Hitachino Nest DAi DAi Ale


IPA
330 ml
6,2 % vol.

Heute steht ein japanisches IPA vor mir, dass auf den minimalistischen Namen DAi DAi hört. Es kommt aus dem Hause der Kiuchi Brewery und wird neben drei Hopfensorten zudem mit Fukure Mikan, eine alte, wilde Mandarinensorte, gebraut. Mit nur 17 IBU unterschreitet diese Bier die typischen Werte eines IPAs deutlich. Beim Etikett bleibt sich die Brauerei selbst treu. Kleine Eule, große Augen und in diesem Fall farblich passend zur besonderen Zutat in orange gehalten.
Im Glas findet sich ein dezent bernsteinfarbenes Bier mit üppiger Schaumkrone wieder. Diese ist halbswegs beständig, verschwindet aber nach und nach bis nur noch ein dünner Teppich auf der Oberfläche übrig bleibt. Der Geruch ist ein fruchtig-trockener und wirkt auf mich sehr typisch für diesen Bierstil.
Im Antrunk noch sehr zurückhaltend karbonisiert entwickelt sich nach und nach und ausgewogenen Feinperligkeit. Begleitet wird dieser Verlauf vom zunächst fruchtig süßen Geschmack, der im Körper etwas derber wird und an Karamell erinnert. Im Abgang bin ich dann doch über die deutliche Bitterkeit überrascht. Für lediglich 17 IBU ist diese deutlicher zu schmecken als erwartet. Geschmacklich erninnert das Bier nun an Grapefruit.
In Summe ein Bier das sehr gut schmeckt und genau richtig ist, um ein paar weitere davon zu trinken. Sehr guter und deutlicher Geschmacksverlauf der zu keinem Zeitpunkt zu dominant wird.

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Hitachino Nest Red Rice Ale


Rice Beer
330 ml
7,0 % vol.

Dieser Bier der Kiuchi Brewery aus Japan hat seinen Namen durch eine spezielle Zutat bekommen, den Asamurasaki-Reis. Hierbei handelt es sich um eine alte Reissorte, welche zum Brauen des Bieres verwendet wurde und diesem eine leicht rote Färbung verleihen soll.
Das Flaschenetikett ist im für die Brauerei typischen Design gehalten. Es grinst uns die überaus sympathische Eule mit ihren großen Augen an. Optisch hält sich das Etikett an eine pinke Farbgebung.
Im Glas steht ein Bier mit feinporiger und kurzlebiger Schaumkrone. Der Reis erledigt seine Aufgabe vorzüglich und versetzt das bronzefarbene Bier mit einem deutlichen Rotstich. Der Geruch orientiert sich ebenfalls an der Röte und erinnert an einen roten Beerenmix. Äußert fruchtig!
Der erste Eindruck ist dann allerdings etwas ernüchternd. Ein sehr dünnes Bier mit kaum Kohlensäure schlängelt sich durch den Rachen. Bei knalligen sieben Prozent Alkoholvolumen hätte man hier etwas Anderes erwarten können. Danach wird das Bier etwas säuerlich, was sehr gut zum oben beschriebenen Geruchseindruck passt. Danach geht das Bier grundsolide ab. In Summe ein interessantes Bier, da es durchaus anders schmeckt als die hiesigen mit Gerste/Weizen gebrauten Biere. Aber ob dieses Bier tatsächlich nach Reis schmeckt mag ich nicht behaupten. Dennoch macht der ungewohnte Geschmack es besonders, auch weil es dadurch nicht schlecht, sondern einfach anders schmeckt. Und so etwas kommt dem aufgeschlossenen Biertrinker doch entgegen.

Reisebericht Hongkong & Taiwan

In den vergangen Jahren kam ich ja häufiger in den Genuss asiatischer Biere, da mir mein guter Freund Jan aus seiner Wahlheimat Hongkong und den umliegenden Ländern gerne mal ein Präsent mitbrachte. Nun hat es mich diesen Spätsommer selber für 2 Wochen (inkl. einem Kurztrip nach Taiwan) dorthin verschlagen, sodass ich mir selber ein Bild von der Situation vor Ort machen konnte.

