Hopfenreiter

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Double IPA
0,33 L
8,5 % vol.

Heute steht ein Bier vor mir für das ich mich bei meinem Blogger Kollegen Tom bedanken darf (https://probierchen.wordpress.com). Er war so freundlich mir eine dieser limitierten Flaschen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um einen Freundschafts-Sud der Brauer von Crew Republic, Kehrwieder Kreativbrauerei, Holla die Bierfee, Camba Bavaria, And Union und der Bayreuther Bierbrauerei. Man traf sich in der Brauwerkstatt von Maisel und Friends und jeder brachte einen Sack seines speziellen Hopfens mit. Und so ist dieses Double IPA unter dem Einsatz von acht verschiedenen Hopfensorte entstanden. Hoffentlich kann der Spruch mit den viele Köchen und dem Brei nicht auch auf das Brauen adaptiert werden.
Das erste Highlight ist für mich aber alleine schon das Etikettendesign. Hierfür wurde extra der Berliner Streetartkünstler Vidam ins Boot geholt. Und ich finde das Ergebnis mehr als gelungen. Der Hopfenreiter himself grüßt mit seiner Beute vom Etikett. Klasse !
Im Glas macht das Bier ebenfalls eine gute Figur. Wie es sich gehört bildet das Bier ordentlich Schaum im Glas auf einer goldkupferfarbenden Flüssigkeit. Der Schaum ist feinporig und bleibt permanent gut einen fingerbreit bestehen. Der Geruch ist deutlich fruchtig-süß mit einer Note, die an dunklen Honig erinnert. Das Bier riecht dadurch süß und schwer zugleich.
Im Antrunk gibt sich das Bier noch recht leicht und spritzig. Nach und nach zündet dann allerdings eine absolute Obstbombe. Wie bei einem bunt gemischten, exotischen Obstsalat breitet sich ein fruchtiges Aroma im Mundraum aus. Sehr beeindruckend. Zwar ist der Geschmack sehr intensiv, macht den Körper aber nicht zu schwer. Der Abgang ist dann sehr würzig und für ein Double IPA überraschend mild. Die Bitter-Keule bleibt hier aus. Die Bitterkeit ist definitiv da, bettet sich aber sehr gut in den zuvor beschriebenen Geschmacksverlauf ein. Dadurch entsteht keine extreme Zäsur, wie man sie so häufig bei Bieren vorfindet, sondern alles zusammen ergibt eine geschmackvolle Einheit. Ein klasse Bier das beweist, das viele Brauer einen Sud nicht verderben müssen!

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Die Dunkle

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Dunkel
0,5 L
5,0 % vol.

Heute steht des Gegenstück zu Das Helle von Tilmans Biere vor mir. Auch dieses Bier schmückt wieder ein sehr schön designtes Etikett mit dem Titel „Nachts sind alle Katzen blau“ von der Berliner Künstlerin Maki Shimizu, die ursprünglich aus der Nähe von Tokyo stammt. Mehr zur Künstlerin unter www.makishimizu.de
Es handelt sich bei dem Bier um ein Dunkles, das auschließlich mit deutschen Röstmalzen und den Hopfensorten Tettnager (Deutschland) und Fuggles  (Großbritannien) gebraut wird. Auch hier war es Tilman wichtig diesen klassischen Münchner Braustil neu zu interpretieren.
Im Glas steht ein sehr dunkles Bier, das im Gegenlicht einen deutlich bräunlichen Rotstich aufweist. Die Farbe erinnert stark an Kastanien. Auf dieser Farbsäule tummelt sich eine recht üppige, feinporige Schaumkrone, die bis auf einen dünnen Teppich verschwindet. Der Geruch ist sehr intensiv und richtig klasse. Es riecht deutlich nach süßem Karamell. Jedoch nicht so süß, das man verwundert die Nase rümpft, sondern mit einem schönen Röstaroma, das für Komplexität sorgt.
Eins zu eins spiegelt sich dieser Eindruck im Antrunk wider. Hinzu gesellt sich ein leicht säuerliches Aroma. Der Körper ist dann doch wider erwartend recht leicht, hatte man doch zuvor einige Gedanken zu einem Stout im Kopf. Dadurch behält dieses Bier seine Süffigkeit und weiß die sonst schwer daherkommenden dunklen Malzaromen gut mit einer gewissen Leichtigeit in Form von Süße zu vereinen. Im Abgang vernimmt man zudem eine Hopfigkeit, die diesem Bier den letzten Schliff verleiht. Auch bei der Dunklen handelt es sich wieder um ein Bier, dass trotz seiner Treue zur Tradition dennoch zu überraschen weiß. Klasse Arbeit!

