Orca Brau Bierpaket

Es ist schon einige Monate her, dass ich über ein Gewinnspiel bei Facebook auf diese kleine Brauerei aus Nürnberg aufmerksam geworden bin. Trotz nicht erfolgreicher Teilnahme habe ich mich daraufhin entschieden das
Paket zu bestellen und habes nicht bereut.

Über die Brauerei und seinen Gründer Felix vom Endt haben schon zahlreiche Seiten berichtet, sodass ich an dieser Stelle nur auf die entsprechenden Seiten verweise:
https://www.hopfenhelden.de/orca-brau
http://www.bier-entdecken.de/felix-vom-endt-von-orca-brau/
https://craftbeer-revolution.de/specials/bierland-franken-interview-mit-felix-vom-endt
und natürlich auf der noch etwas spartanischen Homepage: 

Kommen wir nun aber zu den Bieren aus dem Paket. Teilweise wurden diese als Neuauflage von älteren Varianten gebraut, teilweise sind es komplett Neue und teilweise sind diese auch schon gar nicht mehr zu bekommen.

 


anders! (Hopfengestopft mit Colombus,Citra und Mosaic)
Double Pale Ale
6,3 % vol.
Sehr schönes Landschaftspanorama als Etikettenbild, halt einfach mal anders! Unter dem Namen wurden bereits mehrere Biere gebraut und immer wieder wurde mit verschiedenen Hopfensorten experimentiert. Der sehr fruchtige Citra Hopfen spielt in diesem Fall sehr gut mit dem ebenfalls fruchtigen Mosaic. Wahnsinnige Hopfenbombe, sowohl im Geruch als auch im Geschmack. Ein hoch auf das Hopfenstopfen! Im Geschmack paart sich noch etwas süßliches Malz dazu. Im Verhältnis zum Aroma kaum bitter. Klasse Bier von dem man leicht ein paar mehr trinken könnte.


Road Sip (Hopfengestopft mit Simcoe)
American IPA
6,5 % vol.
Ebenfalls ein Landschaftsbild als Etikettendesign. Passend zum Namen an einem Straßenrand aufgenommen. Und auch wie das anders! wurde dieses Bier hopfengestopft und das schmeckt man auch. Fruchtig-bitter wirkt dieses Bier im Geschmack sehr harmonisch. Hinzu kommt eine kräftige Malzsüße. Das Etikett spricht hierbei von Harz und Wald. Sehr ausgewogen karbonisiert,lässt sich dieses Bier sehr gut trinken. In meinen Augen ein sehr einsteigerfreundliches IPA mit gutem Geschmack.


rot (mit Mosaic, Simcoe und Hallertauer Blanc)
Red Ale
5,6 % vol.
Als Etikettendesign wurde eine Straßenkarte gewählt, die ich leider örtlich nicht eindeutig zuordnen kann und vielleicht einfach so auch nicht existiert. Es ist unteranderem die Wall Street zu erkennen. Welchen Bezug New York zu diesem Bier hat, könnte ich dann aber auch nicht sagen. Die Farbe vom Bier erinnert an Kastanien, sogar noch eine Nuance rötlicher. Der Namen verspricht also nicht zuviel. Im Geschmack ordentlich sauer-fruchtig, nach roten Beeren. Für mich persönlich sogar ein Stück zu sauer. Vor allem beim ersten Schluck ist man stark verwirrt, danach muss man aber gestehen, dass es doch recht gut schmeckt. Kann ich mir sehr gut bei sommerlichen Temperaturen vorstellen.


brüno
Brown Saison
6,5 % vol.
Diese Bier wird auf französischen und amerikanischen Eichenholzchips gelagert und darf daher offiziell auch nicht Bier sondern nur alkoholhaltiges Malzgetränk genannt werden. Das Reinheitsgebot lässt grüßen. Das Bier hat
eine hellbraune, klare Farbe und kommt mit einer sauren olfaktorischen Note daher. Erinnert etwas an frisches, nasses Holz. Es hat eine sehr feine und besonderes langlebige Schaumkrone. Mit seinem Geschmack irgendwo zwischen Kaffee, Bourbon und Vanille und der dazupassenden Säuerlichkeit von Trauben erinnert es an einen Barley Wine.


