Double Hop Monster


IPA
330 ml
7,2 % vol.

Heute steht ein wahres Monster vor mir, ein Hopfenmonster. So sagt es uns zumindest das Etikett. Es handelt sich dabei um ein IPA des englischen Brauereikonzerns Greene King. Ob mich dieses Bier tatsächlich das Fürchten lehrt, werde ich gleich am eigenen Leib erfahren. Vorab ist aber zu sagen, dass ich das Etikett sehr gelungen finde! Ein zweiköpfiger Drache, der sich gegen anfliegende Pfeile zu wehren versucht, ziert das Etikett. Akzente werden durch die Flügel des Drachen und der Pfeilenden gesetzt, die golden eingefärbt sind. Dazu alles mit Liebe zum Detail gezeichnet, super!
Kommen wir nun zum Inhalt. Beim Einschenken entsteht leichte Schaumbildung, nicht sonderlich ausgeprägt, dafür aber feinporig und langlebig. Das Bier hat eine klare, gold-gelbe Farbe und verströmt einen sehr ansprechenden Hopfengeruch, der leicht grasig und süßlich ist.
Der Antrunk ist mir persönlich etwas dünn geraten und macht einen wässrigen Eindruck. Glücklicherweise hält sich das Bier damit nicht sonderlich lange auf. Es folgt sehr bald ein ausgewogener Körper mit einer kräftig aromatischen Honignote, die neben der Süße auch eine Portion Würzigkeit mitbringt. Definitiv der Beste Teil des Bieres. Ich spreche hier von einem Teil, da das Bier für mich leider keine Einheit bildet. Der Bruch zum sehr gemäßigten Abgang ist mir dafür zu groß. Es fehlt mir für ein IPA deutlich an Bitteraromen. Zudem fehlt mir das trockene Aroma, welches bei sortengleichen Bieren länger im Geschmack bleibt. Hier ebbt es viel zu schnell ab. In Summe ein grundsolides Bier, welches meiner Meinung nach zu wenig Kohlensäure besitzt und dadurch in Kombination mit den nicht ganz zur Geltung kommenden Aromen im Ganzen zu dünn ist. Das Etikett macht sich aber sehr gut in jeder Bierflaschen-Vitrine.

Hoppy Bunny A.B.A.


American Black Ale
12 fl. oz. (355 ml)
7,3 % vol.

Frohe Ostern ! Passenderweise habe ich noch ein Bierchen auf Lager gehabt, welches quasi danach schreit an diesem langen Oster-Wochenende getrunken zu werden. Es handelt sich um ein American Black Ale (ABA) der The Duck-Rabbit Brewery, welche schwerpunktmäßig dunkle Biere braut. Die Brauerei stammt aus der US-amerikanischen Stadt Farmville in North Carolina. Wiedermal geht der Dank an Lars, der mit diesen Genuss ermöglicht.
Auf dem Flaschentikett ist das Logo der Brauerei zu sehen, welches jegliche Fragen bezüglich des Brauereinamens klärt. Je nach Biersorte findet sich das Logo in leicht abgewandelter Form auf dem Etikett wieder. Im Falle des vor mir stehenden Hoppy Ale hat der Duck-Rabbit einen Kranz mit Hopfendolen auf dem Kopf. Das Bier wird mit acht verschiedenen Hopfensorten eingebraut. Die Sorten Chinook (USA) und Motueka (Neuseeland) sind überrepräsentativ vertreten.
Das Bierglas füllt sich mit einer Flüssigkeit, die von kräftiger Schwärze nur so strotzt. Das Bier ist opak, also lichtundurchlässig. Der Schaum ist schön cremig und von einer hellbraunen Farbe, wie bei einem guten Kaffee. Und auch der Geruch erinnert an einen solchen. Gute Röstaromen mit einer süßen Note.
Über den Antrunk muss man leider nicht viele Worte verlieren. Hier hält sich das Bier noch sehr schüchtern zurück. Dann folgt aber ein Brett an Aromen. Perfekt karbonisiert breitet sich im Mundraum ein Geschmack nach dunkler Schokolade, Kaffee und Malz aus. Diese süße ebbt nach und nach immer mehr ab, und Röstaromen übernehmen die Rolle. Im Abgang bleiben dann nur noch diese übrig, versehen mit einer ausgewogenen Bitterkeit. Schöner Gemacksverlauf eines Bieres, dass zwar Startschwierigkeiten im Geschmack hat, aber durch sein Aussehen, Geruch und vorallem dem restlichen Geschmack überzeugen kann. Man schmeckt das hier Experten für dunkles Bier am Werk waren.

