eine dieser limitierten Flaschen steht nun vor mir. Es handelt sich um ein Frischhopfenbier, soll heißen grüner, frischer Hopfen sorgt hauptsächlich für den Geschmack. Daher auch der Name Jrön, niederrheinische Mundart für Grün. Grundlage dieser Bierkreation ist eine Düsseldorfer Bierspezialität namens Sticke, eine vom Alkoholgehalt stärke Variante des Altbiers. Auch dieser Name leitet sich von einem Begriff aus der Mundart ab. Stickum bedeutet heimlich, verborgen. Und so hat man sich bei damals erzählt, der Braumeister hätte stickum etwas mehr Zutaten in das Bier gegeben, um es gehaltvoller zu machen. Damit bezieht das Bier klar Stellung zum Brauort Düsseldorf. Ein durchdachtes Konzept mit regionalem Bezug. Gefällt mir sehr gut.
Auf der langhalsigen Bügelflasche klebt ein grünes Etikett mit einem verzierten Totenkopf mit Monokel, der einen sofort an die Düsseldorfer Alt-Punker der Toten Hosen denken lässt. Im Hintergrund befinden sich zahlreiche Dinge, die mit Bier zu tun haben. Der Schriftzug Jrön wird links und rechts von den beiden Logos der Brauerein flankiert. Das Etikett überzeugt mich leider nicht vollkommen. Irgendwie stört mich dieser Totenkopf. Die ungewöhnliche Flaschenform gefällt aber umso mehr.
Im Glas steht ein Bier mit einer matten Kastanienbräune und einer sehr cremigen, beigen Schaumkrone, die unglaublich still auf dem Bier verharrt. Richtig gut! Leichte Fruchtsüße mischt sich im Geruch mit Malzaromen. Schönes Zusammenspiel, das mich überzeugt. Und der Geschmack? Unglaublich abwechslungsreich. Das Bier hat im Antrunk bereits erste Hopfenanflüge, die es sehr grasig machen. Hinzu gesellt sich eine leicht süße Malznote mit fruchtsüßen Anklängen. Der Körper ist dann deutlich hefebetonter und brotiger. Dadurch steigt eindeutig die Süffigkeit und die Nähe zum klassischen Alt ist deutlich zu schmecken. Hinten raus macht sich dann der Fokus auf den Hopfen bemerkbar. Für ein Altbier ungewöhnlich herb. In diesem Fall schließt dies aber einen Kreis aus einer schönen Geschmackskombination. Dadurch dass der Geschmack noch länger im Mundraum Bestand hat, mischt sich die Herbe mit allen Komponenten und zeigt, dass sich hier die richtigen Personen Gedanken über die Zutatenliste gemacht haben. Vielleicht wird ja nochmal ein niederrheinisch-nordischer Sud angesetzt – ich wäre wieder dabei.

X Steam Beer

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California Common
0,33 L
4,9 % vol.

