Hopfenreiter

20170106_220914 20170106_220940 20170106_220955
Double IPA
0,33 L
8,5 % vol.

Heute steht ein Bier vor mir für das ich mich bei meinem Blogger Kollegen Tom bedanken darf (https://probierchen.wordpress.com). Er war so freundlich mir eine dieser limitierten Flaschen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um einen Freundschafts-Sud der Brauer von Crew Republic, Kehrwieder Kreativbrauerei, Holla die Bierfee, Camba Bavaria, And Union und der Bayreuther Bierbrauerei. Man traf sich in der Brauwerkstatt von Maisel und Friends und jeder brachte einen Sack seines speziellen Hopfens mit. Und so ist dieses Double IPA unter dem Einsatz von acht verschiedenen Hopfensorte entstanden. Hoffentlich kann der Spruch mit den viele Köchen und dem Brei nicht auch auf das Brauen adaptiert werden.
Das erste Highlight ist für mich aber alleine schon das Etikettendesign. Hierfür wurde extra der Berliner Streetartkünstler Vidam ins Boot geholt. Und ich finde das Ergebnis mehr als gelungen. Der Hopfenreiter himself grüßt mit seiner Beute vom Etikett. Klasse !
Im Glas macht das Bier ebenfalls eine gute Figur. Wie es sich gehört bildet das Bier ordentlich Schaum im Glas auf einer goldkupferfarbenden Flüssigkeit. Der Schaum ist feinporig und bleibt permanent gut einen fingerbreit bestehen. Der Geruch ist deutlich fruchtig-süß mit einer Note, die an dunklen Honig erinnert. Das Bier riecht dadurch süß und schwer zugleich.
Im Antrunk gibt sich das Bier noch recht leicht und spritzig. Nach und nach zündet dann allerdings eine absolute Obstbombe. Wie bei einem bunt gemischten, exotischen Obstsalat breitet sich ein fruchtiges Aroma im Mundraum aus. Sehr beeindruckend. Zwar ist der Geschmack sehr intensiv, macht den Körper aber nicht zu schwer. Der Abgang ist dann sehr würzig und für ein Double IPA überraschend mild. Die Bitter-Keule bleibt hier aus. Die Bitterkeit ist definitiv da, bettet sich aber sehr gut in den zuvor beschriebenen Geschmacksverlauf ein. Dadurch entsteht keine extreme Zäsur, wie man sie so häufig bei Bieren vorfindet, sondern alles zusammen ergibt eine geschmackvolle Einheit. Ein klasse Bier das beweist, das viele Brauer einen Sud nicht verderben müssen!

Advertisements

X Steam Beer

20160619_202750 20160619_202844 20160619_202858
California Common
0,33 L
4,9 % vol.

Vor zwei Wochen ging es für mich Richtung Bayern, genauer gesagt an den Ammersee. Dieses Ziel kann ich als Urlaubsort nur weiterempfehlen. Das Panorama aus dem klaren Wasser des Ammersees mit den Alpen im Hintergrund lädt zum Entspannen ein. Und wenn man schon mal dort unten ist, dann liegt ein Ausflug nach München nahe. Dort habe ich dann auch mein heutiges Bier erworben. Da das Wetter leider an diesem Tage nicht besonders gut war, haben wir uns entschlossen in das Jüdische Museum zu gehen, passenderweise mit der Sonderausstellung Bier ist der Wein dieses Landes. Dort erfährt man alles rund um israelisches Bier damals und heute, sowie jüdische Brauer in München.20160619_175231 20160619_175201
Zum Anlass dieser Ausstellung ist die Kollaboration zwischen der Herzl Brewery aus Jerusalem und CREW Republic aus München entstanden. 20160619_175320Es handelt sich dabei um ein Dampfbier (Steam beer / California Common), das der Experimental Line von Crew Republic untergeordnet wurde. Dies ist eindeutig am Etikett zu erkennen, das das typisch schwarze X auf weißem Grund zeigt. Auf dem Flaschenhalsetikett findet sich sowohl das Logo der Herzl Brauerei wieder als auch das bekannte Taste-o-meter. Gebraut wird das Bier mit den Hopfensorten Herkules, Tradition und Golding und sollte mit seinen 35 Bittereinheiten leicht daherkommen. Na, dann ran an den Völkerverständigungs-Sud.
Das Bier hat eine sehr schöne und kräftig orange Farbe mit einer feinporigen Schaumkrone, die gut einen fingerbreit das Bier krönt. Vor allem im Gegenlicht ein wunderbares Farbspiel. Die Hopfensorten halten sich im Geruch merklich zurück und überlassen den Platz einem leicht brotig-würzigen Geruch, der aber nicht weiter erwähnenswert ist. Ganz im Gegenteil zum Antrunk. Hier packen alle Zutaten ihre Fruchtigkeit zusammen und lassen einen kurz das aktuell schlechte Wetter vergessen. Durch die Intensität schwappt diese bis in den Körper über, wobei ab hier frische Zitrusaromen das Ruder übernehmen. Im Abgang klopft die Hopfenbitterkeit an die Tür, öffnet diese einen Spalt und dreht dann allerdings wieder ab.
Ein Bier mit einer schönen Hintergrundgeschichte und einer Zusammenarbeit, die es so wohl noch nicht gab. Das Ergebnis ist ein gutes Bier mit überraschender Fruchtigkeit und klasse Optik. Wenn es euch also demnächst mal nach München verschlägt, schaut im Jüdischen Museum vorbei und besorgt euch eine Flasche. Die Ausstellung dauert noch bis zum 08. Januar 2017.

