420 Extra Pale Ale

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Pale Ale
12 fl. oz. (ca. 350 ml)
5,7 % vol.

Drink ´em if you got ´em!
Heute steht das bekannteste Bier der SweetWater Brewery Company vor mir. Es handelt sich um ein Pale Ale, welches mit den amerikanischen Hopfensorten Centennial und Cascade, sowie drei Sorten Malz eingebraut wird. Das Bier wurde zum ersten Mal am 20. April 1997 gebraut und nach diesem Datum benannt.
Auf der grün gehaltenen Dose macht sich die Brauerei und ihr „Karpfen Maskottchen“ recht breit. Im Hintergrund sieht man zwei Fischer in einem kleinen Boot, die versuchen den Karpfen zu fangen. Im unteren Teil ist auf einem amerikanischen Autobahnschild der Biernahme festgehalten. Ganz nettes Dosendesign. Man weiß auf jeden Fall sofort worum es sich hier handelt.
Beim öffnen der Dose muss man recht vorsichtig sein, da diese fast randvoll ist. Nach dem Einschenken steht ein naturtrübes Bier mit einer goldenen Farbe im Glas. Darüber thront eine schneeweiße, grobporige Schaumkrone. Der Geruch wird von einem starken, leicht süßlichen Hopfenaroma geprägt.
Im Antrunk findet sich dieses ein zu eins wieder. Das Bier ist hopfig trocken und zugleich leicht fruchtig. Dies wirkt sehr ausgewogen. Dieser Eindruck zieht sich durch das Ganze Bier. Der Körper scheint vielleicht einen Hauch zu dünn zu sein, was allerdings der Süffigkeit gut zu Gesicht steht. Im Abgang mischt sich dann eine leicht würzige Komponente hinzu, die allerdings durch den Hopfen und eine an Karamell erinnernde Süße gut eingebettet wird.
Insgesamt ein herrlich unaufgeregtes Bier bei dem man merkt, dass es sich um ein Craft Beer aus einer Zeit handelt noch lange bevor der Deutsche Markt mit diesem Begriff etwas anfangen konnte. So macht Bier aus großen Brauereien auch wieder Spaß!

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Dead Arm

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American Pale Ale
12 fl. oz. (ca. 350 ml)
6,0 % vol.

Das Dead Arm stammt aus Charleston im US-Bundesstaat South Carolina. Es wird von der Coast Brewing Company gebraut, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2007 in Familienbesitz befindet. Als Brauereistandort dient eine alte Navy Basis. Neben Bier hat die Brauerei auch noch ein ausgedehntes Merchandise-Angebot im eigenen Shop (T-Shirts, Pullover, Kappen, etc.). Dies liegt vielleicht auch an dem durchaus gelungenen Etikettendesign. Das kann man sich schon mal auf ein Shirt drucken. Auf der blauen Dose befindet sich auf den ersten Blick ein geschwungener Totenkopf. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf, dass es sich dabei um eine große Welle handelt auf der ein Surfer reitet. Je nach Typ Mensch sieht man das Eine oder das Andere zuerst. Ich mag solche „Doppelbilder“ und bin dementsprechend vom Etikett angetan.

Auch das Aussehen vom Gerstensaft gefällt mir. Im Glas steht ein leicht trübes Bier mit strohgelber Farbe. Darauf befindet sich eine üppige und grobporige Schaumkrone, die gut zwei fingerbreit Bestand hat. Die Konzentration auf die Optik des Bieres wird allerdings schnell gestört, denn dieses Bier riecht sehr intensiv. Und dazu auch noch richtig gut. Mandarine und Citrusfrucht verwandeln dieses Bier in ein olfaktorisches Highlight.
Beim Antrunk bekommt die Nase nochmals die volle Intensität zu spüren. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Fruchtigkeit im Geschmack nicht ganz so stark rüberkommt. Dennoch sehr spritzig. Im Mittelteil ebbt das Bier dann jedoch deutlich ab. Kurz bevor es beginnt wässrig zu schmecken, setzt die Hopfenbittere ihr Ausrufezeichen. Mit Cascade, Chinook und Columbus wurden ausschließlich US-amerikanische Hopfen verwendet.. Ein herrlich trocken, fruchtiger Abgang mit milder Würzigkeit schließt dieses Bier ab. Somit insgesamt ein starkes Bier mit leichter Schwäche im Mittelteil, über die man aber sehr leicht hinweg sehen kann.