light’s are on but nobodys home (mit Chinook und Athanum)
American Oatmeal Stout
5,5% vol.
Auf einem dunklen Etikett das lediglich eine Hängelampe zum Vorschein gibt, weißt eine Fußnote auf den Namen dieses Bieres hin. Wie ich finde eine sehr originelle Idee. Dieses fast opake Bier mit schwarzer Färbung und hellbrauner, massiver Schaumkrone ist im Antrunk überraschend leicht und besticht durch eine leicht süße Note. Nach und nach wird es kräftiger bis es schließlich in einem massivröstig-schokoladigen Abgang mündet.


room 237
Tomato spiced beer (Basis: Brown Ale)
6,0%
Ein Bier auf Brown Ale Basis mit zahlreichen, ungewöhnlichen Zutaten wie Tomatenpüree, Chipotles Chili, Kampotpfeffer und Salz. Die Bloody Mary unter den Bieren? Zuständig für dieses Experiment sind neben Orca Brau die Freigeist Bierkultur und Pirate Brew LINK!. Benannt ist es nach dem Zimmer der zwei Zwillinge aus dem Buch bzw. derdazugehörigen Verfilmung The Shining von Stephen King bzw. Stanley Kubrick. Passenderweise finden sich zahlreiche Szenen aus dem Film auf dem Flaschenetikett wieder. Vom Geruch her enttäuscht das Bier. Hier ist quasi nichts wahrzunehmen. Eine hellbraune, trübe Flüssigkeit mit dünner Schaumkrone erstreckt sich im Glas. Der Antrunk ist sehr süß und tomatig. Der Geschmack entwickelt sich nach und nach in Richtung überreifer Tomaten bis hin zum Abgang der mit einer Pfeffernote versehen ist. In Summe schmeckt das Bier wie eine gut gewürzte Tomatensuppe. Mal ganz interessant aber meiner Meinung nach nichts was man unbedingt braucht.

Advertisements

Mücke Single Hop Comet


Pale Ale
0,33 L
5,9 % vol.

Das heutige Bier stammt von der jungen Mücke Craft Beer Brauerei aus dem Südviertel in Essen. Sie wurde im Jahr 2016 von Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer gegründet. Benannt ist die Brauerei nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein aus den 1950er Jahre, das liebevoll Mücke gerufen wurde. Gebraut wird das Bier auf Grund von Kapazitätsschwierigkeiten in Detmold in der Liebharts Brauerei unter Aufsicht der Gründer, die das Rezept selbst kriiert haben. Wie der Name schon erschließen lässt, wird dieses Bier einzig mit dem U.S.-amerikanischen Hopfen Comet gebraut.
Auf dem Etikett ist eine Zeichnung der besagten Mücke zu sehen. Eine recht einfache aber schöne Zeichnung. Der Kopf wird von einem Hopfenkranz umrahmt. Unter dem Schriftzug Mücke sind zudem die gekreuzten Bergmannswerkzeuge zu sehen, Schlägel und Eisen. Gefällt mir außerordentlich gut.
Im Glas steht dann ein Bier, welches durch seine leicht trübe und goldgelbe Farbe mit leichtem Orange-Stich zu überzeugen weiß. Eine dünne, feinporige Schaumkrone schließt dieses Bier ab. Absolut klasse ist der Geruch. Ein intensiv süßer Duft nach Zitrus-Früchten schießt in die Nase. Der Antrunk ist für meinen Geschmack dann etwas zu dünn. Sehr mäßig karbonisiert und mit wenig ausgeprägten Geschmack kann mich das Bier zu beginn nicht überzeugen. Nach und nach wird das Bier aber süßer und kann das schöne Duftspiel bestätigen. Am Ende setzt sich die bittere Komponente durch und lässt das Bier angenehm hopfig ausklingen. In Summe ein schön leichtes Bier für den lauen Sommerabend mit gutem Geschmack nach erfrischenden Früchten.

Hopfenreiter

20170106_220914 20170106_220940 20170106_220955
Double IPA
0,33 L
8,5 % vol.

