Trial by Combat


DIPA
16 fl. oz. (ca. 455 ml)
8,0 % vol

Das heutige Bier wurde von der Brewmaster Jack Brauerei aus Northampton, Massachusetts gebraut. Die Brauerei wurde im Jahr 2011 gegründet und unterstützt die Philosophie des Gebrauchs von lokalen Zutaten.
Das vor mir stehende DIPA hört auf den kämpferischen Namen Trial by Combat und wurde mit Saft der Passionsfrucht, reichlich Malz und den Hopfensorten Citra, Motueka und Amarillo gebraut. Diese sorgen für 90 IBUs. Es handelt sich um ein saisonales Bier,welches nur im Januar und Juli verfügbar ist.
Die silberne Dose ist von einem weißen Papier ummantelt auf dem sich eine sehr schöne schwarz-weiß Zeichnung befindet. Eine Horde von Kavalleristen stürmt mit voller Inbrunst auf einen kleinen Jungen mit gezücktem Schwert zu, der diese versucht aufzuhalten. Die Szenerie wird durch den verschnörkelten Schriftzug Trial by Combat unterstrichen.
Im Glas steht ein Bier mit einer wunderbar gelb-orangen Farbe, gekrönt von einer sehr feinporigen und tief weißen Schaumkrone. Übertroffen wird das Ganze nur noch von dem fruchtigen Duftspiel, welches das Bier umgibt. Eine Mischung aus tropischen Früchten wie Mango und der oben erwähnten Passionsfrucht paart sich mit einer trockenen Hopfennote. Unglaublich intensiv.
Im Antrunk paart sich zum sehr süß-fruchtigen Geschmack eine schöne Portion Malz. Im Körper machen sich dann die oben erwähnten Hopfensorten breit. Die Süße wird dadurch etwas herber und geht vom Fruchtigen mehr in die Richtung von dunklem Honig. Dieser Eindruck verstärkt sich immer mehr und findet seinen Höhepunkt im Abgang. Dabei wirkt das Bier aber nie zu trocken, sondern behält durch die permanente, am Ende nur noch dezente Süße, immer eine gewisse Leichtigkeit.
Von meiner Seite gibt es für dieses Bier eine absolute Weiterempfehlung. Ein in jedem Teil des Geschmacks absolut komplexes Aromenspiel, begleitet von schöner Optik und auch das Riechorgan kommt nicht zu kurz. Ein Stück Sommergefühl in dieser kalten Jahreszeit. Der Dank geht an Lars!

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Reisebericht Hongkong & Taiwan

In den vergangen Jahren kam ich ja häufiger in den Genuss asiatischer Biere, da mir mein guter Freund Jan aus seiner Wahlheimat Hongkong und den umliegenden Ländern gerne mal ein Präsent mitbrachte. Nun hat es mich diesen Spätsommer selber für 2 Wochen (inkl. einem Kurztrip nach Taiwan) dorthin verschlagen, sodass ich mir selber ein Bild von der Situation vor Ort machen konnte.

Durch die zuvor beschriebene Tatsache waren mir die klassischen Biere in den Regalen durchaus bekannt, sodass es die Suche nach etwas neuen doch erschwerte. Die durchaus in Hongkong und Taiwan vertretenen kleinen, heimischen Brauereien (mit Ausnahme von Gweilo) konnte ich in keinem klassischen Supermarkt entdecken. Lediglich folgende Biere der Großbrauereien aus den umliegenden Ländern schienen mir erwähnenswert:


Zwei sehr klassische Biere aus Taiwan, die es quasi an jeder Ecke zu kaufen gab. Vorallem das Taiwan Beer erfreut sich großer Beliebtheit und ist mit 80 % Marktanteil der klare Marktführer. Es wird nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut (es enthält Reis). Schmeckte erstaunlich gut für ein Standart Bier.


Kujyukuri Ocean Beer – Pils (5 %):
Pilsener von der Kankiku Brewery, einer Micro-Brewery aus Sanbu-gun in der Chiba Präfektur von Japan. Ein sehr klassisches Pils mit etwas stärkerer Malznote, die das Pils etwas süßer dastehen lässt als die klassischen Vertreter.


Kujyukuri Ocean Beer – IPA (5,6 %):
Deutlich fruchtiger als das Pils, behält dabei aber seine malzige Note. Im Abgang mit einer für asiatische Biere guten Bitterkeit.