Vor zwei Wochen ging es für mich Richtung Bayern, genauer gesagt an den Ammersee. Dieses Ziel kann ich als Urlaubsort nur weiterempfehlen. Das Panorama aus dem klaren Wasser des Ammersees mit den Alpen im Hintergrund lädt zum Entspannen ein. Und wenn man schon mal dort unten ist, dann liegt ein Ausflug nach München nahe. Dort habe ich dann auch mein heutiges Bier erworben. Da das Wetter leider an diesem Tage nicht besonders gut war, haben wir uns entschlossen in das Jüdische Museum zu gehen, passenderweise mit der Sonderausstellung Bier ist der Wein dieses Landes. Dort erfährt man alles rund um israelisches Bier damals und heute, sowie jüdische Brauer in München.20160619_175231 20160619_175201
Zum Anlass dieser Ausstellung ist die Kollaboration zwischen der Herzl Brewery aus Jerusalem und CREW Republic aus München entstanden. 20160619_175320Es handelt sich dabei um ein Dampfbier (Steam beer / California Common), das der Experimental Line von Crew Republic untergeordnet wurde. Dies ist eindeutig am Etikett zu erkennen, das das typisch schwarze X auf weißem Grund zeigt. Auf dem Flaschenhalsetikett findet sich sowohl das Logo der Herzl Brauerei wieder als auch das bekannte Taste-o-meter. Gebraut wird das Bier mit den Hopfensorten Herkules, Tradition und Golding und sollte mit seinen 35 Bittereinheiten leicht daherkommen. Na, dann ran an den Völkerverständigungs-Sud.
Das Bier hat eine sehr schöne und kräftig orange Farbe mit einer feinporigen Schaumkrone, die gut einen fingerbreit das Bier krönt. Vor allem im Gegenlicht ein wunderbares Farbspiel. Die Hopfensorten halten sich im Geruch merklich zurück und überlassen den Platz einem leicht brotig-würzigen Geruch, der aber nicht weiter erwähnenswert ist. Ganz im Gegenteil zum Antrunk. Hier packen alle Zutaten ihre Fruchtigkeit zusammen und lassen einen kurz das aktuell schlechte Wetter vergessen. Durch die Intensität schwappt diese bis in den Körper über, wobei ab hier frische Zitrusaromen das Ruder übernehmen. Im Abgang klopft die Hopfenbitterkeit an die Tür, öffnet diese einen Spalt und dreht dann allerdings wieder ab.
Ein Bier mit einer schönen Hintergrundgeschichte und einer Zusammenarbeit, die es so wohl noch nicht gab. Das Ergebnis ist ein gutes Bier mit überraschender Fruchtigkeit und klasse Optik. Wenn es euch also demnächst mal nach München verschlägt, schaut im Jüdischen Museum vorbei und besorgt euch eine Flasche. Die Ausstellung dauert noch bis zum 08. Januar 2017.

Augsburger Original

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Helles Export
0,5 L
5,4 % vol.

Es ist Ostern. Und was wäre da naheliegender als ein Bier von Hasen-Bräu aus Augsburg zu verköstigen. Heute steht das Augsburger Original, ein naturtrübes Kellerbier, vor mir. Das Etikettendesign ist sehr altertümlich angehaucht. Auf zwei grünen Banderolen steht der Brauereiname vermerkt. Knapp darunter springt das Brauereimaskotchen an der Zirbelnuss vorbei. In altdeutscher Schrift steht darunter der Biername. Nicht sonderlich spektakulär, aber es macht dem Konsumenten direkt klar, was er von diesem Bier zu erwarten hat: Einen urigen Bayern. Übrigens auch sehr schön, dass sich dieses urige Logo auch auf dem Kronkorken wiederfindet.
In das Glas ergießt sich eine goldgelbe Flüssigkeit. Dadurch, dass dieses Bier nicht filtriert wird, ist es schön hefetrüb. Abgeschlossen wird es von einer feinen Schaumkrone. Das Bier riecht nach süßen Malzen und ein wenig nach Hopfen.
Der Antrunk passt sich perfekt dem Geruch an. Süßes Malz bestimmt den Geschmack. Dieser zieht sich konsequent bis in den Mittelteil. Der Körper ist sehr mild gehalten und das Bier wird unglaublich süffig und erfrischend. Im Abgang könnte man dem Hopfen zu starke Zitrusnoten vorwerfen. Mir persönlich gefällt dies allerdings ausgesprochen gut. Dadurch wird das Bier noch spritziger als es sowieso schon ist. Lediglich eine herbe Note würde sich hier noch gut machen. So schmeckt es schon fast wie ein Radler.
Insgesamt ein herrlich unaufgeregtes Bier, das mir allerdings sehr gut schmeckt. Es ist höchstens eine Note zu mild und süß. So macht es sich allerdings an einem sonnigen Ostertag perfekt auf dem Balkon. Absolutes Biergarten-Bier. In diesem Sinne, frohe Ostern!