Das Helle

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Helles
0,5 L
5,1 % vol.

Das Bierbrauen ist bekannterweise eine Kunst. Die einen können es, die anderen sollten es lieber sein lassen. Und da die Welt der Künste eine Große ist, hat sich der Brauer Tilman Ludwig von Tilmans Biere gedacht zwei dieser Künste zu verbinden, brauen und malen. Und so steht heute ein Flasche Bier vor mir, dessen Etikett extra ein Künstler aus den Staaten mit Wohnort in München angefertigt hat. Einen interessanten Bericht über Tilman Ludwig und sein Projekt Tilmans Biere könnte ihr auf hopfenhelden.de lesen.
Es handelt sich um „Helles“ aus München. Klingt erst mal nicht sonderlich aufregend. Aus dieser Ecke Deutschlands gibt es so viele Biere dieses Bierstil, da wird dieses wohl auch nur eines von vielen sein. Aber genau darin sah Tilman das Problem. Biere werden viel zu selten mit Leidenschaft, sonder mehr mit Profit-Orientierung gebraut. Und so nahm er es sich zur Aufgabe ein besonderes „Helles“ zu brauen. Das passende Gegenstück ist Die Dunkle.
Und die Besonderheiten fangen schon bei der Flasche an. Die für Biere eher untypische Euro-Flasche ist mit dem oben erwähnten Etikett versehen, dass der Künstler Robert „James“ Miller entworfen hat. Weitere seiner Werke kann man hier bestaunen. Mir gefällt das Etikett sehr gut. Macht echt was her.
Und im Glas steht dann ebenfalls ein Bier, das sich sehen lassen kann. Ein kräftiges gold-orange erstrahlt im Glas. Gekrönt wird die Flüssigkeit von einer dauerhaften, dünnen Schaumdecke. Dass das Bier mit dem amerikanischen Chinook Hopfen gestopft wurde, kann man recht schnell erahnen. In Kombination mit dem Karamellmalz entsteht dadurch ein geruchsintensives Zusammenspiel aus fruchtiger und karamelliger Süße, die einen sofort das trübe Wetter vergessen lässt.
Und auch der Geschmack ist ein absolutes Aromenspiel. Fruchtaromen in Richtung Mango und Pfirsich paaren sich mit Malz. Ich bin sehr begeistert. Dieses Bier vereint den Geschmack des traditionellen bayrischen Bieres mit den der zur Zeit so angesagten Aromahopfen. Und es verlieht durch das starke Hopfenaroma auch nichts von seiner Süffigkeit. Was soll ich noch sagen, wirklich etwas auszusetzen hab eich an diesem Bier nicht. Hier waren zwei klasse Künstler am Werk !

X Steam Beer

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California Common
0,33 L
4,9 % vol.