MOA Session Pale Ale (4,3%)
Von der MOA Brewing Company aus Marlborough in Neuseeland. Körper recht leicht aber dabei gut gehopft. Die vier Hopfensorte Kohatu, Nelson Sauvin, Cascade und Motueka machen das Bier gut fruchtig und erfrischend. Genau das richtige beim schwül-warmen Hongkonger Wetter.

Lediglich in ausgewählten Bars konnte man die Biere der lokalen Brauereien frisch vom Fass ergattern. Hier lohnt es sich auf jeden Fall danach Ausschau zu halten. Wer den geselligen TaBier ebenfalls auf Facebook verfolgt, wird die kurzen Berichte bereits gelesen haben.

Ein absoluter Volltreffer war allerdings die Tatsache, dass vom 22. bis 23. September das Craftbeer-Festival Beertopia auf dem Fährhafengelände von Hongkong Island stattfand. Vor einer atemberaubenden Kulisse konnte man zahlreiche Bier aus aller Welt mit Schwerpunkt auf Asien bzw. Hongkong verköstigen. Alle hier aufzulisten, wäre zu viel des Guten. Es sei nur zu sagen, dass einige Biere, auf Grund der großen Freundlichkeit mancher Brauer, probiert werden konnten ohne dafür tief in die Tasche greifen zu müssen. Diese Tatsache, die ich keinesfalls als selbstverständlich betrachte, ließ den sehr teuren Eintrittspreis von über 25 €, wovon knappe 10 € Wertmarken waren, schnell wieder vergessen. Dafür bekam man aber auch mehrere Live-Bands, sowie einen DJ geboten, die teilweise für Partystimmung sorgten. Wäre die Veranstaltung, wie vorher angekündigt, nicht bereits um 23 Uhr geschlossen worden, es wäre eine sehr lange Nacht geworden.
Biertechnisch in Erinnerung geblieben sind beispielsweise die Jungs vom Hongkonger Homebrewing Project. Ihnen wurde auf dem Festivalgelände eine Fläche zur Verfügung gestellt auf der sie ihre Biere der breiten Masse zeigen konnten.

Die sehr teure Lizenzierung und die räumlichen Gegebenheiten in Hongkong lassen es meist nicht zu, dass die Eigenkreationen von jungen, kreativen Brauern den Horizont des „Garagenverkaufs“ an Freunde und Bekannte überschreiten.
Ähnliches hörte man am Stand der Mahanakhon Brewery. Eigentlich in Thailand ansässig, wird das Bier aktuell in Taiwan gebraut. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die beiden weltbekannten thailändischen Biere Chang und Singha fest in Hand der Regierung sind und jedem Konkurrent auf dem inländischen Markt konsequent Steine in den Weg gelegt werden. So war die Auslagerung laut Aussage zwingend notwendig, um die Brauerei überhaupt aufrecht zu erhalten.
Insgesamt ein klasse Festival, dass einiges zu bieten hat. Neben dem verköstigen von zahlreichen Bieren aus teilweise exotischen Ländern wie beispielsweise dem Libanon, konnte man zahlreiche Interessante Gespräche mit den Braueren vor Ort führen. Und das alles vor einem Setting das seinesgleichen Sucht. Absolute Weiterempfehlung!

 

Mücke Single Hop Comet


Pale Ale
0,33 L
5,9 % vol.