Durch die zuvor beschriebene Tatsache waren mir die klassischen Biere in den Regalen durchaus bekannt, sodass es die Suche nach etwas neuen doch erschwerte. Die durchaus in Hongkong und Taiwan vertretenen kleinen, heimischen Brauereien (mit Ausnahme von Gweilo) konnte ich in keinem klassischen Supermarkt entdecken. Lediglich folgende Biere der Großbrauereien aus den umliegenden Ländern schienen mir erwähnenswert:


Zwei sehr klassische Biere aus Taiwan, die es quasi an jeder Ecke zu kaufen gab. Vorallem das Taiwan Beer erfreut sich großer Beliebtheit und ist mit 80 % Marktanteil der klare Marktführer. Es wird nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut (es enthält Reis). Schmeckte erstaunlich gut für ein Standart Bier.


Kujyukuri Ocean Beer – Pils (5 %):
Pilsener von der Kankiku Brewery, einer Micro-Brewery aus Sanbu-gun in der Chiba Präfektur von Japan. Ein sehr klassisches Pils mit etwas stärkerer Malznote, die das Pils etwas süßer dastehen lässt als die klassischen Vertreter.


Kujyukuri Ocean Beer – IPA (5,6 %):
Deutlich fruchtiger als das Pils, behält dabei aber seine malzige Note. Im Abgang mit einer für asiatische Biere guten Bitterkeit.


MOA Session Pale Ale (4,3%)
Von der MOA Brewing Company aus Marlborough in Neuseeland. Körper recht leicht aber dabei gut gehopft. Die vier Hopfensorte Kohatu, Nelson Sauvin, Cascade und Motueka machen das Bier gut fruchtig und erfrischend. Genau das richtige beim schwül-warmen Hongkonger Wetter.

Lediglich in ausgewählten Bars konnte man die Biere der lokalen Brauereien frisch vom Fass ergattern. Hier lohnt es sich auf jeden Fall danach Ausschau zu halten. Wer den geselligen TaBier ebenfalls auf Facebook verfolgt, wird die kurzen Berichte bereits gelesen haben.

Ein absoluter Volltreffer war allerdings die Tatsache, dass vom 22. bis 23. September das Craftbeer-Festival Beertopia auf dem Fährhafengelände von Hongkong Island stattfand. Vor einer atemberaubenden Kulisse konnte man zahlreiche Bier aus aller Welt mit Schwerpunkt auf Asien bzw. Hongkong verköstigen. Alle hier aufzulisten, wäre zu viel des Guten. Es sei nur zu sagen, dass einige Biere, auf Grund der großen Freundlichkeit mancher Brauer, probiert werden konnten ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen. Diese Tatsache, die ich keinesfalls als selbstverständlich betrachte, ließ den sehr teuren Eintrittspreis von über 25 €, wovon knappe 10 € Wertmarken waren, schnell wieder vergessen. Dafür bekam man aber auch mehrere Live-Bands, sowie einen DJ geboten, die teilweise für Partystimmung sorgten. Wäre die Veranstaltung, wie vorher angekündigt, nicht bereits um 23 Uhr geschlossen worden, es wäre eine sehr lange Nacht geworden.
Biertechnisch in Erinnerung geblieben sind beispielsweise die Jungs vom Hongkonger Homebrewing Project. Ihnen wurde auf dem Festivalgelände eine Fläche zur Verfügung gestellt auf der sie ihre Biere der breiten Masse zeigen konnten.

Die sehr teure Lizenzierung und die räumlichen Gegebenheiten in Hongkong lassen es meist nicht zu, dass die Eigenkreationen von jungen, kreativen Brauern den Horizont des „Garagenverkaufs“ an Freunde und Bekannte überschreiten.
Ähnliches hörte man am Stand der Mahanakhon Brewery. Eigentlich in Thailand ansässig, wird das Bier aktuell in Taiwan gebraut. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die beiden weltbekannten thailändischen Biere Chang und Singha fest in Hand der Regierung sind und jedem Konkurrent auf dem inländischen Markt konsequent Steine in den Weg gelegt werden. So war die Auslagerung laut Aussage zwingend notwendig, um die Brauerei überhaupt aufrecht zu erhalten.
Insgesamt ein klasse Festival, dass einiges zu bieten hat. Neben dem verköstigen von zahlreichen Bieren aus teilweise exotischen Ländern wie beispielsweise dem Libanon, konnte man zahlreiche Interessante Gespräche mit den Braueren vor Ort führen. Und das alles vor einem Setting das seinesgleichen Sucht. Absolute Weiterempfehlung!

 

Gweilo IPA


IPA
330 ml
4,8 % vol.