Gweilo Pale Ale


Pale Ale
330 ml
4,5 % vol.

Beim heutigen Bier handelt es sich um ein Pale Ale der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Diese hat sich auf die Fahne geschrieben, die lokale Bier Welt zu bereichern und eine qualitativ hochwertige Alternative anzubieten. Nach den jüngsten Erlebnissen bezüglich asiatischer Biere von Großbrauereien scheint dies ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu sein. Also voller Elan ran an dieses Bier.
Beim Etikett hat sich die Brauerei etwas ausgedacht, dass ich so noch nicht gesehen habe. Im Endeffekt ist das Etikett nicht mehr als ein Auszug aus einem Wörterbuch, der den Begriff Gweilo beschreibt. Schlicht in schwarz-weiß gehalten macht es in meinen Augen einen ganz guten Eindruck.
In einer goldenen Farbe mit leichtem Orangestich steht dieses leicht trübe Bier im Glas. Auf diesem krönt ein voluminöser und sehr beständiger Schaumdeckel. Da kann man auch noch so behutsam einschenken, der Schaum drängt sich einem quasi auf. Und bereist beim Einschenken verströmt dieses Bier einen stark fruchtigen Duft, der selbst die durch Heuschnupfen geplagte Nase durchdringt.
Der Antrunk ist entgegen des Geruchs etwas dünn geraten und leicht wässrig. Doch dieser Eindruck wird relativ schnell durch ein Geschmackserlebnis abgelöst, welches sich deutlich von allen „großen“ asiatischen Bieren abhebt. Ein voller Körper, der die Fruchtigkeit der eingesetzten Hopfensorten gut herausstellt. Leider ist das Bier etwas zu stark karbonisiert, sodass dies den Geschmack etwas unterdrückt. Für einen asiatischen Vertreter ist der Abgang recht herb und stellt heraus, dass bei der Produktion nicht am Hopfen gespart wurde. Definitiv konkurrenzfähig mit hopfenbetonten Bieren aus unseren Gefilden.
Ein gutes Bier aus der Sonderverwaltungszone Chinas, das Hoffnung macht, das sich die Qualität asiatischer Biere in der Zukunft auch zum positiven entwickeln wird. Großen Dank an meinen guten Freund aus Fernost !

Aotearoa Pale Ale

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APA/NZPA
330 ml
5,8 % vol.

Vor mir steht heute ein Bier, welches mich erstmal auf die falsche Fährte gelockt hat. In großen Lettern prangt APA auf der Flasche. Der interessierte Biertrinker denkt: Klar, ein American Pale Ale. Ha! Falsch gedacht. Dieser Vertreter stammt aus Neuseeland und das A in der Abkürzung steht für Aotearoa. Dies ist die gängigste Māori Bezeichnung für Neuseeland. Übersetzt heißt es so viel wie „Land der langen weißen Wolke“. Es ist also eher ein NZPA als ein APA.
Das Bier kommt in der Tuatara Brewing üblichen Flasche daher. Das Design ist angelehnt an die Brückenechse (Tuatara). Oberhalb der Flaschenschulter ist die Flasche „geschuppt“. In der Mitte erstreckt sich dann vertikal ein für Echsen typischer „Rückenkamm“. Starke Idee, die die Flaschen unverkennbar macht. Und auch der Kronkorken fügt sich in das Gesamtbild ein. Ein Reptilienauge mit spaltenförmiger Pupille beobachtet uns von dort.
Mit 46 Bittereinheiten bewegt sich der Pale Ale Vertreter aus Ozeanien noch im gemäßigten Bereich. Das Bier wird mit vier neuseeländischen Hopfen- (Pacific Jade, Nelson Sauvin, Cascade und Motueka), sowie vier neuseeländischen Malzsorten (Lager, Ale, Light Crystal, Medium Crystal) eingebraut. Das klingt doch schon mal nett.
Im Glas macht der neuseeländische Vertreter dann ebenfalls ein ganz nettes Bild. Eine kräftig goldfarbene Flüssigkeit mit Kupferstich fühlt das Bierglas. Es bildet sich eine schmale Schaumkrone, die recht schnell in sich zusammenfällt und kleine Schauminseln auf der Oberfläche übrig lässt. Absoluter Hammer ist der Duft den dieses Bier versprüht. Es riecht nach tropischen Früchten, wie Ananas, und erfrischender Süße, wie bei selbstgemachter Marmelade oder Trauben. Und das alles mit einer wahnsinnigen Intensität. Ich bin begeistert!
Mit einem erstaunlich kräftig würzigen Antrunk startet dieses Bier. Mäßige Perlung kitzelt den Gaumen. Dann setzt das Aroma ein, dass bereits die Nase schmeichelte. Zu den bereits beschriebenen fruchtig-süßen Aromen gesellt sich nun noch süßes Karamellmalz. Dies findet aber sehr guten Einklang. Der Abgang wird durch ein frisches und zugleich trockenes Hopfenaroma bestimmt. Für mich persönlich sind die 46 Bittereinheiten etwas zu schüchtern. Es hätte gerne noch etwas kräftiger sein dürfen. Dennoch passt sich der Hopfen sehr gut in das Gesamtbild ein. Doch viel stärker als auf der Zunge, bleibt dieses Bier in der Nase hängen. Einfach klasse wie es duftet. Und hier ist dann leider die Diskrepanz zum leichten, aber guten Geschmack. Die Basis ist da, um diesem Bier noch stärker zu machen. Den Duft werde ich so schnell aber nicht vergessen.