Vor zwei Wochen ging es für mich Richtung Bayern, genauer gesagt an den Ammersee. Dieses Ziel kann ich als Urlaubsort nur weiterempfehlen. Das Panorama aus dem klaren Wasser des Ammersees mit den Alpen im Hintergrund lädt zum Entspannen ein. Und wenn man schon mal dort unten ist, dann liegt ein Ausflug nach München nahe. Dort habe ich dann auch mein heutiges Bier erworben. Da das Wetter leider an diesem Tage nicht besonders gut war, haben wir uns entschlossen in das Jüdische Museum zu gehen, passenderweise mit der Sonderausstellung Bier ist der Wein dieses Landes. Dort erfährt man alles rund um israelisches Bier damals und heute, sowie jüdische Brauer in München.20160619_175231 20160619_175201
Zum Anlass dieser Ausstellung ist die Kollaboration zwischen der Herzl Brewery aus Jerusalem und CREW Republic aus München entstanden. 20160619_175320Es handelt sich dabei um ein Dampfbier (Steam beer / California Common), das der Experimental Line von Crew Republic untergeordnet wurde. Dies ist eindeutig am Etikett zu erkennen, das das typisch schwarze X auf weißem Grund zeigt. Auf dem Flaschenhalsetikett findet sich sowohl das Logo der Herzl Brauerei wieder als auch das bekannte Taste-o-meter. Gebraut wird das Bier mit den Hopfensorten Herkules, Tradition und Golding und sollte mit seinen 35 Bittereinheiten leicht daherkommen. Na, dann ran an den Völkerverständigungs-Sud.
Das Bier hat eine sehr schöne und kräftig orange Farbe mit einer feinporigen Schaumkrone, die gut einen fingerbreit das Bier krönt. Vor allem im Gegenlicht ein wunderbares Farbspiel. Die Hopfensorten halten sich im Geruch merklich zurück und überlassen den Platz einem leicht brotig-würzigen Geruch, der aber nicht weiter erwähnenswert ist. Ganz im Gegenteil zum Antrunk. Hier packen alle Zutaten ihre Fruchtigkeit zusammen und lassen einen kurz das aktuell schlechte Wetter vergessen. Durch die Intensität schwappt diese bis in den Körper über, wobei ab hier frische Zitrusaromen das Ruder übernehmen. Im Abgang klopft die Hopfenbitterkeit an die Tür, öffnet diese einen Spalt und dreht dann allerdings wieder ab.
Ein Bier mit einer schönen Hintergrundgeschichte und einer Zusammenarbeit, die es so wohl noch nicht gab. Das Ergebnis ist ein gutes Bier mit überraschender Fruchtigkeit und klasse Optik. Wenn es euch also demnächst mal nach München verschlägt, schaut im Jüdischen Museum vorbei und besorgt euch eine Flasche. Die Ausstellung dauert noch bis zum 08. Januar 2017.

Augsburger Original

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Helles Export
0,5 L
5,4 % vol.

Es ist Ostern. Und was wäre da naheliegender als ein Bier von Hasen-Bräu aus Augsburg zu verköstigen. Heute steht das Augsburger Original, ein naturtrübes Kellerbier, vor mir. Das Etikettendesign ist sehr altertümlich angehaucht. Auf zwei grünen Banderolen steht der Brauereiname vermerkt. Knapp darunter springt das Brauereimaskotchen an der Zirbelnuss vorbei. In altdeutscher Schrift steht darunter der Biername. Nicht sonderlich spektakulär, aber es macht dem Konsumenten direkt klar, was er von diesem Bier zu erwarten hat: Einen urigen Bayern. Übrigens auch sehr schön, dass sich dieses urige Logo auch auf dem Kronkorken wiederfindet.
In das Glas ergießt sich eine goldgelbe Flüssigkeit. Dadurch, dass dieses Bier nicht filtriert wird, ist es schön hefetrüb. Abgeschlossen wird es von einer feinen Schaumkrone. Das Bier riecht nach süßen Malzen und ein wenig nach Hopfen.
Der Antrunk passt sich perfekt dem Geruch an. Süßes Malz bestimmt den Geschmack. Dieser zieht sich konsequent bis in den Mittelteil. Der Körper ist sehr mild gehalten und das Bier wird unglaublich süffig und erfrischend. Im Abgang könnte man dem Hopfen zu starke Zitrusnoten vorwerfen. Mir persönlich gefällt dies allerdings ausgesprochen gut. Dadurch wird das Bier noch spritziger als es sowieso schon ist. Lediglich eine herbe Note würde sich hier noch gut machen. So schmeckt es schon fast wie ein Radler.
Insgesamt ein herrlich unaufgeregtes Bier, das mir allerdings sehr gut schmeckt. Es ist höchstens eine Note zu mild und süß. So macht es sich allerdings an einem sonnigen Ostertag perfekt auf dem Balkon. Absolutes Biergarten-Bier. In diesem Sinne, frohe Ostern!