Das heutige Bier stammt von der jungen Mücke Craft Beer Brauerei aus dem Südviertel in Essen. Sie wurde im Jahr 2016 von Dennis Pfahl und Michael Kesseböhmer gegründet. Benannt ist die Brauerei nach dem letzten Grubenpferd der Zeche Zollverein aus den 1950er Jahre, das liebevoll Mücke gerufen wurde. Gebraut wird das Bier auf Grund von Kapazitätsschwierigkeiten in Detmold in der Liebharts Brauerei unter Aufsicht der Gründer, die das Rezept selbst kriiert haben. Wie der Name schon erschließen lässt, wird dieses Bier einzig mit dem U.S.-amerikanischen Hopfen Comet gebraut.
Auf dem Etikett ist eine Zeichnung der besagten Mücke zu sehen. Eine recht einfache aber schöne Zeichnung. Der Kopf wird von einem Hopfenkranz umrahmt. Unter dem Schriftzug Mücke sind zudem die gekreuzten Bergmannswerkzeuge zu sehen, Schlägel und Eisen. Gefällt mir außerordentlich gut.
Im Glas steht dann ein Bier, welches durch seine leicht trübe und goldgelbe Farbe mit leichtem Orange-Stich zu überzeugen weiß. Eine dünne, feinporige Schaumkrone schließt dieses Bier ab. Absolut klasse ist der Geruch. Ein intensiv süßer Duft nach Zitrus-Früchten schießt in die Nase. Der Antrunk ist für meinen Geschmack dann etwas zu dünn. Sehr mäßig karbonisiert und mit wenig ausgeprägten Geschmack kann mich das Bier zu beginn nicht überzeugen. Nach und nach wird das Bier aber süßer und kann das schöne Duftspiel bestätigen. Am Ende setzt sich die bittere Komponente durch und lässt das Bier angenehm hopfig ausklingen. In Summe ein schön leichtes Bier für den lauen Sommerabend mit gutem Geschmack nach erfrischenden Früchten.

Double Hop Monster


IPA
330 ml
7,2 % vol.

Heute steht ein wahres Monster vor mir, ein Hopfenmonster. So sagt es uns zumindest das Etikett. Es handelt sich dabei um ein IPA des englischen Brauereikonzerns Greene King. Ob mich dieses Bier tatsächlich das Fürchten lehrt, werde ich gleich am eigenen Leib erfahren. Vorab ist aber zu sagen, dass ich das Etikett sehr gelungen finde! Ein zweiköpfiger Drache, der sich gegen anfliegende Pfeile zu wehren versucht, ziert das Etikett. Akzente werden durch die Flügel des Drachen und der Pfeilenden gesetzt, die golden eingefärbt sind. Dazu alles mit Liebe zum Detail gezeichnet, super!
Kommen wir nun zum Inhalt. Beim Einschenken entsteht leichte Schaumbildung, nicht sonderlich ausgeprägt, dafür aber feinporig und langlebig. Das Bier hat eine klare, gold-gelbe Farbe und verströmt einen sehr ansprechenden Hopfengeruch, der leicht grasig und süßlich ist.
Der Antrunk ist mir persönlich etwas dünn geraten und macht einen wässrigen Eindruck. Glücklicherweise hält sich das Bier damit nicht sonderlich lange auf. Es folgt sehr bald ein ausgewogener Körper mit einer kräftig aromatischen Honignote, die neben der Süße auch eine Portion Würzigkeit mitbringt. Definitiv der Beste Teil des Bieres. Ich spreche hier von einem Teil, da das Bier für mich leider keine Einheit bildet. Der Bruch zum sehr gemäßigten Abgang ist mir dafür zu groß. Es fehlt mir für ein IPA deutlich an Bitteraromen. Zudem fehlt mir das trockene Aroma, welches bei sortengleichen Bieren länger im Geschmack bleibt. Hier ebbt es viel zu schnell ab. In Summe ein grundsolides Bier, welches meiner Meinung nach zu wenig Kohlensäure besitzt und dadurch in Kombination mit den nicht ganz zur Geltung kommenden Aromen im Ganzen zu dünn ist. Das Etikett macht sich aber sehr gut in jeder Bierflaschen-Vitrine.

Cannonball


American IPA
330 ml
7,4 % vol.