Scotch C.T.S.

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Scotch Ale/Wee Heavy
25 cl
7,2 % vol.

Dieses belgische Bier wird aktuell von der größten Brauereigruppe der Welt, Anheuser-Busch InBev, in Leuven (Löwen) gebraut.
Erstmalig wurde das Bier von der Brouwerij Wielemans aus der Brüsseler Gemeinde Vorst gebraut. Nach dem ersten Weltkrieg wurden englische Ales in Belgien wiederentdeckt. Auch Stouts eroberten sich ihren Platz in der belgischen Bierlandschaft. So entwarf die Brouwerij Wielemans 1921 das Crowned Trees Stout und fünf Jahre später das Crowned Trees Scotch. Der Name für die Biere leitet sich von den gekrönten Bäumen auf dem Wappen der Gemeinde Vorst ab. Die Stout-Variante verschwand in den 1960er Jahren, sodass heute nur noch das Scotch C.T.S. gebraut wird. Im Jahr 1988 wurde das letzte Bier in der Wielemans Brauerei gebraut, die danach von Stella Artois übernommen wurde. Heute befindet sich im alten Brauereigebäude das Zentrum für zeitgenössische Kunst, das im Jahr 2007 eröffnete.
Die kleine Braunglasflasche kommt mit einem dunklen Etikett daher. Auf diesem ist im oberen Bereich das alte Brauereilogo der Brouwerij Wielemans vor goldenem Hintergrund zu sehen. Auf diesem sieht man auch die Crowned Trees. Mir persönlich gefällt das Etikett ganz gut. Es lässt das Bier recht edel wirken. Hoffentlich ist dies nicht mehr Schein als Sein. Dann mal ran an dieses schottische Ale aus Belgien.
Eine dunkle, kastanienbraune Flüssigkeit erfüllt das Glas und bildet dabei eine kleine und cremige Schaumkrone, die kurz Bestand hat und dann nach und nach verschwindet bis nur noch kleine Schauminseln übrig sind. Im Geruch dominieren Röstaromen, die an gesüßten Kaffee erinnern.
Mit einer weichen Kohlensäure schmiegt sich das Bier dem Mundraum an. Erstaunlich süßes Malz gepaart mit dem Geschmack von reifen Kirschen lassen das Bier sehr gut starten. Danach übernehmen leichte würzige Noten das Geschehen. Dies passt dann wiederum sehr gut zum von Röstaromen geprägten Abgang. Insgesamt ein recht süßes Ale, dem man seine sieben Prozent Alkohol in keinster Weise anmerkt. Die kleine Flaschengröße ist in diesem Fall sehr ärgerlich, denn davon trinke ich gerne mehr. Das Rezept scheint der Bierriese zumindest nicht zerstört zu haben.