Aventinus Eisbock

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Weizen-Eisbock
0,33 L
12,0 % vol.

Heute steht eine Bierspezialität der bayrischen Brauerei Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH vor mir. Es handelt sich um den Aventinus Weizen-Eisbock mit ordentlichen 12 % Alkoholgehalt. Der hohe Alkoholgehalt kommt dadurch zu Stande, dass das gebraute Bier eingefroren wird, um somit das „überflüssige“ Wasser zu entfernen. Daher auch der Name Eisbock. Der Namensgeber des Bieres, Johann Georg Turmair, war ein Historiker und Sprachwissenschaftler aus Abensberg bei Kehlheim in Niederbayern, der im 15. und 16. Jahrhundert lebte. Er wurde Aventinus, lateinisch für der Abensberger, genannt.
Das Etikett der kleinen Braunglasflasche kommt in ungewöhnlichem lila daher. In Kombination mit der Silber schillernden Schrift und Umrandung sieht es aber klasse aus. Auf dem Etikett selbst befindet sich das Brauereilogo und der Namensschriftzug des Bieres.
In das Glas ergießt sich eine zäh anmutende Flüssigkeit in einem kräftigen kastanienbraun mit Mahagoni Nuancen. Leider mag das Bier bei mir quasi keine Schaumkrone bilden. Hier suche ich den Fehler mal bei mir und vermute das ich nach dem letzten Spülen das Glas nicht gut genug abgespült habe. Aus dem Glas strömt ein süß-malziger Geruch mit für ein Weizenbier typisch bananigen Noten.
Nach dem ersten Schluck dieser Bierspezialität bin ich erst mal sehr überrascht. Den üppigen Alkoholgehalt schmeckt man kaum heraus. Er lässt ordentlich Platz für die zahlreichen weiteren Aromen die dieses Bier auszeichnen. Der Antrunk ist recht süß und geprägt vom Geschmack nach Traube, Pflaume und Brombeere. Die leichte Perlung schmeichelt dem Gaumen. Der Körper ist sehr kräftig und wird sicherlich die Meinungen spalten. Würzig, malzig, mit einem guten Schuss wärmenden Alkohol der langsam die Kehle hinunter fließt, findet dieses Bier die perfekte Balance. Es wirkt zu keiner Zeit penetrant im Geschmack und lässt trotzdem das volle Aromenspiel zum Vorschein kommen. Der Abgang ist minimal hopfenbitter und eine Restsüße von dunkler Schokolade bleibt übrig. Und verdammt, obwohl dieses Bier ein solches Brett ist möchte man sich nach kurzem Innehalten und genießen sofort am nächsten Schluck ergötzen. Faszinierend was fernab der standardisierten Braukunst möglich ist. Kein Bier für jeden Abend, sondern ein Bier für DEN Abend. Und auf wen DER Abend mal auf sich warten lässt, das Bier hat eine Mindesthaltbarkeit von satten sechs Jahren. Also lasst euch Zeit. Absolute Weiterempfehlung für alle, die ihren Bier-Horizont erweitern wollen. Und ganz nebenbei, ein guter Schlaf ist danach ebenfalls vorprogrammiert.

Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH

Die vor allem für die Schneider Weisse bekannte Brauerei wurde im Jahr 1872 gegründet. Der Firmensitz befindet sich in München, die Brauerei selbst in Kehlheim (zwischen Ingolstadt und Regensburg). Nach der Zerstörung der alten Brauerei im Krieg entschloss man sich dafür die Brauerei außerhalb der Stadt wieder zu errichten. Zudem besitzt die Brauerei ein eigenes Logistikzentrum, das sich in Saal an der Donau, einer Gemeinde von Kehlheim, befindet. Die Brauerei ist spezialisiert auf Weißbier und das bereits seit jeher. Denn Gründer Georg Schneider I. war der erste Bürgerliche der vom König Ludwig II. das Recht erhielt Weißbier brauen zu dürfen. Mit seinem Sohn Georg Schneider II. baute er über ein Jahr eine alte Brauerei um und gründete 1872 die Firma G. Schneider & Sohn. Seitdem führt die männliche Linie der Familie das Unternehmen bis heute fort. Die Ausnahme bildet hier Mathilde Schneider, die nach dem frühen Tod ihres Mannes Georg Schneider III., die Brauerei 1905 für kurze Zeit übernahm, da ihr gemeinsamer Sohn erst sechs Jahre alt war.
Die Brauerei ist ein Gründungsmitglied der Initative Die Freien Brauer. Neben Bier brennt die Brauerei außerdem aus ihrem Aventinus Weizen-Eisbock den Weizenbierbrand Aventinus Edelbrand mit satten 42 %.