Heute steht ein Bier vor mir für das ich mich bei meinem Blogger Kollegen Tom bedanken darf (https://probierchen.wordpress.com). Er war so freundlich mir eine dieser limitierten Flaschen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um einen Freundschafts-Sud der Brauer von Crew Republic, Kehrwieder Kreativbrauerei, Holla die Bierfee, Camba Bavaria, And Union und der Bayreuther Bierbrauerei. Man traf sich in der Brauwerkstatt von Maisel und Friends und jeder brachte einen Sack seines speziellen Hopfens mit. Und so ist dieses Double IPA unter dem Einsatz von acht verschiedenen Hopfensorte entstanden. Hoffentlich kann der Spruch mit den viele Köchen und dem Brei nicht auch auf das Brauen adaptiert werden.
Das erste Highlight ist für mich aber alleine schon das Etikettendesign. Hierfür wurde extra der Berliner Streetartkünstler Vidam ins Boot geholt. Und ich finde das Ergebnis mehr als gelungen. Der Hopfenreiter himself grüßt mit seiner Beute vom Etikett. Klasse !
Im Glas macht das Bier ebenfalls eine gute Figur. Wie es sich gehört bildet das Bier ordentlich Schaum im Glas auf einer goldkupferfarbenden Flüssigkeit. Der Schaum ist feinporig und bleibt permanent gut einen fingerbreit bestehen. Der Geruch ist deutlich fruchtig-süß mit einer Note, die an dunklen Honig erinnert. Das Bier riecht dadurch süß und schwer zugleich.
Im Antrunk gibt sich das Bier noch recht leicht und spritzig. Nach und nach zündet dann allerdings eine absolute Obstbombe. Wie bei einem bunt gemischten, exotischen Obstsalat breitet sich ein fruchtiges Aroma im Mundraum aus. Sehr beeindruckend. Zwar ist der Geschmack sehr intensiv, macht den Körper aber nicht zu schwer. Der Abgang ist dann sehr würzig und für ein Double IPA überraschend mild. Die Bitter-Keule bleibt hier aus. Die Bitterkeit ist definitiv da, bettet sich aber sehr gut in den zuvor beschriebenen Geschmacksverlauf ein. Dadurch entsteht keine extreme Zäsur, wie man sie so häufig bei Bieren vorfindet, sondern alles zusammen ergibt eine geschmackvolle Einheit. Ein klasse Bier das beweist, das viele Brauer einen Sud nicht verderben müssen!

Die Dunkle

20160810_204848 20160810_204951 20160810_205027
Dunkel
0,5 L
5,0 % vol.

Heute steht des Gegenstück zu Das Helle von Tilmans Biere vor mir. Auch dieses Bier schmückt wieder ein sehr schön designtes Etikett mit dem Titel „Nachts sind alle Katzen blau“ von der Berliner Künstlerin Maki Shimizu, die ursprünglich aus der Nähe von Tokyo stammt. Mehr zur Künstlerin unter www.makishimizu.de
Es handelt sich bei dem Bier um ein Dunkles, das auschließlich mit deutschen Röstmalzen und den Hopfensorten Tettnager (Deutschland) und Fuggles  (Großbritannien) gebraut wird. Auch hier war es Tilman wichtig diesen klassischen Münchner Braustil neu zu interpretieren.
Im Glas steht ein sehr dunkles Bier, das im Gegenlicht einen deutlich bräunlichen Rotstich aufweist. Die Farbe erinnert stark an Kastanien. Auf dieser Farbsäule tummelt sich eine recht üppige, feinporige Schaumkrone, die bis auf einen dünnen Teppich verschwindet. Der Geruch ist sehr intensiv und richtig klasse. Es riecht deutlich nach süßem Karamell. Jedoch nicht so süß, das man verwundert die Nase rümpft, sondern mit einem schönen Röstaroma, das für Komplexität sorgt.
Eins zu eins spiegelt sich dieser Eindruck im Antrunk wider. Hinzu gesellt sich ein leicht säuerliches Aroma. Der Körper ist dann doch wider erwartend recht leicht, hatte man doch zuvor einige Gedanken zu einem Stout im Kopf. Dadurch behält dieses Bier seine Süffigkeit und weiß die sonst schwer daherkommenden dunklen Malzaromen gut mit einer gewissen Leichtigeit in Form von Süße zu vereinen. Im Abgang vernimmt man zudem eine Hopfigkeit, die diesem Bier den letzten Schliff verleiht. Auch bei der Dunklen handelt es sich wieder um ein Bier, dass trotz seiner Treue zur Tradition dennoch zu überraschen weiß. Klasse Arbeit!