Nachtrag:
Scotch Ale war ursprünglich der Name für ein starkes Pale Ale aus Edinburgh im 19. Jahrhundert. Später wurde der Name regionalisiert, sodass jedes stärkere Pale Ale aus Schottland Scotch Ale oder Wee Heavy genannt wurde. Traditionelle Scotch Ales werden lange im Braukessel gekocht bis die Würze karamelisiert. Dadurch entsteht die dunkle Farbe.

Emelisse Blond

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IPA
33 cl
6,8 % vol.

Bei diesem vermeindlichen „Blonden“ von der Brauerei Emelisse aus Kamperland handelt es sich um ein IPA. Es wird mit der neuseeländischen Hopfensorte „Nelson Sauvin“ gebraut. Dieser soll dem Bier Aromen eines Sauvignon Blanc verleihen, sowie Nuancen von Grapefruit und Stachelbeere. Das klingt frisch-fruchtig. Und auch das Etikett lässt dies vermuten. In einem strahlendem grün ziert das Etikett die kleine, braune Longneck-Flasche. In weißer Farbe steht darauf nur das Nötigste, und das reicht auch. Es macht einen neugierig, was sich darin befindet. Dann wollen wir mal reinschauen.
Im Glas erstreckt sich ein orange-bernsteinfarbenes Bier mit guter und cremiger Schaumkrone. Man erkennt sofort, dass es sich beim Emelisse Blond definitiv um kein klassisches Blondes handelt. Der Duft entfaltet sich leider nicht so richtig. Man vernimmt minimal etwas grasiges, leicht süßliches. Es könnte Karamell sein. Das Bier startet geschmacklich recht süß, bevor der Hopfen voll dazwischen grätscht. Malz und süße Karamellnoten bestimmen die ersten Sekunden, was die Geruchswahrnehmung bekräftigt. Eine leichte Tendenz von Weißwein meint man tatsächlich auch zu vernehmen. Und wie es sich für ein IPA gehört, feiert im Abgang der Hopfen seine eben erwähnte Party. Aber nicht einfach mit Bitterkeit, sondern der Hopfen zeigt seine Facetten. Leichte süß-säuerliche Noten mischen sich zwischen die Bitterkeit und lassen diese recht frisch wirken.
Ein wirklich gutes IPA einer jungen und innovativen Brauerei. Ich durfte zwar schon meiner Meinung nach bessere trinken, aber dieses gehört auf jeden Fall ins obere Drittel.

Martin’s IPA

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IPA
33 cl
6,9 % vol.

Dieses India Pale Ale stammt aus der belgischen Brauerei John Martin. Kurz vor dem Abschluss der Fermentation werden frische Hopfendolden in den Sud gegeben und verleihen dem Bier so seinen einzigartigen blumig-pfeffrigen Geruch, behauptet zumindest die Brauerei. Das werde ich dann gleich mal überprüfen. Aber zunächst zum Etikett. Recht schlicht gehalten kommt es in einer schwarz-orangen Aufmachung daher. In orange sind hierbei die wichtigsten Fakten geschrieben, sodass man auf den ersten Blick erkennt, um welche Sorte Bier es sich handelt und danach erst wer es denn gebraut hat. Mir gefällt es.
Beim Öffnen der Flasche begegnet mir eine neue Dimension der Flaschengärung. Mit einem ordentlichen Zischen löst sich der Kronkorken mit der Flasche. Kurz danach arbeitet sich aufquellender Schaum nach oben, der schon bald seinen Weg aus der Flasche findet. Also schnell ins Glas damit. Aber mit Bedacht, denn dieses Bier perlt ordentlich. Die Schaumkrone, die sich auf dem bernsteinfarbenden IPA bildet, ist von sehr cremiger und beständiger Konsistenz und verleiht dem Bier noch lange eine wunderbare Optik. Besser geht es nicht. Vom angepriesenen blumig-pfeffrigen Geruch sticht definitiv das Blumige heraus. Ein fruchtiger Geruch mit einem Stich Honig mischt sich mit einer leicht malzigen Note. Auch dies weiß zu gefallen.
Der hohe Gehalt an Kohlensäure beweist im Antrunk seine sanfte Seite und schmiegt sich sehr gut an das leicht süß startende Bier. Insgesamt kommt es im Mund sehr „weich“ daher. Was bei einem guten IPA natürlich nicht fehlen darf, ist der ordentliche Schuss Bitterkeit. Diese zieht sich von Anfang an durch das Bier und entfaltet sich bis zum Ende. Dabei wirkt es aber zu keinem Zeitpunkt zu aggressiv und entwickelt tatsächlich einen eigenen Geschmack.
Auf der Flasche steht geschrieben „Belgium’s „Finest IPA““. Dies mag ich nicht zu beurteilen, aber es reiht sich sehr weit oben ein.