Vor mir steht heute das zweite Bier der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Es ist der „große Bruder“ des bereits von mir getrunkenen Pale Ale, das IPA. Da sind die Hoffnungen natürlich groß, dass dieses Bier ebenfalls zu überzeugen weiß. Es wird mit europäischen Malz und aus einer geheimen Hopfenzusammensetzung aus dem Südpazik und Amerika gebraut.
Das Etikettendesgin unterscheidet sich bis auf den Schriftzug IPA nicht von dem des Pale Ale. Auch hier ist eine englische Wörterbuchdefinition des Begriffs Gweilo zu lesen.
Das IPA hat eine geringere Schaumbildung als der kleine Bruder, was ehrlich gesagt nicht sonderlich schwierig ist bei der Schaumexplosion, die das Pale Ale hervorruft. Das Bier ist trüb und kupferfarbend. Insgesamt sehr ansprechend.
Der Schaum ist zudem deutlich gröber aber ausreichend vorhanden und beständig, wenn auch nur einen halben Finger breit. Der Geruch ist nicht ganz so fruchtig, sondern eher brotig mit süßen Tendenzen.
Leider ist auch dieses Bier zu stark karbonisiert, was den Antrunk etwas erschlägt und kaum Raum für irgendein Aroma lässt. Wenn das prickeln im Gaumen dann irgendwann mal nachlässt, entwickelt sich ein recht erfrischender und süffiger Körper. Dieser geht nach dem sehr unruhigen Antrunk leicht durch die Kehle. Der Abgang weiß dann mit einem gut gehopften Aroma zu überzeugen. Das trockene Ende beschäftigt die Geschmacksknospen auch danach noch etwas. Dennoch ist dieses IPA sehr gemäßigt was das Aromen- und Hopfenspiel angeht. Es ist definitiv kein schlechtes Bier, trifft für meinen Geschmack aber den Bierstil nicht ausreichend.

Gweilo Pale Ale


Pale Ale
330 ml
4,5 % vol.

Beim heutigen Bier handelt es sich um ein Pale Ale der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Diese hat sich auf die Fahne geschrieben, die lokale Bier Welt zu bereichern und eine qualitativ hochwertige Alternative anzubieten. Nach den jüngsten Erlebnissen bezüglich asiatischer Biere von Großbrauereien scheint dies ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu sein. Also voller Elan ran an dieses Bier.
Beim Etikett hat sich die Brauerei etwas ausgedacht, dass ich so noch nicht gesehen habe. Im Endeffekt ist das Etikett nicht mehr als ein Auszug aus einem Wörterbuch, der den Begriff Gweilo beschreibt. Schlicht in schwarz-weiß gehalten macht es in meinen Augen einen ganz guten Eindruck.
In einer goldenen Farbe mit leichtem Orangestich steht dieses leicht trübe Bier im Glas. Auf diesem krönt ein voluminöser und sehr beständiger Schaumdeckel. Da kann man auch noch so behutsam einschenken, der Schaum drängt sich einem quasi auf. Und bereist beim Einschenken verströmt dieses Bier einen stark fruchtigen Duft, der selbst die durch Heuschnupfen geplagte Nase durchdringt.
Der Antrunk ist entgegen des Geruchs etwas dünn geraten und leicht wässrig. Doch dieser Eindruck wird relativ schnell durch ein Geschmackserlebnis abgelöst, welches sich deutlich von allen „großen“ asiatischen Bieren abhebt. Ein voller Körper, der die Fruchtigkeit der eingesetzten Hopfensorten gut herausstellt. Leider ist das Bier etwas zu stark karbonisiert, sodass dies den Geschmack etwas unterdrückt. Für einen asiatischen Vertreter ist der Abgang recht herb und stellt heraus, dass bei der Produktion nicht am Hopfen gespart wurde. Definitiv konkurrenzfähig mit hopfenbetonten Bieren aus unseren Gefilden.
Ein gutes Bier aus der Sonderverwaltungszone Chinas, das Hoffnung macht, das sich die Qualität asiatischer Biere in der Zukunft auch zum positiven entwickeln wird. Großen Dank an meinen guten Freund aus Fernost !