Heute steht ein Bier der britischen Brauerei Magic Rock Brewing vor mir. Es handelt sich um ein American IPA, welches mit sechs verschiedenen Hopfensorten (Columbus , Magnum, Amarillo, Citra , Simcoe , Centennial) und drei Malzsorten (Golden Promise, Sauermalz, Extra Pale) gebraut wird. Es wurden also ordentlich Zutaten in die kleine Dose gepackt. Schauen wir uns mal an, ob diese auch so wieder rauskommen.
Auf der grün gefärbten Dose sind viele kleine Figuren zu erkennen, die sich aus einer Abhebung von hell und dunkelgrün ergeben. Kein zu aufdringliches Design, welches aber dennoch zu einer genaueren Betrachtung der Dose verleitet. Gefällt mir sehr gut.
Im Glas erstreckt sich eine Flüssigkeit mit einer kräftig orangen Farbe und leichter Trübung. Das Einschenken löst starke Schaumbildung aus. Dieser baut jedoch recht schnell ab und hinterlässt lediglich einen dünnen Teppich auf der Oberfläche. Dafür verantwortlich, dass man dies aber eigentlich gar nicht wahrnimmt, ist der Geruch. Wie eine Kanonenkugel schlägt dieser in der Nase ein und macht sofort klar, dass in der Dose nichts an Aromen verloren ging. Es riecht nach Zitrus- und Tropenfrüchten, gepaart mit leicht malzig, würzigen Komponenten. Wahnsinn!
Der Antrunk holt mich dann zunächst wieder auf den Boden der Realität. Für meinen Geschmack ist dieser noch etwas zu dünn und zu wenig karbonisiert. Doch es war lediglich die Zündung für den starken Körper des Bieres. Relativ schnell macht sich zunächst leichte Süße breit, um dann zu bestätigen was der Geruch bereits angedeutet hat. Frucht pur, diesmal etwas mehr vermischt mit herb-würzigen Aromen. Zudem erinnert mich der Geschmack teilweise an einen kräftigen Honig. Ab hier gefällt mir die leichte Perlung des Bieres auch besser als im Antrunk, da so genügend Platz für die wirklich zahlreich vertretenden Aromen bleibt. Wie es sich für diesen Bierstil gehört, ist der Abgang ordentlich trocken, dabei geschmacklich aber immer noch auf höchstem Niveau. Noch lange nach dem Durchlaufen der Kehle bleibt dieses Bier mit seinem Aromen im Mundraum. Falls ihr diesem Bier mal begegnet, kauft es euch und nehmt euch die Zeit es zu genießen. Denn dafür wurde es gemacht, und es lohnt sich definitiv!

Goldstar Unfiltered


Zwickel / Kellerbier
330 ml
4,9 % vol.

Heute geht es geographisch in den Nahen Osten, nach Israel. Ich habe ein weiteres Bier der Tempo Beer Industries in meinem Glas. Diesmal handelt es sich laut Etikett um die ungefilterte Variante des Goldstar Lager, in unseren Landen als Kellerbier bzw. Zwickl bekannt. Wie schon bei meiner ersten Erfahrung mit israelischem Bier geht auch hier der Dank an Melli!
Das Etikettendesign ist nur unwesentlich anders als das des klassischen Lagers. Lediglich das prägnante Rot fehlt. Zudem sieht es von weitem so aus als sei die Flasche bedruckt, aber bei genauerer Betrachtung sieht man das es sich um ein klassisches Etikett handelt.
Im Glas steht ein recht lichtdurchlässiges, hellbraunes Bier mit kleiner grobporiger Schaumkrone von kurzer Beständigkeit. Das es sich bei diesem Bier laut Namen um ein ungefiltertes handeln soll, ist nicht zu sehen. Es handelt sich schlichtweg einfach um eine dunkle Variante des bereits erwähnten Lagers. Im Geruch ist es leicht süßlich, gepaart mit malzigen Noten. Nicht weiter aufregend.
Der Antrunk ist relativ dünn und wird dominiert von feinporigen Kohlensäurebläschen. Ein zu erwartender malziger Körper folgt diesem sehr leichten Einstieg. Jedoch auch hier hält sich das Bier im Bezug auf die Aromen noch sehr zurück. Lediglich minimale Röstaromen kämpfen sich durch die Langweile. Wirklich überzeugen kann es aber auch hier noch nicht. Doch dass das Beste bekanntlich zum Schluss kommt, bestätigt der Abgang. Hier setzen sich endlich Aromen in den Gaumen die Freude bereiten. Man schmeckt eine gute Portion süßes Malz. Dieser Geschmack entwickelt sich nach und nach immer mehr in Süße von dunklen Früchten wie Pflaume oder Maulbeeren. Dezent aber durchaus erwähnenswert. Insgesamt hat mir dieses Bier besser Geschmeckt als die helle Variante, da es einfach, wenn auch erst hinten raus, etwas facettenreicher ist. Dennoch, der Name entspricht einfach nicht dem was man bekommt.

Hoppy Bunny A.B.A.


American Black Ale
12 fl. oz. (355 ml)
7,3 % vol.