Red Devil IPA

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India Pale Ale
0,33 L
7,0 %

Auf dem Tisch steht heute ein teuflisches Bier aus dem Hause Hop’s Brewing. Es handelt sich um das Red Devil IPA, benannt nach dem 1. FC Kaiserslautern, den roten Teufeln vom Betzenberg. Dementsprechend ein Bier mit lokalem Bezug zur Herkunft. Es wird mit vier Malz- (Pilsner, Cara-Red, Cara-Dunkel, Wiener) und fünf Hopfensorten (Zeus, Centennial, Simcoe, Cascade, Citra) gebraut. Mit 60 Bittereinheiten wird es wohl ein leichterer Vertreter der IPA-Familie sein.
Beim Etikettendesign hält sich die Brauerei strikt an ihr Muster. Wie beim Franzmann’s No. 1 befindet sich das Bier in einer bauchigen Longneck-Flasche mit einem schwarz grauen Etikett. Auf diesem ist in weiß das Brauereilogo und auf einer roten Banderole der Name des Bieres zu sehen. Fast wie ein Wasserzeichen sind im Hintergrund die überdimensionalen Konturen des Löwen aus dem Brauereilogo wiederzufinden. Sehr minimalistisches, aber sehr schön designtes Etikett, das mir ausgesprochen gut gefällt!
Beim Einschenken ins Glas fällt die extrem starke Schaumbildung auf. Obwohl ich das Bier sehr behutsam einschenke, will sich die Entwicklung der Schaumkrone gar nicht eindämmen lassen. So steht am Ende mehr Schaum als Bier im Glas. Und der möchte auch nicht wirklich verschwinden. Passend dazu gibt es eine leichte Perlung im Inneren des Bieres. Das Bier ist leicht trüb und hat eine bernsteinfarbende Färbung. Hier habe ich mir von Namen her mehr rote Töne erhofft. Schade. Der Geruch ist nicht sonderlich komplex, aber intensiv würzig-malzig.
Der Antrunk schließt sich dem Geruch an. Das Malz und die würzigen Noten bestimmen den Geschmack. Im Mittelteil geht dieser Geschmack verloren und das Bier wird etwas dünn und süßlich. Dies hat zur Folge, dass das Bier sehr süffig wirkt. Im Abgang wird die Süße dann durch herbe Komponenten ersetzt, die leicht trocken noch einige Zeit im Mundraum verweilen.
Insgesamt ein leckeres und süffiges IPA mit einem vielleicht etwas zu dünnem Körper und herben, würzigen Akzenten, die für meinen Geschmack gerne noch etwas ausgeprägter hätten sein dürften. Am Farbspiel ist im Bezug auf den Namen auch noch zu arbeiten. Dennoch trinke ich dieses Bier gerne erneut, und dann auch gerne zwei, drei am Abend.

Aventinus Eisbock

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Weizen-Eisbock
0,33 L
12,0 % vol.