Biere der Brauerei:
TAP 1 Mein Blondes, TAP 2 Mein Kristall, TAP 3 Mein Alkoholfreies, TAP 4 Mein Grünes, TAP 5 Meine Hopfenweisse, TAP 6 Unser Aventinus, TAP 7 Unser Original, TAP 11 Mein Leichtes, TAP X (Braukreationen), Aventinus Weizen-Eisbock

Mehr unter:

Black Nizza

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Imperial Stout
9,0 % vol.
0,33 L

Der Winter ist zurück in NRW. Eiskalt und feucht präsentieren sich die Abende. Da braucht es etwas kräftiges im Glas. Mit dem Black Nizza aus der Schmiede von Hanscraft & Co. sollte ein solches Bier gefunden sein. Der etwas ungewöhnliche Name hat mit dem Brauort des Bieres zu tun, Aschaffenburg. Der bayrische König Ludwig I. nannte Aschaffenburg auf Grund seines milden Klimas angeblich einst „Bayrisch Nizza“. Da lag es nahe dieses Imperial Stout der Brauerei Black Nizza zu nennen. Es wird mit 12 verschiedenen Malzsorten und den Hopfen Chinook und East Kent Goldings eingebraut.
Das Etikettendesign ist recht schlicht aber stilsicher. Schwarzes Etikett mit großen farbigen Lettern und das Runde Sigel-Logo der Brauerei. Die Farbgestaltung des Bieres verhält sich da ähnlich. Ein sehr dunkles braun, dass nur im Gegenlicht als solches zu erkennen ist, verleiht dem Bier seine Farbe. Es wirkt aber eigentlich eher als schwarz. Die Schaumkrone ist schön cremig und hat eine klasse karamellbraune Farbe. Ein dünner Teppich bleibt auf der Bieroberfläche übrig. Der Geruch erinnert an leicht gesüßten Kaffee mit Schokonoten und einem Schuss Alkohol.
Beim Antrunk fällt mir zunächst die schwache Perlung auf. Durchaus nicht ungewöhnlich für ein Stout, hier wirkt das Bier dadruch aber etwas dünn. Doch der Übergang zum Mitteilteil ist gefüllt mit einem ordentlichen Aromenspiel aus Zartbitterschokolade und Espresso Noten. Der brotige Abgang ist garniert mit einem leichten Schuss Alkohol, der aber trotz der üppigen 9% Volumenalkohol nicht penetrant wirkt und ein leicht wärmendes Gefühl hinterlässt. Dennoch fehlt mir etwas die gewünschte Fülle. Ich hätte mir einen kräftigeren Körper gewünscht, der mich bei diesem kalten Wetter abholt und das genießen des Bieres in den warmen vier Wänden noch gemütlicher macht. Für ein Imperial Stout etwas zu wenig. Was ich aber nur wärmstens als „Beilage“ empfehlen kann, ist eine dunkle Schokolade mit Chili Noten. Hat herrlich dazu gepasst.