Frohe Ostern ! Passenderweise habe ich noch ein Bierchen auf Lager gehabt, welches quasi danach schreit an diesem langen Oster-Wochenende getrunken zu werden. Es handelt sich um ein American Black Ale (ABA) der The Duck-Rabbit Brewery, welche schwerpunktmäßig dunkle Biere braut. Die Brauerei stammt aus der US-amerikanischen Stadt Farmville in North Carolina. Wiedermal geht der Dank an Lars, der mit diesen Genuss ermöglicht.
Auf dem Flaschentikett ist das Logo der Brauerei zu sehen, welches jegliche Fragen bezüglich des Brauereinamens klärt. Je nach Biersorte findet sich das Logo in leicht abgewandelter Form auf dem Etikett wieder. Im Falle des vor mir stehenden Hoppy Ale hat der Duck-Rabbit einen Kranz mit Hopfendolen auf dem Kopf. Das Bier wird mit acht verschiedenen Hopfensorten eingebraut. Die Sorten Chinook (USA) und Motueka (Neuseeland) sind überrepräsentativ vertreten.
Das Bierglas füllt sich mit einer Flüssigkeit, die von kräftiger Schwärze nur so strotzt. Das Bier ist opak, also lichtundurchlässig. Der Schaum ist schön cremig und von einer hellbraunen Farbe, wie bei einem guten Kaffee. Und auch der Geruch erinnert an einen solchen. Gute Röstaromen mit einer süßen Note.
Über den Antrunk muss man leider nicht viele Worte verlieren. Hier hält sich das Bier noch sehr schüchtern zurück. Dann folgt aber ein Brett an Aromen. Perfekt karbonisiert breitet sich im Mundraum ein Geschmack nach dunkler Schokolade, Kaffee und Malz aus. Diese süße ebbt nach und nach immer mehr ab, und Röstaromen übernehmen die Rolle. Im Abgang bleiben dann nur noch diese übrig, versehen mit einer ausgewogenen Bitterkeit. Schöner Gemacksverlauf eines Bieres, dass zwar Startschwierigkeiten im Geschmack hat, aber durch sein Aussehen, Geruch und vorallem dem restlichen Geschmack überzeugen kann. Man schmeckt das hier Experten für dunkles Bier am Werk waren.

Gweilo IPA


IPA
330 ml
4,8 % vol.

Vor mir steht heute das zweite Bier der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Es ist der „große Bruder“ des bereits von mir getrunkenen Pale Ale, das IPA. Da sind die Hoffnungen natürlich groß, dass dieses Bier ebenfalls zu überzeugen weiß. Es wird mit europäischen Malz und aus einer geheimen Hopfenzusammensetzung aus dem Südpazik und Amerika gebraut.
Das Etikettendesgin unterscheidet sich bis auf den Schriftzug IPA nicht von dem des Pale Ale. Auch hier ist eine englische Wörterbuchdefinition des Begriffs Gweilo zu lesen.
Das IPA hat eine geringere Schaumbildung als der kleine Bruder, was ehrlich gesagt nicht sonderlich schwierig ist bei der Schaumexplosion, die das Pale Ale hervorruft. Das Bier ist trüb und kupferfarbend. Insgesamt sehr ansprechend.
Der Schaum ist zudem deutlich gröber aber ausreichend vorhanden und beständig, wenn auch nur einen halben Finger breit. Der Geruch ist nicht ganz so fruchtig, sondern eher brotig mit süßen Tendenzen.
Leider ist auch dieses Bier zu stark karbonisiert, was den Antrunk etwas erschlägt und kaum Raum für irgendein Aroma lässt. Wenn das prickeln im Gaumen dann irgendwann mal nachlässt, entwickelt sich ein recht erfrischender und süffiger Körper. Dieser geht nach dem sehr unruhigen Antrunk leicht durch die Kehle. Der Abgang weiß dann mit einem gut gehopften Aroma zu überzeugen. Das trockene Ende beschäftigt die Geschmacksknospen auch danach noch etwas. Dennoch ist dieses IPA sehr gemäßigt was das Aromen- und Hopfenspiel angeht. Es ist definitiv kein schlechtes Bier, trifft für meinen Geschmack aber den Bierstil nicht ausreichend.

Gweilo Pale Ale


Pale Ale
330 ml
4,5 % vol.