7:45 Escalation

20160203_213404 20160203_213435 20160203_213503
Double IPA
0,33 L
8,3 % vol.

7:45 Uhr morgens. Deine Freunde sind schon weg. Und nun will Dich auch noch der Barkeeper rausschmeißen, weil Du mal wieder der Letzte an der Bar bist. Aber Du willst weiterfeiern… Dieses Bier widmen wir Dir, der immer als Letzter nach Hause geht während wir schon lange im Bett liegen. Du bist der Held der Nacht!

Mit dieser kleinen Ansprache preist die Brauerei CREW Republic aus München ihre Hopfenbombe mit 83 Bittereinheiten an. Hauptverantwortlich dafür sind die Hopfen Columbus, Simcoe, Amarillo und Chinook. Es wird auf Grund der großen Menge zweimal kaltgehopft, sprich der Hopfen wird erst nach der Gärung hinzugegeben. Dadurch bleiben die Aromen des Hopfen erhalten und werden nicht „verkocht“. Da bin ich sehr gespannt was mich gleich erwartet.
Das Etikett ist in ungewöhnlichem Hellblau mit gelber Schrift und rosa Akzenten gehalten. Eine ähnliche Farbgestaltung bei anderen Bieren kann ich mich nicht erinnern. Erinnert an einen Comic-Style und gefällt mir grundsätzlich.
Im Glas sorgen Pilsener- und Karamellmalz für eine orange-kupfernde Farbe, die sehr kräftig ist. Licht fällt kaum durch das Bier, da es sehr trüb ist. Eine Schaumkrone versucht sich mühevoll aufzubauen. Es bleibt jedoch leider bei einem Versuch und so fehlt eine feine weiße Haube, die dem Bier sicherlich gut stehen würde. Der Geruch wird bestimmt von den Malzen, die dem Bier eine kräftig Note verleihen. Dieser wird durch süße Aromen von Zitrone und roten Beeren abgerundet.
Der Antrunk ist noch sehr zurückhaltend und leicht. Eine sehr dezente Perlung ebnet der Malzsüße die volle Aufmerksamkeit in den ersten Momenten. Der malzige Charakter bleibt die komplette Zeit auf der Zunge, macht nun aber mehr Platz für fruchtige Komponenten. Diese ersticken leider fast im Keim, denn der Hopfen braucht auch noch seinen Platz. Doch für ein Double IPA ist mir die Hopfenintensität deutlich zu schwach und ordentlich Honigsüße mischt sich dazwischen. Mir wirkt das Bier etwas überladen mit allem. Es kann in Ansätzen alles: süß, fruchtig und bitter. Aber nichts davon so überzeugend, dass man davon richtig begeistert ist. Und ich hätte mich auf einen schön trocken-bitteren Abgang gefreut, der leider auch ausblieb.