Heute steht eine Bierspezialität der bayrischen Brauerei Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH vor mir. Es handelt sich um den Aventinus Weizen-Eisbock mit ordentlichen 12 % Alkoholgehalt. Der hohe Alkoholgehalt kommt dadurch zu Stande, dass das gebraute Bier eingefroren wird, um somit das „überflüssige“ Wasser zu entfernen. Daher auch der Name Eisbock. Der Namensgeber des Bieres, Johann Georg Turmair, war ein Historiker und Sprachwissenschaftler aus Abensberg bei Kehlheim in Niederbayern, der im 15. und 16. Jahrhundert lebte. Er wurde Aventinus, lateinisch für der Abensberger, genannt.
Das Etikett der kleinen Braunglasflasche kommt in ungewöhnlichem lila daher. In Kombination mit der Silber schillernden Schrift und Umrandung sieht es aber klasse aus. Auf dem Etikett selbst befindet sich das Brauereilogo und der Namensschriftzug des Bieres.
In das Glas ergießt sich eine zäh anmutende Flüssigkeit in einem kräftigen kastanienbraun mit Mahagoni Nuancen. Leider mag das Bier bei mir quasi keine Schaumkrone bilden. Hier suche ich den Fehler mal bei mir und vermute das ich nach dem letzten Spülen das Glas nicht gut genug abgespült habe. Aus dem Glas strömt ein süß-malziger Geruch mit für ein Weizenbier typisch bananigen Noten.
Nach dem ersten Schluck dieser Bierspezialität bin ich erst mal sehr überrascht. Den üppigen Alkoholgehalt schmeckt man kaum heraus. Er lässt ordentlich Platz für die zahlreichen weiteren Aromen die dieses Bier auszeichnen. Der Antrunk ist recht süß und geprägt vom Geschmack nach Traube, Pflaume und Brombeere. Die leichte Perlung schmeichelt dem Gaumen. Der Körper ist sehr kräftig und wird sicherlich die Meinungen spalten. Würzig, malzig, mit einem guten Schuss wärmenden Alkohol der langsam die Kehle hinunter fließt, findet dieses Bier die perfekte Balance. Es wirkt zu keiner Zeit penetrant im Geschmack und lässt trotzdem das volle Aromenspiel zum Vorschein kommen. Der Abgang ist minimal hopfenbitter und eine Restsüße von dunkler Schokolade bleibt übrig. Und verdammt, obwohl dieses Bier ein solches Brett ist möchte man sich nach kurzem Innehalten und genießen sofort am nächsten Schluck ergötzen. Faszinierend was fernab der standardisierten Braukunst möglich ist. Kein Bier für jeden Abend, sondern ein Bier für DEN Abend. Und auf wen DER Abend mal auf sich warten lässt, das Bier hat eine Mindesthaltbarkeit von satten sechs Jahren. Also lasst euch Zeit. Absolute Weiterempfehlung für alle, die ihren Bier-Horizont erweitern wollen. Und ganz nebenbei, ein guter Schlaf ist danach ebenfalls vorprogrammiert.

Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH

Die vor allem für die Schneider Weisse bekannte Brauerei wurde im Jahr 1872 gegründet. Der Firmensitz befindet sich in München, die Brauerei selbst in Kehlheim (zwischen Ingolstadt und Regensburg). Nach der Zerstörung der alten Brauerei im Krieg entschloss man sich dafür die Brauerei außerhalb der Stadt wieder zu errichten. Zudem besitzt die Brauerei ein eigenes Logistikzentrum, das sich in Saal an der Donau, einer Gemeinde von Kehlheim, befindet. Die Brauerei ist spezialisiert auf Weißbier und das bereits seit jeher. Denn Gründer Georg Schneider I. war der erste Bürgerliche der vom König Ludwig II. das Recht erhielt Weißbier brauen zu dürfen. Mit seinem Sohn Georg Schneider II. baute er über ein Jahr eine alte Brauerei um und gründete 1872 die Firma G. Schneider & Sohn. Seitdem führt die männliche Linie der Familie das Unternehmen bis heute fort. Die Ausnahme bildet hier Mathilde Schneider, die nach dem frühen Tod ihres Mannes Georg Schneider III., die Brauerei 1905 für kurze Zeit übernahm, da ihr gemeinsamer Sohn erst sechs Jahre alt war.
Die Brauerei ist ein Gründungsmitglied der Initative Die Freien Brauer. Neben Bier brennt die Brauerei außerdem aus ihrem Aventinus Weizen-Eisbock den Weizenbierbrand Aventinus Edelbrand mit satten 42 %.

Biere der Brauerei:
TAP 1 Mein Blondes, TAP 2 Mein Kristall, TAP 3 Mein Alkoholfreies, TAP 4 Mein Grünes, TAP 5 Meine Hopfenweisse, TAP 6 Unser Aventinus, TAP 7 Unser Original, TAP 11 Mein Leichtes, TAP X (Braukreationen), Aventinus Weizen-Eisbock

Mehr unter:

Riegele… golden seit 1386

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Helles
4,5 % vol.
0,33 L

Heute steht ein Bier vor mir, das sich auf die Wurzeln seiner verantwortlichen Brauerei beruft, das „…golden seit 1386“. Der Name bezieht sich auf das Gasthaus Zum goldenen Roß, das das Gründhaus der Brauerei Riegele aus Augsburg war. Und ebenfalls golden ist das Etikettendesign gestaltet. Die Weißglasflasche ziert ein golden-blaues Etikett mit einer Ausstanzung in Form eines Roßes, durch die das Bier schimmert. Sieht sehr nett aus.
Im Glas macht das Bier ebenfalls eine gute Figur. Eine naturtrübe Flüssigkeit mit hellgelber Farbe füllt das Gefäß. Darauf entwickelt sich eine üppige und grobporige Schaumkrone, die etwa einen fingerbreit bestehen bleibt. Einfach ein super Gesamtbild, das sehr erfrischend wirkt und Lust auf mehr macht. Der Geruch schließt sich dort nahtlos an und weiß mit fruchtig süßen Düften nach Zitrone und frisch gemähtem Gras zu überzeugen.
Der Antrunk ist sehr erfrischend und leicht prickelnd. Der Hopfen kommt wunderbar frisch zur Geltung. Im Mittelteil macht sich dann das bemerkbar, was die Nase bereits zuvor genießen durfte. Fruchtsüße Aromen, die nach und nach etwas herber werden und sich in Richtung Grapefruit entwickeln. Das Bier schließt mit einer dezent trockenen Bitterkeit. Insgesamt hat mich dieses Bier sehr positiv überrascht. Die Süffigkeit, geprägt von einem runden Körper voller fruchtiger Akzente und einer abschließenden Herbe beweist, dass auch ein leichtes Bier durchaus geschmacksintensiv sein kann. Absolute Empfehlung, vorallem für den Sommer. Mildes Bier mit einer Menge Geschmack.

Black Nizza

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Imperial Stout
9,0 % vol.
0,33 L

Der Winter ist zurück in NRW. Eiskalt und feucht präsentieren sich die Abende. Da braucht es etwas kräftiges im Glas. Mit dem Black Nizza aus der Schmiede von Hanscraft & Co. sollte ein solches Bier gefunden sein. Der etwas ungewöhnliche Name hat mit dem Brauort des Bieres zu tun, Aschaffenburg. Der bayrische König Ludwig I. nannte Aschaffenburg auf Grund seines milden Klimas angeblich einst „Bayrisch Nizza“. Da lag es nahe dieses Imperial Stout der Brauerei Black Nizza zu nennen. Es wird mit 12 verschiedenen Malzsorten und den Hopfen Chinook und East Kent Goldings eingebraut.
Das Etikettendesign ist recht schlicht aber stilsicher. Schwarzes Etikett mit großen farbigen Lettern und das Runde Sigel-Logo der Brauerei. Die Farbgestaltung des Bieres verhält sich da ähnlich. Ein sehr dunkles braun, dass nur im Gegenlicht als solches zu erkennen ist, verleiht dem Bier seine Farbe. Es wirkt aber eigentlich eher als schwarz. Die Schaumkrone ist schön cremig und hat eine klasse karamellbraune Farbe. Ein dünner Teppich bleibt auf der Bieroberfläche übrig. Der Geruch erinnert an leicht gesüßten Kaffee mit Schokonoten und einem Schuss Alkohol.
Beim Antrunk fällt mir zunächst die schwache Perlung auf. Durchaus nicht ungewöhnlich für ein Stout, hier wirkt das Bier dadruch aber etwas dünn. Doch der Übergang zum Mitteilteil ist gefüllt mit einem ordentlichen Aromenspiel aus Zartbitterschokolade und Espresso Noten. Der brotige Abgang ist garniert mit einem leichten Schuss Alkohol, der aber trotz der üppigen 9% Volumenalkohol nicht penetrant wirkt und ein leicht wärmendes Gefühl hinterlässt. Dennoch fehlt mir etwas die gewünschte Fülle. Ich hätte mir einen kräftigeren Körper gewünscht, der mich bei diesem kalten Wetter abholt und das genießen des Bieres in den warmen vier Wänden noch gemütlicher macht. Für ein Imperial Stout etwas zu wenig. Was ich aber nur wärmstens als „Beilage“ empfehlen kann, ist eine dunkle Schokolade mit Chili Noten. Hat herrlich dazu gepasst.