Red Devil IPA

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India Pale Ale
0,33 L
7,0 %

Auf dem Tisch steht heute ein teuflisches Bier aus dem Hause Hop’s Brewing. Es handelt sich um das Red Devil IPA, benannt nach dem 1. FC Kaiserslautern, den roten Teufeln vom Betzenberg. Dementsprechend ein Bier mit lokalem Bezug zur Herkunft. Es wird mit vier Malz- (Pilsner, Cara-Red, Cara-Dunkel, Wiener) und fünf Hopfensorten (Zeus, Centennial, Simcoe, Cascade, Citra) gebraut. Mit 60 Bittereinheiten wird es wohl ein leichterer Vertreter der IPA-Familie sein.
Beim Etikettendesign hält sich die Brauerei strikt an ihr Muster. Wie beim Franzmann’s No. 1 befindet sich das Bier in einer bauchigen Longneck-Flasche mit einem schwarz grauen Etikett. Auf diesem ist in weiß das Brauereilogo und auf einer roten Banderole der Name des Bieres zu sehen. Fast wie ein Wasserzeichen sind im Hintergrund die überdimensionalen Konturen des Löwen aus dem Brauereilogo wiederzufinden. Sehr minimalistisches, aber sehr schön designtes Etikett, das mir ausgesprochen gut gefällt!
Beim Einschenken ins Glas fällt die extrem starke Schaumbildung auf. Obwohl ich das Bier sehr behutsam einschenke, will sich die Entwicklung der Schaumkrone gar nicht eindämmen lassen. So steht am Ende mehr Schaum als Bier im Glas. Und der möchte auch nicht wirklich verschwinden. Passend dazu gibt es eine leichte Perlung im Inneren des Bieres. Das Bier ist leicht trüb und hat eine bernsteinfarbende Färbung. Hier habe ich mir von Namen her mehr rote Töne erhofft. Schade. Der Geruch ist nicht sonderlich komplex, aber intensiv würzig-malzig.
Der Antrunk schließt sich dem Geruch an. Das Malz und die würzigen Noten bestimmen den Geschmack. Im Mittelteil geht dieser Geschmack verloren und das Bier wird etwas dünn und süßlich. Dies hat zur Folge, dass das Bier sehr süffig wirkt. Im Abgang wird die Süße dann durch herbe Komponenten ersetzt, die leicht trocken noch einige Zeit im Mundraum verweilen.
Insgesamt ein leckeres und süffiges IPA mit einem vielleicht etwas zu dünnem Körper und herben, würzigen Akzenten, die für meinen Geschmack gerne noch etwas ausgeprägter hätten sein dürften. Am Farbspiel ist im Bezug auf den Namen auch noch zu arbeiten. Dennoch trinke ich dieses Bier gerne erneut, und dann auch gerne zwei, drei am Abend.