Das Helle

20160809_172746 20160809_172809 20160809_172832
Helles
0,5 L
5,1 % vol.

Das Bierbrauen ist bekannterweise eine Kunst. Die einen können es, die anderen sollten es lieber sein lassen. Und da die Welt der Künste eine Große ist, hat sich der Brauer Tilman Ludwig von Tilmans Biere gedacht zwei dieser Künste zu verbinden, brauen und malen. Und so steht heute ein Flasche Bier vor mir, dessen Etikett extra ein Künstler aus den Staaten mit Wohnort in München angefertigt hat. Einen interessanten Bericht über Tilman Ludwig und sein Projekt Tilmans Biere könnte ihr auf hopfenhelden.de lesen.
Es handelt sich um „Helles“ aus München. Klingt erst mal nicht sonderlich aufregend. Aus dieser Ecke Deutschlands gibt es so viele Biere dieses Bierstil, da wird dieses wohl auch nur eines von vielen sein. Aber genau darin sah Tilman das Problem. Biere werden viel zu selten mit Leidenschaft, sonder mehr mit Profit-Orientierung gebraut. Und so nahm er es sich zur Aufgabe ein besonderes „Helles“ zu brauen. Das passende Gegenstück ist Die Dunkle.
Und die Besonderheiten fangen schon bei der Flasche an. Die für Biere eher untypische Euro-Flasche ist mit dem oben erwähnten Etikett versehen, dass der Künstler Robert „James“ Miller entworfen hat. Weitere seiner Werke kann man hier bestaunen. Mir gefällt das Etikett sehr gut. Macht echt was her.
Und im Glas steht dann ebenfalls ein Bier, das sich sehen lassen kann. Ein kräftiges gold-orange erstrahlt im Glas. Gekrönt wird die Flüssigkeit von einer dauerhaften, dünnen Schaumdecke. Dass das Bier mit dem amerikanischen Chinook Hopfen gestopft wurde, kann man recht schnell erahnen. In Kombination mit dem Karamellmalz entsteht dadurch ein geruchsintensives Zusammenspiel aus fruchtiger und karamelliger Süße, die einen sofort das trübe Wetter vergessen lässt.
Und auch der Geschmack ist ein absolutes Aromenspiel. Fruchtaromen in Richtung Mango und Pfirsich paaren sich mit Malz. Ich bin sehr begeistert. Dieses Bier vereint den Geschmack des traditionellen bayrischen Bieres mit den der zur Zeit so angesagten Aromahopfen. Und es verlieht durch das starke Hopfenaroma auch nichts von seiner Süffigkeit. Was soll ich noch sagen, wirklich etwas auszusetzen hab eich an diesem Bier nicht. Hier waren zwei klasse Künstler am Werk !

X Steam Beer

20160619_202750 20160619_202844 20160619_202858
California Common
0,33 L
4,9 % vol.