Grotten Santé

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Brown Ale
33 cl
6,5 % vol.

Dieses Bier stammt von der jungen, belgischen Brauerei Kazematten. Es ist eine neue Version des „Grottenbier“ der St. Bernardus Brouwerij, bei dem der Braumeister Hans Depypere auch schon seine Finger im Spiel hatte. Pierre Celis (21. März 1925 – 9. April 2011), einer der bekanntesten belgischen Brauer, verkaufte im Jahr 2002 seine Bierkreation „Grottenbier“ an die St. Bernardus Brouwerij. Die Idee des Bieres ist es, dass die konstant niedrigen Temperaturen in einer Grotte, ähnlich wie in einer Höhle, den Geschmack des Bieres positiv beeinflussen. Depypere investierte einiges in die Vermarktung dieser Bierkreation. Und nun hat dieses Bier in den Kazematten einen neuen Namen und ein neues Zuhause gefunden, wird aber weiterhin nach der gleichen Rezeptur gebraut.
Die kleine Braunglasflasche ist mit einem blau und beige gehaltenen Etikett versehen. Auf dem Etikett sieht man den Festungseingang der Kasematten von Ieper. Links und rechts flankiert ist der Eingang von einer Banderole mit den Aufschriften Ieper/Ypres. Im oberen Bereich befindet sich zudem das Stadtwappen. Das Logo der Brauerei ist auf dem Flaschenhalsetikett vermerkt.
Beim Einschenken erstreckt sich ein stark schäumendes, kastanienbraunes Bier im Glas. Die Schaumkrone hat eine leicht bräunliche Nuance und bleibt recht lang bestehen. Beim Duft dominieren süße Malzaromen, die einem Lust auf dieses Bier machen.
Ordentlich Kohelnsäure macht sich im Antrunk breit und wird abgelöst von einem dem Duft entsprechenden Geschmack. Süßes Malz bestimmt den ersten Eindruck und geht nahtlos über in eine dezente Bitterkeit. Nicht sonderlich stark, was hier meiner Meinung nach aber passt, da der Kontrast zur Süße sonst zu groß wäre. Im Abgang macht sich dann nochmal das Malz bemerkbar, diesmal jedoch von seiner anderen Seite. Röstaromen bestimmen den letzten geschmacklichen Eindruck dieses Bieres und runden ein gutes, dunkles Bier aus der kleinen belgischen Brauerei ab.

Formidabel

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Blonde Ale
33 cl
5,5 % vol.

Verduiveld lekker!

Dieses sehr patriotisch anmutende Bier stammt von der belgischen Brauerei Broeder Jacob. Eine meiner Errungenschaften aus dem sehr gut ausgestatteten Getränkemarkt „De Biergrens“ in Baarle-Nassau/Hertog. Es wird mit drei verschiedenen belgischen Hopfen gebraut: Magnum für die Bitterkeit, East Kent Golding für das würzige Aroma und Cascade für das Citrus-Aroma. Hinzu kommen die Getreidearten Gerstenmalz, Weizen und Hafer. Die Nachgärung in der Flasche soll diesem Bier einen weichen Geschmack und eine cremige Schaumkrone verleihen.
Auf dem gelben Etikett schaut uns eine böse dreinblickende, gehörnte Fratze einer Art Teufels an. Das Gesicht ist angemalt wie das eines enthusiastischen Anhängers Belgiens während der Fußball Weltmeisterschaft. Davor prangt der Schriftzug „Formidabel“ und im unteren Bereich ist das Brauerei-Logo zu sehen. Sieht erschreckend gut aus.
Im Glas ergießt sich ein leicht trübes, gelbes Ale, das ordentlich perlt und eine schöne Schaumkrone bildet, die einige Zeit bestehen bleibt. Die trübe Optik verbunden mit der nicht ganz so stark ausgeprägten Farbe lassen das Bier auf mich ein wenig vergoren wirken. Die Duftnote des Bieres bestimmt der Cascade Hopfen, eine leichte Citrus-Note ist zu vernehmen.
Also dann mal ran an den teuflischen Patrioten aus Flandern. Eine Menge Kohlensäure füllt zunächst den Mundraum. Nach dem man diesen überlebt hat, folgt leider ein kurzer Abschnitt Leere. Erfrischend, aber leider ohne Tiefgang. Dann folgt ein kurzer Abschnitt von leichter Süße, der dann von einer Magnum Bombe abgelöst wird. Ordentlich herb im Abgang verabschiedet sich der belgische Teufel. Hier jedoch in meinen Augen leider auch nicht ganz optimal. Etwas trocken wird der Hals und es bleibt ein selbiges Gefühl. Bis zum nächsten Schluck, denn um ein schlechtes Bier handelt es sich hier definitiv nicht.