Franzmann’s No. 1

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Lager
0,33 L
5,7 % vol.
Heute steht ein Bier vor mir, dass das erste der sehr jungen Brauerei Hop’s Brewing war und aktuell ausverkauft ist. Es handelt sich um das Franzmann’s No. 1, ein helles Lager, dass ich im Herbst auf der Finest Spirits & Beer ergattert habe. Nun ist es endlich soweit und es wird verköstigt. Ich bin sehr gespannt auf das Zusammenspiel der drei Malze (Pilsner, Cara, Münchner) und der vier Hopfensorten (Perle, Saphir, Simcoe, Cascade). Das Bier hat der Braumeister Holger Schmidt entworfen . Er ist quasi auch der Namensgeber des Bieres, da er als kleiner Junge in seinem Heimatdorf nur als Franzmanns Klaus seiner bekannt war. Und so trägt das Bier heute den Namen seiner Urgroßeltern.
Das braune Glas der bauchigen Longneck-Flasche ist mit einem schwarz-grauen Etikett beklebt. Auf diesem ist in weiß das Brauereilogo und auf einer gelben Banderole der Name des Bieres zu sehen. Fast wie ein Wasserzeichen sind im Hintergrund die überdimensionalen Konturen des Löwen aus dem Brauereilogos wiederzufinden. Sehr minimalistisches aber sehr schön designtes Etikett, dass mir ausgesprochen gut gefällt!
Im Glas findet sich eine herrlich strahlende Bernsteinfarbe wieder, die eine leichte Trübung vorweist und mit cremigem Schaum gekrönt ist. Letzterer hinterlässt nach einer gewissen Zeit einen dünnen Teppich auf dem Bier. Das Bier riecht zunächst nach frischem Heu und Wildwiese, später angenehm malzig. Absoluter Wahnsinn ist die Intensität! Der Duft füllt quasi den ganzen Raum. Ich bin schwer beeindruckt.
Der Antrunk spiegelt die Blumenwiese wieder, sehr erfrischend und blumig. Im Mittelteil entfaltet das Bier dann sein volles Aroma. Ich schmecke süßen Apfel und Pflaume heraus, sowie dezente Zitrusnoten. Der Abgang ist bestimmt von einer Bitterkeit, die sich langsam aufbaut und dem Gaumen entgegen wächst. Der Geschmack bleibt leicht am Gaumen kleben, aber nicht so penetrant, dass es störend wäre. Dazu ist das Bier sehr süffig, da es optimal mit Kohlensäure versehen ist.
Insgesamt eins der besten Lager das ich bisher trinken durfte und ich ärgere mich schon jetzt, dass ich so schnell nicht an neues kommen werde. Vielleicht nicht das klassischste Lager, dass eventuell sogar den ein oder anderen etwas irritiert. Meine Wenigkeit ist auf jeden Fall begeistert und ich kann das nächste Franzmann schon kaum noch abwarten.

Beck’s – Taste the world

Als Ende des ersten Quartals diesen Jahres die in Deutschland produzierende Brauerei Becks unter dem Slogan „Taste the world“ drei neue Biere auf den Markt brachte, war der Aufschrei in der Craftbeer Szene groß. Vom Untergang der kleinen Craftbier Brauer bis hin zur Euphorie das große Konzerne langsam auch auf den Trichter kommen, dass Bier mehr kann als einheitlich schmecken darf, war alles dabei. Fakt ist, dass es Becks damit geschafft hat, dass ganz Bier-Deutschland über sie gesprochen und diskutiert hat und im Endeffekt doch jeder irgendwie wissen wollte wie diese Biere schmecken. Mit einigem Abstand habe ich mich diesen drei Bieren nun auch gewidmet und mir eine eigene Meinung gebildet.
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Vom Design her gefällt mir der Auftritt der drei Neuen schon mal sehr gut. In mattschwarz und mit für jedem Bier unterschiedlich gefärbten Akzenten machen sowohl die Flaschen als auch der Dreier-Träger ein deutlich besseres Bild als der grün-silberne Klassiker. Auch das Kronkorken Design gefällt mir sehr gut.

1873 Pils 0,33 L 6,0 % vol.

1873 Pils
0,33 L
6,0 % vol.

Inspired by Germany ist das traditionell frische Pils, das in seinem Namen Bezug auf das Gründungsjahr der Brauerei Beck nimmt. Im Glas befindet sich ein Pils mit klassisch goldener Farbe. Darauf befindet sich eine kleine Schaumkrone, die leider komplett in sich zusammenfällt. Irgendwelche Besonderheiten sind beim Geruch nicht zu vernehmen. Im Antrunk fällt die starke Perlung auf, die etwas stört. Der Mitteil hat einen leicht süßlichen Charakter, der sich hinüber zum Abgang in einen metallischen Geschmack verwandelt. Insgesamt deutlich milder als der Silberfolien-Klassiker. Ich würde es irgendwo zwischen Beck’s Gold und dem Standard-Pils einordnen.

Amber Lager 0,33 L 5,7 % vol.