Brauhaus Riegele

Die größte Privatbrauerei Augsburgs ist das Brauhaus Riegele. Es wurde im Jahr 1884 gegründet als Sebastian Riegele senior die Brauerei Zum goldenen Roß, erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1386, erwarb. Bereits im Jahr 1911 ließ sein Sohn vor den Toren Augsburgs einen Neubau errichten. Zeitgleich wurde im Ortskern das noch heute bekannte Riegele-Haus errichtet. Es wurde vom Augsburger Architekten Hans Schnell im Jugendstil erbaut. Heute ein geschütztes Baudenkmal, war es damals die Bierhalle der Brauerei. Es kam eine eigene Mälzerei hinzu. Durch den Zukauf unterschiedlicher Gastwirtschaften konnte die Brauerei ihren Absatz immer weiter steigern.
Bis heute befindet sich die Brauerei vollständig in Familienbesitz. Sie ist Mitbegründer der Initative Die freien Brauer, die sich sieben Werte auf die Fahnen geschrieben hat, die die Bewährung von Braukunst und Lebensart schützen sollen. Einige Räumlichkeiten der Brauerei können für Tagungen oder Schulungen gebucht werden und es gibt einen eigenen BierExperten Club. Selbst Immobilien bietet die Brauerei auf ihrer Website an. Hier sollte also für jeden etwas dabei sein.
Außerhalb von Bier produziert die Brauerei auch noch Limonaden und Säfte. Sie hat beispielsweise die Namensrechte an der milchsäurebasierten Limonade Chabeso, die vorallem in der Vorkriegszeit weit verbreitet war, und vertreibt diese auch. Zudem gehört das Cola-Orange-Mischgetränk Spezi der Brauerei an und ist seit 1956 eingetragender Markenname, der sich sogar bundesweit zum Gattungsbegriff entwickelt hat.
Neben den klassischen Traditonsbieren braut die Brauerei unter dem Namen Riegele BierManufaktur zudem Biere, die für die Genießer und Querdenker unter uns gedacht sind. So hat sich die Brauerei mittlerweile auch einen Namen in der Craft Beer Szene gemacht und konnte mit den besonderen Kreation schon zahlreiche Experten begeistern.

Biere der Brauerei:
Traditionsbiere:
Feiner Urhell, Würziges Export, Commerzienrat Riegele Privat, Augsburger Herrenpils, Aechtes Dunkel, Sebastian Riegele’s Weisse, Alte Weisse, Leichte Weisse, Alkoholfrei, Speziator, Weisse Alkoholfrei, …golden seit 1386, Kellerbier
BrauSpezialitäten:
Simco 3, Auris 19, Ator 20, Dulcis 12, Noctus 100, Robustus 6, Augustus 8, Amaris 50, Michaeli, Magnus 15

Mehr unter:

Flötzinger Bräu Wies’n Märzen

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Märzen
0,5 L
5,8 % vol.

Das heutige Bier wird jedes Jahr einmalig zum Rosenheimer Herbstfest von der Flötzinger Brauerei Franz Steegmüller gebraut. In Europas größten, frei aufbaubaren Festzelt wird dieses Festbier alljährlich ausgeschenkt und auch für den freien Handel in Flaschen abgefüllt. Eine dieser Flaschen steht nun vor mir.
Das Flaschenetikett orientiert sich farblich am Stadtwappen von Rosenheim, grün, rot und weiß. Auf dem Etikett ist eine Art Maibaumkranz zu sehen. In der Mitte dessen befindet sich der Name des Bieres und der Brauerei. Im oberen Bereich befindet sich eine Abbildung eines alten Pferdegespanns das Bierfässer zieht. Als Zutat auf dem Etikett fällt neben Hopfen auch noch Hopfenauszug auf. Was es genau damit auf sich hat kann ich nicht sagen. Aber wirklich gesehen habe ich das bisher noch nicht.
Im Glas ist nach dem Einschenken ein gold-gelbes Bier zu finden, durch das man durchschauen kann. Es wird von einer sehr üppigen weißen Schaumkrone abgeschlossen. Nach dem Einschenken fällt diese langsam in sich zusammen und hinterlässt einen kleinen Rest auf der Bieroberfläche.
Geruchstechnisch ist das Bier keine große Nummer. Ein leicht süßlich malziger Geruch ist das Einzige was ich vernehme. Der Antrunk ist ebenfalls von Malz geprägt und zieht sich bis in den würzigen Mittelteil hinein und wird zunehmend süßer.
Das Bier schafft das, was ein Festbier schaffen soll. Es ist unglaublich süffig. Mir fehlt leider etwas die Komplexität. Es schmeckt doch sehr einfach. Aber es ist eine super Alternative zu den Festbieren aus München. Im Sommer gerne wieder.