Vor zwei Wochen ging es für mich Richtung Bayern, genauer gesagt an den Ammersee. Dieses Ziel kann ich als Urlaubsort nur weiterempfehlen. Das Panorama aus dem klaren Wasser des Ammersees mit den Alpen im Hintergrund lädt zum Entspannen ein. Und wenn man schon mal dort unten ist, dann liegt ein Ausflug nach München nahe. Dort habe ich dann auch mein heutiges Bier erworben. Da das Wetter leider an diesem Tage nicht besonders gut war, haben wir uns entschlossen in das Jüdische Museum zu gehen, passenderweise mit der Sonderausstellung Bier ist der Wein dieses Landes. Dort erfährt man alles rund um israelisches Bier damals und heute, sowie jüdische Brauer in München.20160619_175231 20160619_175201
Zum Anlass dieser Ausstellung ist die Kollaboration zwischen der Herzl Brewery aus Jerusalem und CREW Republic aus München entstanden. 20160619_175320Es handelt sich dabei um ein Dampfbier (Steam beer / California Common), das der Experimental Line von Crew Republic untergeordnet wurde. Dies ist eindeutig am Etikett zu erkennen, das das typisch schwarze X auf weißem Grund zeigt. Auf dem Flaschenhalsetikett findet sich sowohl das Logo der Herzl Brauerei wieder als auch das bekannte Taste-o-meter. Gebraut wird das Bier mit den Hopfensorten Herkules, Tradition und Golding und sollte mit seinen 35 Bittereinheiten leicht daherkommen. Na, dann ran an den Völkerverständigungs-Sud.
Das Bier hat eine sehr schöne und kräftig orange Farbe mit einer feinporigen Schaumkrone, die gut einen fingerbreit das Bier krönt. Vor allem im Gegenlicht ein wunderbares Farbspiel. Die Hopfensorten halten sich im Geruch merklich zurück und überlassen den Platz einem leicht brotig-würzigen Geruch, der aber nicht weiter erwähnenswert ist. Ganz im Gegenteil zum Antrunk. Hier packen alle Zutaten ihre Fruchtigkeit zusammen und lassen einen kurz das aktuell schlechte Wetter vergessen. Durch die Intensität schwappt diese bis in den Körper über, wobei ab hier frische Zitrusaromen das Ruder übernehmen. Im Abgang klopft die Hopfenbitterkeit an die Tür, öffnet diese einen Spalt und dreht dann allerdings wieder ab.
Ein Bier mit einer schönen Hintergrundgeschichte und einer Zusammenarbeit, die es so wohl noch nicht gab. Das Ergebnis ist ein gutes Bier mit überraschender Fruchtigkeit und klasse Optik. Wenn es euch also demnächst mal nach München verschlägt, schaut im Jüdischen Museum vorbei und besorgt euch eine Flasche. Die Ausstellung dauert noch bis zum 08. Januar 2017.

Augsburger Original

20160326_220833 20160326_220900 20160326_220954
Helles Export
0,5 L
5,4 % vol.

Es ist Ostern. Und was wäre da naheliegender als ein Bier von Hasen-Bräu aus Augsburg zu verköstigen. Heute steht das Augsburger Original, ein naturtrübes Kellerbier, vor mir. Das Etikettendesign ist sehr altertümlich angehaucht. Auf zwei grünen Banderolen steht der Brauereiname vermerkt. Knapp darunter springt das Brauereimaskotchen an der Zirbelnuss vorbei. In altdeutscher Schrift steht darunter der Biername. Nicht sonderlich spektakulär, aber es macht dem Konsumenten direkt klar, was er von diesem Bier zu erwarten hat: Einen urigen Bayern. Übrigens auch sehr schön, dass sich dieses urige Logo auch auf dem Kronkorken wiederfindet.
In das Glas ergießt sich eine goldgelbe Flüssigkeit. Dadurch, dass dieses Bier nicht filtriert wird, ist es schön hefetrüb. Abgeschlossen wird es von einer feinen Schaumkrone. Das Bier riecht nach süßen Malzen und ein wenig nach Hopfen.
Der Antrunk passt sich perfekt dem Geruch an. Süßes Malz bestimmt den Geschmack. Dieser zieht sich konsequent bis in den Mittelteil. Der Körper ist sehr mild gehalten und das Bier wird unglaublich süffig und erfrischend. Im Abgang könnte man dem Hopfen zu starke Zitrusnoten vorwerfen. Mir persönlich gefällt dies allerdings ausgesprochen gut. Dadurch wird das Bier noch spritziger als es sowieso schon ist. Lediglich eine herbe Note würde sich hier noch gut machen. So schmeckt es schon fast wie ein Radler.
Insgesamt ein herrlich unaufgeregtes Bier, das mir allerdings sehr gut schmeckt. Es ist höchstens eine Note zu mild und süß. So macht es sich allerdings an einem sonnigen Ostertag perfekt auf dem Balkon. Absolutes Biergarten-Bier. In diesem Sinne, frohe Ostern!