Amber Lager
0,33 L
5,7 % vol.

Inspired by Australia ist das aromatisch vollmundige Amber Lager, das mit Saphir Hopfen aus Deutschland gebraut wird. Die Kosten für Australischen Hopfen wurden anscheinend nicht freigeben und so wirkt die Anpreisung eines Australisch geprägten Bieres leider etwas schwach. Der Name passt da schon besser, denn die Farbe des Bieres ist ein schöner Bernstein. Die recht grobporige Schaumkrone ist wie beim 1873 Pils sehr kurzlebig. Auch im Geruch leider kaum etwas wahrzunehmen, wenn überhaupt dann ein befremdlich blechernes Aroma. Der Antrunk gefällt mir dann persönlich allerdings gut. Leicht süßliche Honignote. Nur leider ist der Körper viel zu tun und der Geschmack verpufft fast komplett. Im Abgang holt einen dann der Blechgeschmack wieder ein, begleitet mit leichten Malznoten. Absolut nicht mein Fall!

Pale Ale 0,33 L 6,3 % vol.

Pale Ale
0,33 L
6,3 % vol.

Inspired by England ist das charaktervoll hopfige Pale Ale, das mit Cascade Hopfen aus den USA gebraut wird. Zumindest hier scheint bei den Zutaten etwas mehr darauf geachtet worden zu sein, dass ein gewisser Bezug zur Bezeichnung besteht. Zwar ist England nicht die USA, aber die Amerikaner geschichtlich zumindest doch alle Engländer. Das Bier ist klar und kupferfarbend mit leichter Perlung im Glas. Die Schaumkrone ist ausreichend aber leider auch hier sehr kurzlebig. Aber zumindest ist dies das erste Bier das nach etwas riecht. Leicht süßlich mit Anflügen von hellem Honig stellt das Pale Ale seine beiden Geschwister in den Schatten. Ob das vielleicht mit der etwas besser durchdachten Hopfenauswahl zusammenhängt? Der Antrunk schließt sich dem Geruch auf jeden Fall an. Der Körper ist dann jedoch leider etwas dünn aber man vernimmt eine feine Hopofennote. Der Abgang ist deutlich bitterer mit süßen Akzenten aber ein wenig muffig. Was jedoch stört ist der hohe CO2 Gehalt im Bier. Ansonsten durch aus trinkbar.

Insgesamt überraschen mich die Biere weder negativ noch positiv. Ich habe die neuen Vertreter der Brauerei nicht großartig anders erwartet. Das Amber Lager gefällt mir persönlich am wenigsten, die anderen beiden sind ganz in Ordnung. Alle drei Biere schmecken natürlich anders als das Standard-Pils. Aber es fehlt einiges an Komplexität, um an vergleichbare Vertreter heranzukommen. Grundsätzlich sehe ich die Entwicklung aber nicht sonderlich negativ. Es scheinen auch die großen Konzerne verstanden zu haben, dass es beim Bier nicht mehr nur um die großen Absatzzahlen geht, sondern man sich auch durchaus Gedanken darüber machen sollte, womit man sein Bier braut. Immerhin ist Brauen ein Handwerk. Natürlich ist bei diesen drei Beispielen noch einiges an Luft nach oben. Aber es ist ein Anfang. Und für die Marke Beck’s war es sicherlich auch kein schlechter Schachzug. Der Aufruhr in der Szene hat auf jeden Fall die Marke in aller Munde gebracht. Mal ganz abgesehen von den zahlreichen Werbekampagnen in den unterschiedlichsten Medien.

Triple Seven IPA

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IPA
0,75 L
8,0 % vol.