Gweilo Beer

Bei dieser Brauerei handelt es sich um eine noch recht junge Brauerei aus Hongkong. Sie wurd im Juli 2014 von den zwei britischen Freunden Emily und Joe, die in Hongkong leben, gegründet. Emily hatte mit ihrem Mann in England immer Bier gebraut und war nicht zufrieden mit der örtlichen Auswahl in Hongkong. Sie lernte Joe kennen, der eine Vorliebe für neue Biere hat, und beschloss mit im eine eigene Brauerei zu Gründen. Elf Monate später konnte man das erste eigene Bier vorweisen. Hierzu hatte man vorab ca. 150 unterschiedliche Biere und deren Hopfen und Malze studiert. Mit diesem Wissen wurde dann die eigene Vorstellung des perfekten Biers umgesetzt. Seit September 2015 exportiert die Brauerei ihr Bier auch nach Macau und ins grenznahe China. Der Ausbau in weitere Gebiete ist geplant.
Zum Namen: Gweilo ist im ursprünglichen Sinn eine kantonesische Bezeichnung für Kaukasier. Wörtlich übersetzt heißt es so viel wie Geistermensch, wobei mit dem geisterhaften hier eher die Farbe Weiß gemeint ist. Dieser Begriff entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts als die Europäer Teile von Chinas kolonalisierten. Der Begriff ist durchaus negativ belegt und je nach sprachlicher Variation sogar mit einem rassistischen Unterton versehen. Die Brauerei hat diesen Namen bewusst gewählt und möchte das negative Image des historisch gewachsenen Begriffs ins positive umwandeln. Man soll in Hongkong mit dem Begriff nicht mehr abfällige Gedanken zu westlichen Menschen verbinden, sondern gutes Bier.

Biere der Brauerei:
Pale Ale, IPA, Wit

Mehr unter:

Hite


Lager
0,5 L
4,3 % vol.

Heute steht ein Bier von der Aktiengesellschaft Hite Brewery Company Limited aus Südkorea vor mir. Es handelt sich um das wohl bekannteste Bier aus Südkorea, Hite. Neben Bier produziert dieser Getränkegigant noch Reiswein und Mineralwasser. Im Jahr 2006 hat man zudem einen der größten Soju-Hersteller (asiatischer Branntwein aus Reis und Kartoffeln, Weizen oder Gerste), Jinro, übernommen.
Das heute vor mir stehende Bier ist das meistverkaufte in Südkorea. Es wird seit 1993 angeboten. Neben dem weiteren beiden nationalen größen OB und Cass findet man es in quasi jeder Bar Südkoreas. Wie in Asien üblich wird auch dieses Bier mit Reis gebraut. Zudem weißt uns das Etikett darauf hin, dass dieses Bier bei null Grad filtriert wurde. Hoffentlich ist dadurch nicht jegliches Aroma im Bier verloren gegangen. Über das Rückseitenetikett brauche ich nichts weiter zu sagen.
Im Glas legt das Bier leider einen ähnlichen schwachen Auftritt wie das Cass hin. Sehr helle Farbe mit einer kaum vorhandenen Schaumkrone. Ich würde behaupten nebeneinander gestellt sind diese Bier nicht zu unterscheiden. Auch der Geruchstest kann hier keinen eindeutigen Unterschied herausstellen.
Im Geschmack unterscheiden sich die beiden Biere dann aber doch, jedoch zu Ungunsten des Hite. Das sehr kalte Filtrieren hat dem Bier einen unglaublichen dünnen Körper verliehen. Zwar ist es bei niedriger Trinktemperatur durchaus erfrischend. Vor allem wenn man sich die warmen Temperaturen im Sommer vor Augen führt. Aber dies ist nur ein schwacher Trost bei dem was dieses Bier an Geschmack mit sich bringt. Einem sehr wässrigen Antrunk folgt ein leicht karbonisierter Körper mit einem minimal hervorstechendem Geschmack von Hopfen. Im Abgang verschwindet dieser aber wieder komplett und es bleibt der wässrige Gesamteindruck. Ich danke Jan trotzdem für dieses Mitbringsel.

Cass


Lager
0,5 L
4,5 % vol.

Wiedermal darf ich ein Mitbringsel meines asiatischen Importeurs (Danke Jan !) probieren. Diesmal handelt es sich um ein Lager aus Südkorea. Es wird von der Oriental Brewery (OB) gebraut, und damit von der selben Brauerei wie das Blue Girl. Die Brauerei wurde 1952 gegründet und 1998 an den Konzern Anheuser-Busch InBev verkauft. Sie produziert einige der beliebtesten Biere in Korea, die allesamt mit Reis anstelle von Malz gebraut werden. Das nun vor mir stehende ist nach dem Marktführer Hite, dass beliebteste Bier der Koreaner. Die Hochzeit erlebte dieses Bier in den 80er Jahren als man einen Makrtanteil von mehr als 70% sein Eigen bezeichnen durfte. Ab dem Jahr 1994 musste man aber den Platz an der Sonne abgeben. Dann schauen wir mal wie sich die koreanischen Biervorlieben mit denen meiner decken.
Auf Grund der vorhergegangenen Erfahrung mit den „großen“ Marken aus Asien ergibt sich nach dem Einschenken leider ein erwartetes Bild. Ein hellgelbes, glasklares Bier mit einer minimalen und sehr grobporigen Schaumkrone. Wirklich einladend sieht es nicht aus. Auch olfaktorisch kann dieses Bier keine Besonderheiten aufweisen und ist diesbezüglich quasi nicht vorhanden.
Beim Antrunk verzieht einem dieses Bier leider auch direkt das Gesicht. Ein unbestreitbarer metallischer Geschmack nimmt dem Bier jeglichen Raum für weitere Aromen. Der Körper ist zwar durch den guten CO2-Gehalt recht prickelnd, kann dieses Bier aber auch nicht retten. Im Abgang lasst dieses Bier leider auch fast die komplette Hopfigkeit vermissen. Und das bisschen was man bekommt, beißt sich dann mit dem metallischen Geschmack, der dieses Bier dominiert. Biertrinkertechnisch bin ich definitiv kein Koreaner!