Stefan’s Indian Ale

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IPA
0,75 L
7,3 % vol.

Diese Ale stammt von der Brauerei Gebr. Maisel aus Bayreuth und zählt zum Spezialitätensortiment Maisel & Friends. Hierfür wollte man sich nicht auf die eigenen Geschmacksnerven verlassen und hat sich Leute dazu geholt, die einen anderen „Genuss-Background“ haben. Der Leitspruch lautet: Biere von starkem Charakter. Damit springt die Brauerei auf den großen Craft-Bier-Boom der Branche auf.
Stefan’s Indian Ale ist eine Interpretation eines IPA’s vom Winzer und Sommelier Stefan Sattran. Er und der heutige Brauereiinhaber Jeff Maisels kennen sich schon von Kindestagen an und pflegen noch heute eine gute Freundschaft. Sattran beschreibt seine Kreation als „inspirierend und exotisch“. Ihm fehlt beim Bier die Vielschichtigkeit im Geschmack, die ein guter Wein aufzuweisen hat. Na dann wollen wir mal schauen, was der Herr Traubenpflücker von Hopfen und Malz versteht.
Das Etikettendesign ist relativ schlicht gehalten. Auf der braunen 0,75 Liter Flasche prangt ein orange-schwarzes Etikett, auf dem im oberen Bereich das Maisel & Friends Logo zu sehen ist, und im unteren Bereich Fakten zum Bier. Den recht langen Flaschenhals ziert ein Streifen, ähnlich wie bei manchen Bügelflaschen, im selben Design.
Beim Einschenken erstreckt sich ein trübes, goldenes Bier mit orangenen Farbtendenzen im Glas. Es entsteht eine ordentliche Schaumkrone, die jedoch schnell in sich zusammenfällt und cremeige Schauminseln auf dem Bier hinterlässt. Sieht lecker aus. Der Geruch ist recht schwach ausgeprägt, lässt aber Citrusfrüchte vermuten. Na dann mal ran an den Gerstensaft.
Im Antrunk begegnet einem der süß-fruchtige Geschmack, den der Geruch schon angedeutet hat. Jedoch recht dezent, sodass dieser auch schnell wieder abebbt und die Tür für eine karamellige Süße öffnet. In diese mischen sich erste Nuancen des Hopfens. Auf dem Etikett wird von „Waldhonig“ gesprochen. Ganz so empfinde ich es nicht, aber es geht zumindest in die Richtung. Der Abgang wird schließlich von der für ein IPA typischen Bitterkeit dominiert. Kräftig hopfig geht dieses Bier seinem Geschmacksende entgegen. Trotz deutlicher Herbe weiß sich dieser Geschmack trotzdem mit der Süße zu arrangieren.
Alles in allem ein gelungenes Bier des passionierten Winzer Stefan Sattran. Die Vielschichtigkeit dieses Bieres zeigt auf, welche verschiedenen Verbindungen zwischen Hopfen, Malz und Hefe ein Bier zu einem Getränk machen können, das eben mehr als nur nach Bier schmeckt. Einziger Kritikpunkt meinerseits, ist der etwas zu herbe Abgang. Zwar ist die Süße im Einklang mit der Herbe, aber Letztere ist dann doch zu dominant. Und bei über sieben Prozent Alkoholgehalt ist die große Flasche natürlich auch nichts für „Nagut, ein Bier kann ich trinken“ !