Beim heutigen Bier handelt es sich um ein Pale Ale der jungen Hongkonger Brauerei Gweilo Beer. Diese hat sich auf die Fahne geschrieben, die lokale Bier Welt zu bereichern und eine qualitativ hochwertige Alternative anzubieten. Nach den jüngsten Erlebnissen bezüglich asiatischer Biere von Großbrauereien scheint dies ein Hoffnungsschimmer am Horizont zu sein. Also voller Elan ran an dieses Bier.
Beim Etikett hat sich die Brauerei etwas ausgedacht, dass ich so noch nicht gesehen habe. Im Endeffekt ist das Etikett nicht mehr als ein Auszug aus einem Wörterbuch, der den Begriff Gweilo beschreibt. Schlicht in schwarz-weiß gehalten macht es in meinen Augen einen ganz guten Eindruck.
In einer goldenen Farbe mit leichtem Orangestich steht dieses leicht trübe Bier im Glas. Auf diesem krönt ein voluminöser und sehr beständiger Schaumdeckel. Da kann man auch noch so behutsam einschenken, der Schaum drängt sich einem quasi auf. Und bereist beim Einschenken verströmt dieses Bier einen stark fruchtigen Duft, der selbst die durch Heuschnupfen geplagte Nase durchdringt.
Der Antrunk ist entgegen des Geruchs etwas dünn geraten und leicht wässrig. Doch dieser Eindruck wird relativ schnell durch ein Geschmackserlebnis abgelöst, welches sich deutlich von allen „großen“ asiatischen Bieren abhebt. Ein voller Körper, der die Fruchtigkeit der eingesetzten Hopfensorten gut herausstellt. Leider ist das Bier etwas zu stark karbonisiert, sodass dies den Geschmack etwas unterdrückt. Für einen asiatischen Vertreter ist der Abgang recht herb und stellt heraus, dass bei der Produktion nicht am Hopfen gespart wurde. Definitiv konkurrenzfähig mit hopfenbetonten Bieren aus unseren Gefilden.
Ein gutes Bier aus der Sonderverwaltungszone Chinas, das Hoffnung macht, das sich die Qualität asiatischer Biere in der Zukunft auch zum positiven entwickeln wird. Großen Dank an meinen guten Freund aus Fernost !

Hite


Lager
0,5 L
4,3 % vol.

Heute steht ein Bier von der Aktiengesellschaft Hite Brewery Company Limited aus Südkorea vor mir. Es handelt sich um das wohl bekannteste Bier aus Südkorea, Hite. Neben Bier produziert dieser Getränkegigant noch Reiswein und Mineralwasser. Im Jahr 2006 hat man zudem einen der größten Soju-Hersteller (asiatischer Branntwein aus Reis und Kartoffeln, Weizen oder Gerste), Jinro, übernommen.
Das heute vor mir stehende Bier ist das meistverkaufte in Südkorea. Es wird seit 1993 angeboten. Neben dem weiteren beiden nationalen größen OB und Cass findet man es in quasi jeder Bar Südkoreas. Wie in Asien üblich wird auch dieses Bier mit Reis gebraut. Zudem weißt uns das Etikett darauf hin, dass dieses Bier bei null Grad filtriert wurde. Hoffentlich ist dadurch nicht jegliches Aroma im Bier verloren gegangen. Über das Rückseitenetikett brauche ich nichts weiter zu sagen.
Im Glas legt das Bier leider einen ähnlichen schwachen Auftritt wie das Cass hin. Sehr helle Farbe mit einer kaum vorhandenen Schaumkrone. Ich würde behaupten nebeneinander gestellt sind diese Bier nicht zu unterscheiden. Auch der Geruchstest kann hier keinen eindeutigen Unterschied herausstellen.
Im Geschmack unterscheiden sich die beiden Biere dann aber doch, jedoch zu Ungunsten des Hite. Das sehr kalte Filtrieren hat dem Bier einen unglaublichen dünnen Körper verliehen. Zwar ist es bei niedriger Trinktemperatur durchaus erfrischend. Vor allem wenn man sich die warmen Temperaturen im Sommer vor Augen führt. Aber dies ist nur ein schwacher Trost bei dem was dieses Bier an Geschmack mit sich bringt. Einem sehr wässrigen Antrunk folgt ein leicht karbonisierter Körper mit einem minimal hervorstechendem Geschmack von Hopfen. Im Abgang verschwindet dieser aber wieder komplett und es bleibt der wässrige Gesamteindruck. Ich danke Jan trotzdem für dieses Mitbringsel.