Red Devil IPA

20160311_215926 20160311_215949 20160311_220003
India Pale Ale
0,33 L
7,0 %

Auf dem Tisch steht heute ein teuflisches Bier aus dem Hause Hop’s Brewing. Es handelt sich um das Red Devil IPA, benannt nach dem 1. FC Kaiserslautern, den roten Teufeln vom Betzenberg. Dementsprechend ein Bier mit lokalem Bezug zur Herkunft. Es wird mit vier Malz- (Pilsner, Cara-Red, Cara-Dunkel, Wiener) und fünf Hopfensorten (Zeus, Centennial, Simcoe, Cascade, Citra) gebraut. Mit 60 Bittereinheiten wird es wohl ein leichterer Vertreter der IPA-Familie sein.
Beim Etikettendesign hält sich die Brauerei strikt an ihr Muster. Wie beim Franzmann’s No. 1 befindet sich das Bier in einer bauchigen Longneck-Flasche mit einem schwarz grauen Etikett. Auf diesem ist in weiß das Brauereilogo und auf einer roten Banderole der Name des Bieres zu sehen. Fast wie ein Wasserzeichen sind im Hintergrund die überdimensionalen Konturen des Löwen aus dem Brauereilogo wiederzufinden. Sehr minimalistisches, aber sehr schön designtes Etikett, das mir ausgesprochen gut gefällt!
Beim Einschenken ins Glas fällt die extrem starke Schaumbildung auf. Obwohl ich das Bier sehr behutsam einschenke, will sich die Entwicklung der Schaumkrone gar nicht eindämmen lassen. So steht am Ende mehr Schaum als Bier im Glas. Und der möchte auch nicht wirklich verschwinden. Passend dazu gibt es eine leichte Perlung im Inneren des Bieres. Das Bier ist leicht trüb und hat eine bernsteinfarbende Färbung. Hier habe ich mir von Namen her mehr rote Töne erhofft. Schade. Der Geruch ist nicht sonderlich komplex, aber intensiv würzig-malzig.
Der Antrunk schließt sich dem Geruch an. Das Malz und die würzigen Noten bestimmen den Geschmack. Im Mittelteil geht dieser Geschmack verloren und das Bier wird etwas dünn und süßlich. Dies hat zur Folge, dass das Bier sehr süffig wirkt. Im Abgang wird die Süße dann durch herbe Komponenten ersetzt, die leicht trocken noch einige Zeit im Mundraum verweilen.
Insgesamt ein leckeres und süffiges IPA mit einem vielleicht etwas zu dünnem Körper und herben, würzigen Akzenten, die für meinen Geschmack gerne noch etwas ausgeprägter hätten sein dürften. Am Farbspiel ist im Bezug auf den Namen auch noch zu arbeiten. Dennoch trinke ich dieses Bier gerne erneut, und dann auch gerne zwei, drei am Abend.

Aventinus Eisbock

20160306_215514 20160306_215611 20160306_215704
Weizen-Eisbock
0,33 L
12,0 % vol.