Heute steht eine Flasche Bier vor mir, die den großen Durst stillen will beziehungsweise langwierigen Genuss ermöglichen. Das Triple 7 IPA vom Brauprojekt 777 wird ausschließlich in der großen 0,75 Liter Bügelflasche vertrieben. Es wird mit drei Malzen (Pale Ale, Pilsner, Helles Karamel) und vier Hopfen (Cascade, Saphir, Citra, Styrian Golding) eingebraut. Mit 74 Bittereinheiten sollte es zudem mein Verlangen nach Hopfenbitterstoffen stillen. Im Jahr 2014 gewann die Brauerei mit diesem Bier die Silbermedaille in der Kategorie Imperial Pale Ale beim Craft Beer Award.
Das Bierflaschenetikett ist bei diesem Vertreter mit einer Kordel um den Flaschenhals gebunden. Auf diesem stehen alle wichtigen Informationen über das Bier. Mal etwas anderes als üblich und diese Art des Etikett verleiht dem Bier einen qualitativ hochwertigen Charakter.
Mit einem extrem lauten Ploppen springt die Bügelflasche auf. Nachdem man sich von dem leichten Schock erholt hat, kann man beginnen den Inhalt dieser schweren Flasche in das Glas zu schenken. Dieses füllt sich mit einer leicht trüben, orangefarbenden Flüssigkeit, die einen etwas dickflüssigen Eindruck macht. Im Glas steht das Bier dann wie eine eins. Gekrönt von einer sehr feinporigen und üppigen Schaumkrone, die sich nur sehr langsam auflöst aber nie komplett verschwindet, gibt diese IPA ein Bild ab, das Lust auf den ersten Schluck macht. Im Geruch ist es sehr malzig und stark hopfenbetont. Vorallem zu erwähnen sind hier die Zitrusnoten, die nicht verleugnen, dass hier mit Cascade und Citra gebraut wurde.
Im Antrunk ist dieses Imperial Pale Ale zunächst widererwartend so gar nicht bitter. Eher blumig und erfrischend kommt es daher und lässt einen etwas stutzig werden. Dieses Aroma geht über in eine leichte Würzigkeit, die dann erste Bitterstoffe mit sich bringt. Der Abgang wird dann von einer Bitterkeit bestimmt, die Malzaromen mit sich trägt. Diese bilden ein insgesamt sehr trockenes Restaroma mit leicht süßen Spitzen, die eine Art Geschmacksbelag im Mundraum hinterlassen.
Definitiv ein gutes und hopfenbetontes IPA bei dem man quasi in jedem Schluck merkt, dass es unter Berücksichtigung von handwerklichen Gesichtspunkten und mit viel Feingefühl für die Zutaten gebraut wurde. Insgesamt fehlt mir aber vielleicht noch so etwas die Vielschichtigkeit im Geschmack, die diesem Bier das Gewisse etwas verleihen könnten. Aber das ist jammern auf hohem Niveau, denn das Bier lässt einige seiner Brüder im Schatten stehen. Gerne wieder !

Aotearoa Pale Ale

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APA/NZPA
330 ml
5,8 % vol.