Leo Beer

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Lager
330 ml
5,0 % vol.

Heute steht der kleine Bruder des bekannten thailändischen Singha Beer vor mir, das Leo Beer. Es stammt aus derselben Brauerei, der Boon Rawd Brewery (บริษัท บุญรอดบริวเวอรี่ จำกัด). Auf dem Etikett ist ein Jaguar zu sehen, der diesem Bier wohl seinen Namen gibt. Das Flaschenhalsetikett ist ähnlich aufgebaut nur das hier der Name auf thailändisch zu lesen ist.
Das Bier hat eine goldene, fast glasklare Färbung. Die Schaumbildung ist mäßig. Trotzdem ist das Bier im Glas recht unruhig und weißt deutliche Perlung auf. Auch beim Geruch hält sich das Bier dezent zurück und ist kaum vernehmbar. Lediglich leichte Malznoten sind zu vernehmen.
Leider hat das Bier auch im Geschmack keine große Komplexität vorzuweisen. Es schmeckt sehr einfach und wie beim Geruch nicht sonderlich intensiv. Das Malz ist der einzige Geschmacksträger und auch die Komponente, die dem Bier das bisschen Körper gibt, das es hat. Im Abgang kommt leichte Süße heraus, die einen kleinen Akzent setzt. In Summe ein trinkbares Allerweltsbier und insgesamt vielleicht sogar etwas besser als der große Bruder Singha, wobei mein letztes schon einige Zeit her ist. Ich danke dem Herrn Dr.!

Laoshan

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Light Lager
600 ml
4,7 %

Es geht mal wieder nach Asien. Ein weiteres Bier der Tsingtao Brewery hat mir mein Freund Jan aus dem fernen Osten mitgebracht. Vielen Dank dafür! Es handelt sich um das Laoshan, benannt nach einem Stadtbezirk von Qingdao bzw. dem angrenzenden Gebirge mit dem im Daoismus als heiligen Berg angsehenen Laoshan. Aus diesem Gebirge stammt auch das Wasser, das die Tsingtao Brauerei für ihre Biere benutzt und den Produkten so einen besonderen Geschmack verleihen soll.
In einer sehr großen, langhalsigen Grünglasflasche steht das Bier vor einem. Auf der Flasche ist ein Relief mit dem Schirftzug Tsingtao zu sehen. Ein relativ steril gehaltenes Etikett, das am Hals aus Goldfolie besteht, zeigt dem potenziellen Trinker an womit er es hier zu tun hat. Im unteren Bereich ist relativ klein der Gebirgszug zu sehen, der diesem Bier seinen Namen gibt.
Das Bier hinterlässt im Glas ein sehr helles Bild. Die Farbintensität ist sehr gering, sodass es leicht wässrig aussieht. Auch die Schaumkrone ist sehr grob und von kurzer Lebensdauer. Der Geruch weiß leider ebenfalls nicht zu überzeugen. Dieser ist genauso dünn wie das Aussehen.
Der Antrunk überrascht dann doch zunächst. Durch eine recht starke Karbonisierung erzeugt das Bier ein recht volles Mundgefühl. Doch schnell wird klar, dass außer der Kohlensäure nicht viel mehr vorhanden ist. Bis zum Abgang nimmt man keine wirklich prägnanten Geschmäcker zu Kenntnis. Erst im letzten Drittel weißt das Bier einen Hauch von Süße und minimaler Hopfung auf.
Ich habe schon deutlich schlechtere Biere aus Fernost trinken müssen, doch wirklich überzeugen kann mich auch dieses nicht.