Heute steht eine Bierspezialität der bayrischen Brauerei Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH vor mir. Es handelt sich um den Aventinus Weizen-Eisbock mit ordentlichen 12 % Alkoholgehalt. Der hohe Alkoholgehalt kommt dadurch zu Stande, dass das gebraute Bier eingefroren wird, um somit das „überflüssige“ Wasser zu entfernen. Daher auch der Name Eisbock. Der Namensgeber des Bieres, Johann Georg Turmair, war ein Historiker und Sprachwissenschaftler aus Abensberg bei Kehlheim in Niederbayern, der im 15. und 16. Jahrhundert lebte. Er wurde Aventinus, lateinisch für der Abensberger, genannt.
Das Etikett der kleinen Braunglasflasche kommt in ungewöhnlichem lila daher. In Kombination mit der Silber schillernden Schrift und Umrandung sieht es aber klasse aus. Auf dem Etikett selbst befindet sich das Brauereilogo und der Namensschriftzug des Bieres.
In das Glas ergießt sich eine zäh anmutende Flüssigkeit in einem kräftigen kastanienbraun mit Mahagoni Nuancen. Leider mag das Bier bei mir quasi keine Schaumkrone bilden. Hier suche ich den Fehler mal bei mir und vermute das ich nach dem letzten Spülen das Glas nicht gut genug abgespült habe. Aus dem Glas strömt ein süß-malziger Geruch mit für ein Weizenbier typisch bananigen Noten.
Nach dem ersten Schluck dieser Bierspezialität bin ich erst mal sehr überrascht. Den üppigen Alkoholgehalt schmeckt man kaum heraus. Er lässt ordentlich Platz für die zahlreichen weiteren Aromen die dieses Bier auszeichnen. Der Antrunk ist recht süß und geprägt vom Geschmack nach Traube, Pflaume und Brombeere. Die leichte Perlung schmeichelt dem Gaumen. Der Körper ist sehr kräftig und wird sicherlich die Meinungen spalten. Würzig, malzig, mit einem guten Schuss wärmenden Alkohol der langsam die Kehle hinunter fließt, findet dieses Bier die perfekte Balance. Es wirkt zu keiner Zeit penetrant im Geschmack und lässt trotzdem das volle Aromenspiel zum Vorschein kommen. Der Abgang ist minimal hopfenbitter und eine Restsüße von dunkler Schokolade bleibt übrig. Und verdammt, obwohl dieses Bier ein solches Brett ist möchte man sich nach kurzem Innehalten und genießen sofort am nächsten Schluck ergötzen. Faszinierend was fernab der standardisierten Braukunst möglich ist. Kein Bier für jeden Abend, sondern ein Bier für DEN Abend. Und auf wen DER Abend mal auf sich warten lässt, das Bier hat eine Mindesthaltbarkeit von satten sechs Jahren. Also lasst euch Zeit. Absolute Weiterempfehlung für alle, die ihren Bier-Horizont erweitern wollen. Und ganz nebenbei, ein guter Schlaf ist danach ebenfalls vorprogrammiert.

Riegele… golden seit 1386

20160224_201903 20160224_201936
Helles
4,5 % vol.
0,33 L

Heute steht ein Bier vor mir, das sich auf die Wurzeln seiner verantwortlichen Brauerei beruft, das „…golden seit 1386“. Der Name bezieht sich auf das Gasthaus Zum goldenen Roß, das das Gründhaus der Brauerei Riegele aus Augsburg war. Und ebenfalls golden ist das Etikettendesign gestaltet. Die Weißglasflasche ziert ein golden-blaues Etikett mit einer Ausstanzung in Form eines Roßes, durch die das Bier schimmert. Sieht sehr nett aus.
Im Glas macht das Bier ebenfalls eine gute Figur. Eine naturtrübe Flüssigkeit mit hellgelber Farbe füllt das Gefäß. Darauf entwickelt sich eine üppige und grobporige Schaumkrone, die etwa einen fingerbreit bestehen bleibt. Einfach ein super Gesamtbild, das sehr erfrischend wirkt und Lust auf mehr macht. Der Geruch schließt sich dort nahtlos an und weiß mit fruchtig süßen Düften nach Zitrone und frisch gemähtem Gras zu überzeugen.
Der Antrunk ist sehr erfrischend und leicht prickelnd. Der Hopfen kommt wunderbar frisch zur Geltung. Im Mittelteil macht sich dann das bemerkbar, was die Nase bereits zuvor genießen durfte. Fruchtsüße Aromen, die nach und nach etwas herber werden und sich in Richtung Grapefruit entwickeln. Das Bier schließt mit einer dezent trockenen Bitterkeit. Insgesamt hat mich dieses Bier sehr positiv überrascht. Die Süffigkeit, geprägt von einem runden Körper voller fruchtiger Akzente und einer abschließenden Herbe beweist, dass auch ein leichtes Bier durchaus geschmacksintensiv sein kann. Absolute Empfehlung, vorallem für den Sommer. Mildes Bier mit einer Menge Geschmack.