Vor mir steht heute ein Bier, welches mich erstmal auf die falsche Fährte gelockt hat. In großen Lettern prangt APA auf der Flasche. Der interessierte Biertrinker denkt: Klar, ein American Pale Ale. Ha! Falsch gedacht. Dieser Vertreter stammt aus Neuseeland und das A in der Abkürzung steht für Aotearoa. Dies ist die gängigste Māori Bezeichnung für Neuseeland. Übersetzt heißt es so viel wie „Land der langen weißen Wolke“. Es ist also eher ein NZPA als ein APA.
Das Bier kommt in der Tuatara Brewing üblichen Flasche daher. Das Design ist angelehnt an die Brückenechse (Tuatara). Oberhalb der Flaschenschulter ist die Flasche „geschuppt“. In der Mitte erstreckt sich dann vertikal ein für Echsen typischer „Rückenkamm“. Starke Idee, die die Flaschen unverkennbar macht. Und auch der Kronkorken fügt sich in das Gesamtbild ein. Ein Reptilienauge mit spaltenförmiger Pupille beobachtet uns von dort.
Mit 46 Bittereinheiten bewegt sich der Pale Ale Vertreter aus Ozeanien noch im gemäßigten Bereich. Das Bier wird mit vier neuseeländischen Hopfen- (Pacific Jade, Nelson Sauvin, Cascade und Motueka), sowie vier neuseeländischen Malzsorten (Lager, Ale, Light Crystal, Medium Crystal) eingebraut. Das klingt doch schon mal nett.
Im Glas macht der neuseeländische Vertreter dann ebenfalls ein ganz nettes Bild. Eine kräftig goldfarbene Flüssigkeit mit Kupferstich fühlt das Bierglas. Es bildet sich eine schmale Schaumkrone, die recht schnell in sich zusammenfällt und kleine Schauminseln auf der Oberfläche übrig lässt. Absoluter Hammer ist der Duft den dieses Bier versprüht. Es riecht nach tropischen Früchten, wie Ananas, und erfrischender Süße, wie bei selbstgemachter Marmelade oder Trauben. Und das alles mit einer wahnsinnigen Intensität. Ich bin begeistert!
Mit einem erstaunlich kräftig würzigen Antrunk startet dieses Bier. Mäßige Perlung kitzelt den Gaumen. Dann setzt das Aroma ein, dass bereits die Nase schmeichelte. Zu den bereits beschriebenen fruchtig-süßen Aromen gesellt sich nun noch süßes Karamellmalz. Dies findet aber sehr guten Einklang. Der Abgang wird durch ein frisches und zugleich trockenes Hopfenaroma bestimmt. Für mich persönlich sind die 46 Bittereinheiten etwas zu schüchtern. Es hätte gerne noch etwas kräftiger sein dürfen. Dennoch passt sich der Hopfen sehr gut in das Gesamtbild ein. Doch viel stärker als auf der Zunge, bleibt dieses Bier in der Nase hängen. Einfach klasse wie es duftet. Und hier ist dann leider die Diskrepanz zum leichten, aber guten Geschmack. Die Basis ist da, um diesem Bier noch stärker zu machen. Den Duft werde ich so schnell aber nicht vergessen.

Formidabel

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Blonde Ale
33 cl
5,5 % vol.

Verduiveld lekker!

Dieses sehr patriotisch anmutende Bier stammt von der belgischen Brauerei Broeder Jacob. Eine meiner Errungenschaften aus dem sehr gut ausgestatteten Getränkemarkt „De Biergrens“ in Baarle-Nassau/Hertog. Es wird mit drei verschiedenen belgischen Hopfen gebraut: Magnum für die Bitterkeit, East Kent Golding für das würzige Aroma und Cascade für das Citrus-Aroma. Hinzu kommen die Getreidearten Gerstenmalz, Weizen und Hafer. Die Nachgärung in der Flasche soll diesem Bier einen weichen Geschmack und eine cremige Schaumkrone verleihen.
Auf dem gelben Etikett schaut uns eine böse dreinblickende, gehörnte Fratze einer Art Teufels an. Das Gesicht ist angemalt wie das eines enthusiastischen Anhängers Belgiens während der Fußball Weltmeisterschaft. Davor prangt der Schriftzug „Formidabel“ und im unteren Bereich ist das Brauerei-Logo zu sehen. Sieht erschreckend gut aus.
Im Glas ergießt sich ein leicht trübes, gelbes Ale, das ordentlich perlt und eine schöne Schaumkrone bildet, die einige Zeit bestehen bleibt. Die trübe Optik verbunden mit der nicht ganz so stark ausgeprägten Farbe lassen das Bier auf mich ein wenig vergoren wirken. Die Duftnote des Bieres bestimmt der Cascade Hopfen, eine leichte Citrus-Note ist zu vernehmen.
Also dann mal ran an den teuflischen Patrioten aus Flandern. Eine Menge Kohlensäure füllt zunächst den Mundraum. Nach dem man diesen überlebt hat, folgt leider ein kurzer Abschnitt Leere. Erfrischend, aber leider ohne Tiefgang. Dann folgt ein kurzer Abschnitt von leichter Süße, der dann von einer Magnum Bombe abgelöst wird. Ordentlich herb im Abgang verabschiedet sich der belgische Teufel. Hier jedoch in meinen Augen leider auch nicht ganz optimal. Etwas trocken wird der Hals und es bleibt ein selbiges Gefühl. Bis zum nächsten Schluck, denn um ein schlechtes Bier handelt es sich hier definitiv nicht.